EM

Almer lässt Österreich träumen

"Finale" gegen Island am Mittwoch

Almer lässt Österreich träumen

Hielt sein Team im Rennen: Keeper Robert Almer

Hielt sein Team im Rennen: Keeper Robert Almer. picture alliance

Aus Paris berichtet Mounir Zitouni

Doch im Prinzenpark-Stadion zeigte er eine herausragende Leistung. Vier Jahre spielte er auch in Deutschland. Doch wer in Cottbus den Namen Robert Almer fallen lässt, der bekommt nur wenig Erhellendes zu hören. Der österreichische Nationalspieler, der in der Saison 2013/14 bei den Lausitzern unter Vertrag stand, hat nur wenig Spuren im Osten der Republik hinterlassen. Am Ende einer schwierigen Saison stieg Almer mit dem Verein sang- und klanglos aus der zweiten in die dritte Liga ab; die entscheidenden Spiele musste der Keeper von draußen anschauen. Zunächst hatte er seinen Stammplatz an einen Mann namens René Renno verloren, dann warf ihn eine Muskelverletzung aus dem Rhythmus.

Es folgte ein Jahr ohne Einsatz in Hannover hinter Ron-Robert Zieler, bevor er 2015 wieder zu Austria Wien wechselte, dem Klub für den er nun schon das vierte Mal spielt. Elf Wechsel hat der 32-Jährige bereits hinter sich gebracht. Deutschland, das war nicht so sein Pflaster. Auch in Düsseldorf konnte sich Almer nicht durchsetzen, spielte in zwei Jahren dort nur zwölfmal.

Ganz anders in Österreich, wo Almer als bester Torwart der Liga gilt und schon in der EM-Qualifikation seinem Team den einen oder anderen Punkt rettete. Gegen Portugal war es allein ihm zu verdanken, dass das ÖFB-Team nicht frühzeitig in diesem Turnier die Segel streichen muss. "Er war der Man of the match", so Julian Baumgartlinger. Und Kapitän Christian Fuchs lobte: "Almer hat auch schon in der Quali gute Leistungen gezeigt, wir sind froh, dass er hinten drin steht. Er war ein sehr starker Rückhalt."

"Finale" gegen Island

Robert Almer

Erhielt viel Lob von seine Kollegen: Robert Almer. imago

Dank Almer darf Österreich nun vom Achtelfinale träumen. "Jetzt haben wir das Finale gegen Island", freute sich David Alaba, der einen ganz schlechten Tag erwischte und von Trainer Marcel Koller nach etwa einer Stunde aus dem Spiel musste. "Verletzungsbedingt war es nicht", so der Bayern-Star nach dem Spiel zur ARD. "Ich weiß nicht, warum er mich rausgenommen hat. Glücklich war ich nicht über die Auswechslung."

Gegen Island dürfte Alaba dennoch wieder in der Startelf stehen. "Wir freuen uns auf Island. Es wird ein anderes Spiel, aber wichtig ist, dass wir es nun selber in der Hand nehmen", so Alaba. Das verlorengegangene Selbstvertrauen ist jedenfalls ein Stück weit zurück bei den Österreichern. "Gegen Portugal hat keiner was erwartet, deshalb ist es ein schöner Punkt", freute sich Fuchs. "Gegen Island geht es jetzt um alles oder nichts. Das wird auf alle Fälle sehr körperbetont. Wir wollen Gas geben und schauen, dass wir weiter kommen", so Fuchs.