EM für England-Youngster Rashford in Gefahr?

Lingard krönt United - Was passiert mit van Gaal?

Schenkte Trainer Louis van Gaal seinen ersten Titel bei United: Manchesters Jesse Lingard traf zauberhaft zum Sieg.

Schenkte Trainer Louis van Gaal seinen ersten Titel bei United: Manchesters Jesse Lingard traf zauberhaft zum Sieg. picture alliance

Der FA Cup ist der älteste Pokalwettbewerb der Welt: In der 135. Ausgabe forderte Außenseiter Crystal Palace das große Manchester United. Die erste Viertelstunde gehörte dem Favoriten, der erstmals in Person von Rashford vor dem gegnerischen Tor auftauchte (10.). Acht Minuten später wurde es auf der Gegenseite brenzlig: Wickham biss sich gegen Smalling durch, stand nach einem Foul direkt wieder auf und knallte die Kugel ins Netz. Der Treffer erhielt aber keine Anerkennung, weil Referee Mark Clattenburg vorschnell dazwischengepfiffen hatte. Beim folgenden Freistoß konnte Bolasies Kopfball de Gea nicht wirklich in Verlegenheit bringen.

Anders Matas Schuss aus spitzem Winkel, der Palace-Schlussmann Hennessey zu einer starken Parade zwang (22.). Und United biss sich in der gegnerischen Hälfte fest: Fellainis Kopfball ging knapp neben den Pfosten, Martial schoss nach überragender Rashford-Vorarbeit Ward auf der Linie ab (26., 33.). Bis zur Pause passierte dann nur noch wenig, Clattenburg hatte in vielen engen Szenen alle Hände voll zu tun - und sah nicht immer glücklich aus.

Red Devils bangen um Rojo und Rashford

Zu Beginn der zweiten Halbzeit stand wieder der Sport im Vordergrund. Palace war zwar giftig, hatte Uniteds Spielstärke aber wenig entgegenzusetzen. Fellaini knallte die Kugel aus zehn Metern ans Lattenkreuz, Hennessey rettete bei Martials bilderbuchmäßigem Kopfball der Pfosten (61.). Palace wehrte sich mit unfairen Mitteln: Nach einem Foul von Delaney musste Rojo verletzungsbedingt runter, anschließend trat Cabaye Rashford aufs Knie (wurde ebenfalls ausgewechselt).

Brachte Palace vermeintlich auf Kurs: Jason Puncheon (oben) erzielte die späte Führung.

Brachte Palace vermeintlich auf Kurs: Jason Puncheon (oben) erzielte die späte Führung. picture alliance

Richtig interessant wurde es dann in der 78. Minute: Fellainis verunglückten Klärungsversuch brachte Ward wieder auf den zweiten Pfosten, wo der eingewechselte Puncheon aus spitzem Winkel vollstreckte - 1:0. Ein Schock für die Red Devils? Mata bewies das Gegenteil, weil Rooney auf den zweiten Pfosten flankte, wo Fellaini für den spanischen Nationalspieler mit der Brust vorlegte - das 1:1 (81.). Die letzten Minuten gehörten aber Palace, Zaha drehte auf und verzog zweimal nur knapp (88., 90.+4).

West Ham in der Europa-League-Qualifikation

Mit Highlights hielten sich die Teams in der Verlängerung zurück, ehe Smalling durch ein taktisches Foul mit Gelb-Rot vom Platz flog (105.+1). Palace wusste daraus aber kein Kapital zu schlagen. Ganz im Gegenteil: Valencia suchte Martial und fand nur Delaney, der unfreiwillig auf Lingard ablegte. Der letzte Joker von van Gaal, den der Niederländer noch in der regulären Spielzeit gezogen hatte, bedankte sich - und schweißte die Kugel mit einem unglaublichen Volley ins linke obere Eck (110.). Von diesem Schock erholte sich der Außenseiter nicht mehr - und verpasste die große Titelchance. Und nicht nur die: Auch die Europa League blieb damit ein Traum, in der Qualifikation für den Wettbewerb steht nun der Premier-League-Siebte West Ham. Van Gaals Chancen, seinen Job bei United zu behalten, wuchsen durch die erste Trophäe in seinem zweiten Jahr im Amt fraglos. Doch ob das reicht?

Geht es nach dem Niederländer, reicht das: "Es ist fantastisch, dass wir den Titel gewinnen konnten. Für den Klub, für die Fans und natürlich auch für mich. Ich habe jetzt in vier Ländern den Pokal gewonnen. Dies können nicht viele Trainer von sich behaupten", erklärte der 64-Jährige hinterher.

msc