Morata stürmt wohl - Marcelino könnte del Bosque folgen

Generationenkampf: "San Iker" oder de Gea?

Wer hat zum EM-Start die Nase vorn? David de Gea (l.) und Iker Casillas streiten sich um den Platz im Tor.

Wer hat zum EM-Start die Nase vorn? David de Gea (l.) und Iker Casillas streiten sich um den Platz im Tor. picture alliance

Es bleibt wohl spannend bis zum Schluss, wer das Rennen zwischen den Pfosten macht. Ob Casillas oder de Gea im Auftaktspiel gegen Tschechien am Montag (15 Uhr, LIVE! bei kicker.de) im Tor steht, ließ Nationaltrainer del Bosque offen. "Ich muss die Entscheidung über die Torhüter nicht jetzt treffen", verlieh der 65-Jährige seinen Gedankengängen noch einmal Nachdruck. Am Dienstagabend steht die EM-Generalprobe in Getafe gegen Georgien auf dem Programm. "Es ist gut möglich, dass de Gea spielen wird. Casillas hat das gegen Südkorea getan, das ist alles, was ich sagen kann", gibt sich del Bosque weiter geheimnistuerisch.

Fans drücken de Gea die Daumen

Geht es nach der spanischen Bevölkerung, gehört de Gea nicht nur die Zukunft, sondern auch in Frankreich ins Tor. Für den 35-jährigen Casillas vom FC Porto spräche dagegen die Erfahrung von 166 Länderspielen. In der jüngeren Vergangenheit tauschte del Bosque zwischen den Pfosten munter durch - und vermied so Reibungen. Unmut wollte im Vorfeld natürlich keiner der Bewerber aufkommen lassen. "Der Trainer wird entscheiden müssen", so Casillas diplomatisch. Der Weltmeister von 2010 und Europameister von 2012 ist eine feste Institution bei "La Roja". Spanische Medien gehen aber eher davon aus, dass der Routinier in Frankreich die Bank drücken muss. Vorteil: de Gea.

Keinen derart erbitterten Kampf um seinen Stammplatz muss sich Senkrechtstarter Nolito liefern. Der 29-Jährige hat auf seine alten Tage die Form seines Lebens gefunden, spielte bei Celta Vigo eine hervorragende Saison. "Wir haben ihn wegen seiner Form reingebracht und weil er ein Spezialist auf dem Flügel ist - es gibt nicht viele wie ihn", lobte del Bosque kürzlich. Ähnliches trifft auch auf Angreifer Aritz Aduriz (Bilbao) zu, der mit 35 Jahren wie der Phoenix aus der Asche kam . Ihm traut man in Spanien eine gute Rolle bei der EM zu - allerdings nicht von Anfang an. Juventus-Stürmer Alvaro Morata gilt als Favorit im 4-1-4-1-System des Titelverteidigers, auch wenn ihn zuletzt muskuläre Probleme plagten.

Abwehr und Mittelfeld gesetzt - Was ist an Marcelino dran?

Lernten sich in der Europa League näher kennen: Liverpools Jürgen Klopp und Villarreal-Coach Marcelino.

Lernten sich in der Europa League näher kennen: Liverpools Jürgen Klopp und Villarreal-Coach Marcelino. picture alliance

Ansonsten scheint sich die spanische Elf von alleine aufzustellen: In der Abwehr werden wohl Atleticos Juanfran, Sergio Ramos (Real Madrid), Gerard Piqué und Jordi Alba (beide FC Barcelona) beginnen. Im Mittelfeld sind Sergio Busquets, Andres Iniesta (beide FC Barcelona), David Silva (ManCity), Cesc Fabregas (FC Chelsea) und Atleticos Koke gesetzt.

Und auch bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger für den nach der Europameisterschaft in Frankreich höchstwahrscheinlich scheidenden del Bosque brachte die "Marca" Licht ins Dunkel. Marcelino vom FC Villarreal, mit dem sich Jürgen Klopp in der Europa League ein heißes Duell lieferte , ist in den engen Favoritenkreis vorgerückt. Del Bosque selbst hat sich noch nicht konkret zu seiner Zukunft geäußert. Sein Vertrag läuft aber mit dem EM-Finale am 10. Juli aus, der Abgang des Weltmeister- und Europameistertrainers nach acht Jahren gilt als beschlossene Sache. Möglicherweise rückt der 65-Jährige auf einen anderen Posten im spanischen Verband.

msc