Kommentar von kicker-Chefreporter Oliver Hartmann

Löw geht neue Wege: Aus gutem Grund

Mats Hummels

Nach seiner Wadenverletzung wieder in der Startaufstellung: Mats Hummels. imago

Bislang hatte er stets jene Elf, die das Eröffnungsmatch siegreich gestaltete, auch in der Folgepartie auflaufen lassen, sowohl bei den Europameisterschaften 2008 und 2012 wie auch bei den Weltturnieren 2010 und 2014. Im Übrigen mit überschaubarem Erfolg: Nur bei der EURO 2012 gewann die DFB-Auswahl ihr zweites Spiel, mit 2:1 gegen die Niederlande.

In Frankreich geht Löw nun mit der Berufung von Mats Hummels für Shkodran Mustafi in der Innenverteidigung einen neuen Weg, und das hat gute Gründe. Hummels hat augenscheinlich seine im DFB-Pokalfinale erlittene Wadenverletzung vollständig auskuriert und in den der Öffentlichkeit vorenthaltenen Trainingseinheiten wieder zur Wettkampform zurückgefunden. Zumindest sieht das der Bundestrainer so. Da ist es nur logisch, dass Löw diese absolute Stammkraft auch wieder so schnell wie möglich in seine Startelf einbaut.

kicker-Chefreporter Oliver Hartmann

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Hummels/Boateng in Verbindung mit Neuer sind ein Weltmeister-Bollwerk, das in dieser Qualität kaum eine Nation vorweisen kann. Und alle drei besitzen möglicherweise wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Polens Weltklassestürmer Robert Lewandowski.

Für Mustafi ist die Rückversetzung ins Reservistentum persönlich eine Enttäuschung – zumal er sich gegen die Ukraine erstmals als Torschütze auszeichnen konnte. Der Valencia-Verteidiger hatte sich allerdings auch einige Patzer in seinem Kerngeschäft, der Abwehrarbeit, erlaubt, die zu ukrainischen Torchancen führten. Kurzum: Er hatte Hummels gut vertreten, ohne ihn verdrängen zu können.

Bilder zur Partie Deutschland - Polen