2. Bundesliga

"Unbeschreiblich!" - Würzburg marschiert durch

Kickers steigen in die 2. Liga auf

"Unbeschreiblich!" - Würzburg marschiert durch

Würzburger Kickers

Geschafft: Die Würzburger Kickers gewannen auch das Relegations-Rückspiel und stiegen in die 2. Liga auf. picture alliance

Kickers vertrauen auf das rote Riff

Nach einem 2:0-Heimsieg im Hinspiel hatte Würzburg vor dem Rückspiel in Duisburg alle Trümpfe in der eigenen Hand. Entsprechend defensiv liefen die Kickers in der mit 29.500 Zuschauern gefüllten Schauinsland-Reisen-Arena auf. Mit zwei eng zusammenstehenden Viererketten sowie Ioannis Karsanidis und Elia Soriano als "Abfangjäger" davor erwarteten die Unterfranken die gegnerischen Angriffe. "Dass wir hier gegen anlaufende Duisburger spielen werden, das war uns von Anfang an klar", sagte FWK-Innenverteidiger Clemens Schoppenhauer, der mit seinen Nebenleuten ein echtes Bollwerk errichtete. Immer wieder liefen die Zebras auf ein rotes Riff auf: In den Zweikämpfen war Würzburg bissiger und giftiger - der MSV entwickelte keinerlei Durchschlagskraft. "Duisburg hat von Anfang an Druck gemacht. Unsere Aufgabe war es, dagegenzuhalten", sagte Fennell.

2. Bundesliga-Relegation - Relegation
Trainersteckbrief Hollerbach

Hollerbach Bernd

Spielersteckbrief Soriano

Soriano Elia

Spielersteckbrief Weil

Weil Richard

Spielersteckbrief Fennell

Fennell Royal-Dominique

Spielersteckbrief Schoppenhauer

Schoppenhauer Clemens

Würzburger Kickers - Vereinsdaten

Gründungsdatum

17.11.1907

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Schoppenhauers Eigentor - Vier Minuten Alarmstufe Rot

Spielbericht

Und trotzdem mussten die Kickers einen Schock verdauen: Nach einer Flanke von Giorgi Chanturia traf Schoppenhauer ins eigene Tor (33.). "Ich stehe einen Schritt zu weit vorne, dadurch kriege ich keinen Druck hinter den Ball", erinnert sich der 24-jährige Blondschopf an die Szene, "dann kann ich den Ball nur noch mit dem Kopf streifen und verlängere unglücklich ins eigene Tor." Der Funke sprang nun vom Rasen auf die Ränge über und der Duisburger Hexenkessel machte Eindruck bei den Kickers, die normalerweise vor durchschnittlich 5.262 Zuschauern spielen. "Nervös waren wir nicht", sagte Fennell, aber "wir mussten uns erstmal schütteln. Wir haben viele junge Spieler, bei einem zweiten Gegentor wäre es eklig geworden. Deswegen war es wichtig, dass wir bei so einer Kulisse direkt wieder das 1:1 gemacht haben."

Sorianos Tor nimmt den Druck

Elia Soriano

"Einfach machen!": Würzburgs Aufstiegsheld Elia Soriano. picture alliance

Nur vier Minuten später spielte Richard Weil Elia Soriano am Elfmeterpunkt an. Würzburgs Top-Torjäger (13 Spiele, acht Tore, kicker-Notenschnitt 2,88) drehte sich um die eigene Achse und traf zum 1:1 (37.). "Dadurch haben wir den Druck nehmen können", sagte Schoppenhauer. "Wir sind wieder im Rennen", dachte sich Fennell. Der Treffer war allerdings mehr als das. Das Auswärtstor geriet zum Sargnagel für die Zebras, die nun drei Tore hätten erzielen müssen, um den Abstieg noch abzuwenden. Doch der Abwehrwall der Kickers hielt Stand. Rico Benatelli sorgte mit einem fulminanten Treffer in der Nachspielzeit gar noch für das i-Tüpfelchen und den 2:1-Endstand (90.+2).

Weil: "Geil! Überragend! Ein Weltklasse-Gefühl!"

Würzburger Kickers

Die Würzburger Kickers feiern den zweiten Aufstieg in zwei Jahren mit ihren Fans. picture alliance

Auf dem Rasen war nun kein Halten mehr: Würzburgs Kicker fielen sich in die Arme, brüllten ihre Freude hinaus. "Nie mehr 3. Liga", hallte es aus dem Gäste-Block und später auch aus der Kabine. "Es ist einfach nur geil! Überragend! Einfach nur ein Weltklasse-Gefühl", strahlte Weil über beide Ohren. "Unbeschreiblich!", konnte auch Schoppenhauer seine Emotionen kaum in Worte fassen, "wir haben das ganze Jahr darauf hingearbeitet. Es ist unbeschreiblich, ich kann es noch gar nicht realisieren, dass wir es durchgezogen und geschafft haben."

Nowitzki gratuliert via Twitter

Der erste prominente Gratulant war Basketball-Superstar Dirk Nowitzki: "Nie mehr 3. Liga. Wahnsinn", twitterte der wohl bekannteste Würzburger. Auch Rainer Koch, Präsident des bayerischen Fußball-Verbandes, bestellte Glückwünsche: "Die Würzburger Kickers haben einen furiosen Aufstieg hingelegt und in der Region eine riesige Begeisterung entfacht. Innerhalb von fünf Jahren von der Landesliga in die 2. Bundesliga - vor dieser Leistung kann man nur den Hut ziehen."

Architekt Hollerbach

Der Architekt des Erfolgs ist zweifelsohne FWK-Trainer Bernd Hollerbach. "Heute ist ein spezieller Tag für unseren Klub. Was die Mannschaft im letzten halben Jahr geschafft hat, ist unglaublich. Ich kann es noch gar nicht begreifen. Was in den letzten zwei Jahren hier passiert ist, muss ich erst einmal realisieren. Ich muss erstmal ein paar Tage darüber schlafen", sagte der gebürtige Würzburger.

Harte Arbeit, Zusammenhalt und ein bisschen einen Plan hatten wir auch.

Würzburgs Trainer Bernd Hollerbach

Angesprochen auf das Erfolgsrezept seiner Kickers antwortete der 46-Jährige: "Wir haben halt hart gearbeitet, zusammengehalten und ein bisschen einen Plan hatten wir auch gehabt."

cru/lei

Jubel, Tränen, Dramatik - Relegation zur 2. Liga