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Smolov: "Wir haben immer noch eine Chance"

Neustädter verlässt kommentarlos das Stadion

Smolov: "Wir haben immer noch eine Chance"

Fyodor Smolov

Denkt nicht ans Aufgeben: Russlands Fyodor Smolov (l.). Getty Images

Aus Lille berichten Frank Linkesch und Jörg Wolfrum

Sportliche Diskussionen erübrigten sich in den Tagen zwischen dem glücklichen 1:1 gegen England und dem Duell mit der Slowakei. Viererkette, Abseitsfalle, Achtelfinale: Die gewalttätigen Ausschreitungen russischer Randalierer - bitte nicht mit Fans verwechseln - beschäftigten Trainer Leonid Slutskiy und seine Spieler mehr, als ihnen lieb war. Als Ausrede wollte der russische Nationalcoach dies nach dem 1:2 gegen die Slowakei jedoch nicht gelten lassen, der insgesamt schwache Auftritt rückt nun das Fußballerische in den Vordergrund, zumal es auf den Rängen weitgehend friedlich blieb.

Bekannten Defizite, unbewegliche Defensive

Russland droht nach der Niederlage mit nur einem Punkt aus zwei Partien ein frühes Ausscheiden. Dabei offenbarte die Mannschaft gegen keinesfalls übermächtige Slowaken ihre bekannten Defizite. Schon ein überdurchschnittlicher Offensivspieler wie Marek Hamsik reicht aus, um die unbewegliche Defensive in arge Probleme zu stürzen. Smolnikov und Berezutski ließen sich beim 0:1 erst von einem langen Hamsik-Pass, dann von Vladimir Weiss düpieren. Bei Hamsiks Traumtor pennte nach einer kurzen Ecke dann die ganze Abwehr, Oleg Shatov, eigentlich der "Zehner", konnte auch nicht mehr eingreifen.

"Müssen nach vorne schauen"

In der Offensive zeigten die Russen zwar immer mal wieder ihre feine Technik, durchsetzen konnten sie sich aber bis auf die Schlussphase nicht wirklich. "Das einzig Positive ist, dass wir immer noch eine Chance haben", sagte Fyodor Smolov, der nach dem Schlusspfiff noch enttäuscht auf den Rasen gesunken war. Auch Torschütze Denis Glushakov denkt nicht ans Aufgeben: "Wir müssen nach vorne schauen und hundert oder sogar zweihundert Prozent geben. Dann bekommen wir ein Resultat. Gegen Wales bleibt uns keine andere Option als zu gewinnen."

Neustädter fraglich

Ob dann Roman Neustädter zum dritten Mal in der Startelf stehen wird, ist mehr als fraglich. Slutksiy wechselte den Schalker nach schwachen 45 Minuten aus, dieser verließ kommentarlos das Stadion Pierre Mauroy in Lille.

Bilder zur Partie Russland - Slowakei