Italien und die Sieglosserie gegen "La Furia Roja"

Candreva vergrößert Sorgen - Teamgeist wie 2006

Antonio Candreva

Das tut weh: Antonio Candreva kann Italien gegen Spanien nicht mit etlichen Flügelläufen unterstützen. Getty Images

Die Wiederauflage des EM-Finals von 2012 steht am Montag (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de) bevor. Italien trifft auf Spanien. Damals fertigte "La Furia Roja" bekanntlich die "Squadra Azzurra" mit 4:0 vom Feld. Giorgio Chiellini hatte sich jüngst noch einmal erinnert und zugegeben : "Wir waren nicht mehr in der Lage, ihnen einen Kampf anzubieten. Wir konnten uns nicht mehr vom Deutschland-Spiel (2:1 im Halbfinale; Anm.d.Red.) erholen." Der Innenverteidiger hatte ergänzt: "Spanien ist seit 2008 unser Angstgegner."

Da ist definitiv etwas dran: Italien gewann nur eines der vergangenen elf Spiele gegen Spanien; das Freundschaftsspiel am 10. Oktober 2011 (2:1). Zweimal, im EM-Viertelfinale 2008 und im Halbfinale des Confed Cup 2013, schafften es die Azzurri immerhin ins Elfmeterschießen - und verloren doch. Letzter Erfolg in einem Pflichtspiel: das 2:1 im WM-Viertelfinale 1994.

Nun soll sich alles ändern: Die Azzurri wollen den amtierenden Europameister und Weltmeister von 2010 unbedingt besiegen. Mit einer felsenfesten Verteidigung natürlich, mit einem dichten Mittelfeld und mit schnellen und effektiven Nadelstichen in der Offensive.

Das Mittelfeld - Italiens Baustelle

Genau im Mittelfeld wird Italien aber vom Verletzungspech heimgesucht - schon weit vor Turnierbeginn ging es los. Aufbauspieler und Bindeglied Claudio Marchisio von Juventus Turin? Kreuzbandriss! Offensivgeist und Dribbler Marco Verratti von Paris Saint-Germain? Leisten-OP! Milan-Kapitän Riccardo Montolivo? Hartnäckige muskuläre Probleme! Gut, dass man immer noch Granden wie Daniele de Rossi (AS Rom) im Zentrum hat.

Nun tat sich aber auf dem Flügel ein Problem auf: Der bislang äußerst effektiv auf der rechten Seite Dampf machende Antonio Candreva fällt gegen Spanien aus. Der 29-Jährige von Lazio Roma werde nach seiner Adduktorenverletzung nicht rechtzeitig fit, teilte der italienische Verband am Samstag mit. Der Ausfall ist ein herber Rückschlag für Nationalcoach Antonio Conte, gehörte der Flügelspieler gegen Belgien (2:0) und Schweden (1:0) doch zu den im Angriff auffälligsten Akteuren.

Vorschau

Conte muss also wieder improvisieren und Ersatz finden. Als wahrscheinlich gilt es, dass Alessandro Florenzi die rechte Seite bekleidet und die dann frei werdende linke Bahn von Matteo Darmian (Manchester United) beackert wird. Mattia De Sciglio (AC Milan), Federico Bernardeschi (AC Florenz) oder Stephan El Shaarawy (AS Rom) wären weitere Alternativen.

Cannavaro glaubt vor allem an die Abwehr

In erster Linie zählt für Italien aber ohnehin eine starke Abwehrarbeit - wie auch Ex-Nationalspieler Fabio Cannavaro (Weltmeister 2006) gegenüber der "Gazzetta dello Sport" sagte: "Gianluigi Buffon hat mit Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini eine Garantie vor sich. Gemeinsam können sie große Dinge schaffen."

Barzagli vergleicht Team mit Weltmeistern von 2006

Erwähnter Barzagli kennt noch einen wichtigen Grund, der für Italien spricht: Die aktuelle Auswahl hat einen ähnlichen Teamgeist wie das Weltmeister-Team vor zehn Jahren. "Der war sicherlich immer da, aber nicht so wie jetzt. Es hatten nicht immer alle so sehr das gleiche Ziel. Das erinnert mich sehr an 2006", sagte der frühere Wolfsburger am Samstag in Montpellier. Diese Geschlossenheit soll Basis dafür sein, dass die Azzurri den Spaniern beikommen können. "Niemand ist chancenlos im Fußball, das ist sicher", sagte Barzagli, einer der Weltmeister von 2006. "Wir werden versuchen, ihnen weh zu tun."

mag/aho

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