Buffon will noch zwei Jahre spielen

Conte: "Wir werden keine Opfer sein"

Antonio Conte

Hat noch keine Lust, die Koffer zu packen: Italiens Coach Antonio Conte. Getty Images

Aus Paris berichtet Mounir Zitouni

Zur offiziellen Pressekonferenz kam die italienische Mannschaft mit Verspätung ins Stade de France. Auch die Italiener waren gegen den Stau in der französischen Hauptstadt nicht gefeit. Doch von Hektik keine Spur, entspannt schritten die Spieler zehn Minuten über das Spielfeld, standen zusammen, flachsten und lachten. Am morgigen Montag wird es ernster zugehen, wenn es gegen Spanien geht.

"Es ist ein Spiel ohne Morgen für eine der beiden Mannschaften", sagte Trainer Antonio Conte. "Aber ich habe keine Lust, die Koffer zu packen. Wir werden keine Opfer sein, Spanien muss schon was zeigen, um uns zu schlagen." Und Torwart Gigi Buffon fügte hinzu: "Es stimmt, dass wir die letzten vier Spiele, in denen es um etwas ging, verloren, gerade das Finale 2012 ging klar an Spanien, aber damals kamen wir müde ins Finale. Dennoch: Zweimal stand es remis nach 120 Minuten und wir können sagen, dass wir das einzige Team waren, das den Spaniern in der Vergangenheit bis auf 2012 richtig weh tun konnte."

Italien will sich nicht verstecken. "Ich höre die ganze Zeit Defensive, Defensive, Defensive. Ihr müsst auf Morata aufpassen, auf Iniesta, aber wir haben auch unsere Qualitäten, wenn wir den Ball haben", sagt Conte kämpferisch. Gerade das Duell des Ex-Juve-Spielers Alavaro Morata mit seinen ehemaligen Kollegen aus Turin wird spannend werden. "Alvaro weiß manchmal nicht, wie stark er ist. Er ist immer da in großen Spielen und trifft", so Buffon. "Spanien ist nicht Morata, aber er ist die Gefahr Nummer 1."

Buffons Rat an Morata fruchtete

Das Verhältnis zwischen Buffon und Morata ist ein besonderes. Zu Beginn der Saison hatte der erfahrene Torwart in Turin dem jungen Stürmer geraten, "aufhören zu weinen und sich zu beklagen, sondern anzugreifen", so Buffon, dann komme er wieder auf sein Niveau. "Und so ist es auch gekommen, weil Alvaro einer ist, der zuhören kann", sagte Buffon, der mit seinen 38 Jahren noch lange nicht ans Aufhören denkt. "Ich möchte noch zwei Jahre auf diesem Niveau spielen, wenn meine Leistungen stimmen und der Trainer zufrieden ist."

Buffon wird damit auch in Russland 2018 dabei sein, vorausgesetzt, Italien qualifiziert sich und der Torwart verletzt sich nicht. Doch zunächst geht es um den Titel bei der EURO. Ein Sieg gegen Spanien ist Pflicht dafür. "Nichts ist unmöglich im Fußball und wir glauben daran", gibt Conte die Marschrichtung vor.

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