Bundesliga

Hasenhüttl: "Nichts Überkandideltes"

Neuer RB-Coach stellt sich vor

Hasenhüttl: "Nichts Überkandideltes"

Ralph Hasenhüttl bei seiner Vorstellung bei RB Leipzig

Gut gelaunt bei seiner Präsentation als neuer RB-Coach: Ralph Hasenhüttl. imago

"Es ist mit eine sehr große Ehre, bei diesem Verein sein zu dürfen", betont der 48 Jahre alte Österreicher. "Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Mann wie Ralf Rangnick einem Trainer so lange hinterher läuft." Rangnick gehört zu den Fußball-Lehrern, die den neuen RB-Coach inspiriert haben. "Ralf hat meinen Weg als Trainer auch vorher schon geprägt, weil die Art zu spielen, mich angetrieben hat." Schneller Umschaltfußball, gepaart mit aggressivem Pressing: So lautet die Formel, die Hasenhüttl und Rangnick eint und auf dem gemeinsamen Weg nun in Erfolge münden soll.

"Wir werden sehr mutig agieren"

In Ingolstadt hatte Hasenhüttl "eine hervorragende Aufgabe, und die lässt man nicht so einfach liegen. Ralf hat dann aber ganz geschickt den Moment erwischt, an dem ich mich ein bisschen neu orientieren möchte." Nach drei Jahren in Ingolstadt erlag Hasenhüttl nun den Möglichkeiten, die RB bieten kann. "Die Möglichkeiten zeigen, wie nachhaltig dieser Verein denkt und arbeitet. Hier ist wahnsinnig viel Fachkompetenz auf allen Positionen. Aber es ist immer der Touch zu spüren, dass hier nichts Überkandideltes ist."

Trainersteckbrief Hasenhüttl

Hasenhüttl Ralph

Spielersteckbrief Damari

Damari Omer

Spielersteckbrief Kalmar

Kalmar Zsolt

RB Leipzig - Vereinsdaten

Gründungsdatum

19.05.2009

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Was die erste Bundesliga-Saison der Klubgeschichte angeht, bleibt Hasenhüttl zurückhaltend. "Wir haben Respekt vor der Aufgabe", sagt er, "die Bundesliga hat eine brutale Strahlkraft. Wir wollen diese junge Mannschaft, die unglaubliches Potenzial hat, weiter entwickeln. Wir wollen ihr auch die Zeit geben, weiter zu lernen. Sie wird viel lernen müssen. Aber ich kann jetzt schon versprechen: Wir werden sehr mutig agieren." RB soll unter Hasenhüttl "mit hoher Leidenschaft, hoher Laufbereitschaft und viel Pressing" agieren. "Wir werden logischerweise nicht immer dafür belohnt werden. Aber wir wollen zeigen, dass wir in der Lage sind, in der Bundesliga zu bestehen." Das heißt für Hasenhüttl, "dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben und uns dort aufhalten, wo ich in der vergangenen Saison die meiste Zeit mit Ingolstadt war: im Mittelfeld."

Vom Ansatz her brauchen sich die Jungs auf keine großen Unterschiede einzustellen.

Hasenhüttl will Rangnicks Fußball-Philosophie fortführen

Erst mal aber lege er sein Hauptaugenmerk darauf, "dass wir die Art und Weise, wie ich spielen möchte, schnell verinnerlichen. Aber das Schöne ist ja, dass die fast erschreckend gleich ist mit dem, was bei RB bisher gespielt wurde. In Ingolstadt haben wir das Pressing vielleicht noch ein bisschen radikaler ausgelegt". Deshalb werde es "ein paar neue Inhalte" für die Spieler geben, "aber vom Ansatz her brauchen sich die Jungs auf keine großen Unterschiede einzustellen".

Langfristiger Vertrag, keine langfristigen Ziele

Auch zu den großen Ambitionen der Zukunft äußert sich der neue Cheftrainer, der bis 2019 unterschrieben hat, zurückhaltend. "Ich habe bei meinen Vereinen immer langfristige Verträge unterschrieben, aber ich habe mir nie langfristige Ziele gesetzt." Sein Ziel sei es, "dass ich aus meinen Mannschaften immer das Maximum hole". Das Auftaktprogramm mit dem Sachsen-Derby im Pokal bei Dynamo Dresden sowie den Partien in Hoffenheim, gegen Dortmund, beim Hamburger SV und gegen Mönchengladbach "gefällt mir gut. Das weiß man gleich, wo man steht". Ihm sei es eigentlich "umso lieber, je schwerer das Programm ist".

25 Akteure bat der neue RB-Trainer am Montagnachmittag um exakt 15.09 Uhr auf den Trainingsplatz. Mit dabei war auch Zsolt Kalmar, der nach seiner Rückkehr vom Zweitligaabsteiger FSV Frankfurt zunächst in Leipzig trainieren wird. Ein Wechsel wird aber angestrebt. Omer Damari fehlte dagegen. Der israelische Angreifer kehrt von der Leihe bei Red Bull Salzburg zurück, spielt aber im Kader von Hasenhüttl keine Rolle mehr und soll - wenn er von einer Grippe genesen ist - bei der U 23 trainieren. Das Aufgebot zum Trainingsstart komplettierten Ken Gipson und Sören Reddemann aus der U 23 sowie Vitaly Janelt, Felix Beiersdorf, Agyemang Diawusie, und Idrissa Toure aus der U 19.

Andreas Hunzinger

Hasenhüttl-Premiere vor der Bundesliga-Premiere