Verletzung verhindert EM-Teilnahme

Reus' trauriger Geburtstag

Marco Reus

Wieder nichts: Für Marco Reus zerplatzt mal wieder ein Traum. imago

Schon vor zwei Jahren hatte Reus die sichere WM-Teilnahme absagen müssen, nachdem er sich im letzten Test gegen Armenien (6:1) einen Riss der vorderen Syndesmose und einen knöchernen Bandausriss zugezogen hatte. Statt in Brasilien verbrachte er den wohl traurigsten Sommer seines Lebens an der Seite eines Dortmunder Physiotherapeuten in der Reha. Wie tief der Schmerz über die verpasste Weltmeisterschaft war - darüber sprach Reus später in einem ungewöhnlich bewegenden kicker-Interview. "So eine Enttäuschung ist schwer zu greifen", sagte er, "für mich ist ein Traum zerplatzt".

Auch ein "Wunderheiler" half am Ende nichts

Die Teilnahme am kontinentalen Championat in Frankreich verhindert eine hartnäckige Adduktoren-Problematik, die Reus nun schon länger begleitet. Erst im Januar hatte er sich entschlossen, im niederländischen Gulpen den Osteopathen Hub Westhovens zu konsultieren. Regelmäßige Behandlungen bei dem als "Wunderheiler" geltenden Spezialisten sollten ihn fit für die anstehenden Belastungen in Klub und Nationalmannschaft machen. Dass Vereinstrainer Thomas Tuchel ihm unterstützend so viele Pausen wie nur eben vertretbar einräumte, half ihm, zumindest in der Liga über die Runden zu kommen. Die Europameisterschaft verpasst er nun trotzdem.

So endete die Saison am 21. Mai unerwartet früh für ihn, genau um 22:47 Uhr, als Reus im Elfmeterschießen des Berliner Pokalfinales sicher verwandelte. Nur für einen kurzen Moment lebte die Hoffnung auf den ersten großen Titel seiner Karriere weiter, dann zerstörte Bayerns Douglas Costa auch diesen Traum. Ins Trainingslager der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft reiste Reus schon verletzt an und erhielt am Dienstag kein Turnier-Ticket, weil er nach einer Woche in Ascona "nur geradeaus laufen" konnte, wie Joachim Löw verriet.

Weigl: "Gute Besserung Bruder"

Als am 7. Juni 2014 der schlimme Verdacht zur bitteren Gewissheit wurde und Reus die WM-Teilnahme absagen musste, hatte er anfangs Mühe, seine seelische Balance wiederzufinden. "Die ersten Tage waren extrem hart", gestand er dem kicker. Julian Weigl hat seinem Teamkollegen schnelle Genesungswünsche geschickt. "Gute Besserung, Bruder", twitterte er, "ich denk an dich!" BVB-Senkrechtstarter Weigl hat den Sprung ins endgültige Aufgebot geschafft.

Thomas Hennecke

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