Sagna sieht auch Halbfinale noch nicht als Erfolg

"Eines der besten Teams": Frankreichs Respekt wächst

Gelöst und locker bei der öffentlichen Einheit: Frankreichs Bacary Sagna.

Gelöst und locker bei der öffentlichen Einheit: Frankreichs Bacary Sagna. Getty Images

Was Portugal (1:1), Österreich (1:2) und England (1:2) passierte, wollen die Franzosen tunlichst vermeiden. "Wir unterschätzen Island nicht", versicherte Sagna: "Sie sind bislang eines der besten Teams." Auf die nächste Sensation bei der EM-Endrunde hat die Equipe Tricolore aber so gar keine Lust. Rechtsverteidiger Sagna unterstrich in seinen Aussagen derweil auch, dass selbst die Vorschlussrunde zu wenig sei: "Ein Aus im Viertelfinale wäre ein Scheitern, im Halbfinale auch. Wir haben das Zeug, um bis zum Schluss dabei zu sein."

Von den sensationellen Auftritten der Isländer will sich der 33-jährige Routinier ohnehin nicht verrückt machen lassen. "Ich denke gar nicht an eine Niederlage." Wie schnell das aber gegen den kleinen Staat von der Vulkaninsel gehen kann, mussten erst die Engländer schmerzlich erfahren. Was den Franzosen besonders zum Verhängnis werden könnte? Die Schlafmützigkeit, die die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps gegen Rumänien (2:1), Albanien (2:0), die Schweiz (0:0) und Irland (2:1) in den ersten 45 Minuten "auszeichnete".

Sagna: "Müssen beginnen, wie wir gegen Irland aufgehört haben"

Genau deswegen mahnte Sagna am Freitagmittag: "Wir müssen das Spiel so beginnen, wie wir gegen Irland aufgehört haben." Schließlich könne man sich nicht andauernd darauf verlassen, dass eine Schlussoffensive reiche. Dass auf die Franzosen das wichtigste Spiel seit einer halben Ewigkeit zukommt, ist dem Gastgeber bewusst. Öffentlich aber versuchte Sagna, den Stellenwert herunterzuschrauben: "Ein Viertelfinale ist ein Viertelfinale, ob bei einer EM oder einer WM. Es bleibt eine Etappe für einen Fußballer", so der Defensivspezialist von Manchester City.

Wer ersetzt Gelb-Sünder Adil Rami in der Innenverteidigung?

Wer ersetzt Gelb-Sünder Adil Rami in der Innenverteidigung? Getty Images

Ein wichtiger nächster Schritt auf der Karriereleiter könnte es für Samuel Umtiti werden. Der 22-Jährige ist auf dem Sprung zum FC Barcelona - und auch in die französische Anfangself? Denn: Neben Arbeitsbiene N'Golo Kanté ist auch Innenverteidiger Adil Rami Gelb-gesperrt, die Position neben Laurent Koscielny ist vakant. Auf Nachfrage ließ Sagna nicht hinter die Kulissen blicken, der Rechtsfuß sagte nur geheimnistuerisch: "Ich bin nicht besorgt."

Die Gelbe Gefahr macht den Franzosen aber auch mit Blick auf ein mögliches Halbfinale Sorgen. Ausgerechnet die beiden Leistungsträger Olivier Giroud und Abwehrspieler Koscielny drohen beim Kampf ums Endspiel zu fehlen. Die Deschamps-Elf ist aber gut beraten, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Statistisch gesehen kann gegen Island kaum etwas passieren: In den elf direkten Duellen verlor Frankreich nie (acht Siege, drei Unentschieden - 30:8 Tore). Ähnliche Zahlen sprachen aber auch schon für England, der Rest ist bekannt.

msc