Gründe, eSport-Nachwuchs und Dota 2

Schalke im eSport: Motive und Zukunftspläne

Jacob Toft-Andersen, Etienne Michels, Patrick Funke, Hampus Abrahamsson, Tim Reichert.

Jacob Toft-Andersen, Etienne Michels, Patrick Funke, Hampus Abrahamsson, Tim Reichert. kicker eSport

Anfang der Woche verkündete der FC Schalke 04 seinen Einstieg in den eSport. Der Bundesligaverein übernahm das League of Legends-Team Elements und wird somit in der Sommersaison der europäischen LCS antreten. Mit Etienne 'Steve' Michels als Toplaner, Berk 'Gilius' Demir im Dschungel, Hampus 'Fox' Myhre in der Mitte, Rasmus 'MrRallez' Skinneholm als AD-Carry und Hampus 'sprattel' Abrahamsson als Supporter soll der Summer Split dominiert werden. Außerdem wird der erfahrene Patrick 'Nyph' Funke den Jungs als Coach zur Seite stehen. In der offiziellen Pressekonferenz am Donnerstag, den 19. Mai gab das Team weitere Infos bekannt.

"Der eSport ist die Zukunft"

Am Anfang stand eine große Frage im Raum: warum? Moritz Beckers-Schwarz, Geschäftsführer der FC Schalke 04 Arena Management GmbH, erklärte, dass der Einstieg in den eSport keine kurzfristige Entscheidung war. Der Verein wolle sich international aufstellen und in weitere Richtungen expandieren. Bei dieser Überlegung fiel der Blick auch auf den elektronischen Sport. "Der eSport ist die Zukunft und League of Legends passt genau zu uns", erklärte Beckers-Schwarz und sagte im selben Atemzug, dass so auch der S04 nach vorne gebracht werden solle. Beide Seiten können hier voneinander lernen. Während der eSport vor allem was Infrastruktur, Spielerverträge und Organisation angeht, noch Luft nach oben hat, will auch der Bundesligist etwas von seiner neuen Addition lernen. Vor allem Livestreaming ist ein wichtiger Aspekt im eSport, dem sich auch Schalke annehmen möchte.

Schalke will "einiges investieren"

Um den Erfolg des eigenen Teams zu gewährleisten, möchte Schalke investieren. "Zwar nicht so viel wie in die Bundesliga, aber doch schon einiges", erklärte Beckers-Schwarz. Die Spieler sollen von den professionellen Strukturen des FC Schalke profitieren und beispielsweise von Physiotherapeuten betreut werden. Es sollen regelmäßige Trainingseinheiten anstehen, damit die Spieler auch körperlich fit bleiben. Denn sowohl mentale als auch körperliche Stärke sei ein wichtiger Teil des eSports, sagte Beckers-Schwarz.

Go big or go home

Der FC Schalke 04 stellt seine Pläne für den eSport vor.

Der FC Schalke 04 stellt seine Pläne für den eSport vor. kicker eSport

Kein Wunder, dass die Erwartungen hoch sind. Als Ziel für die nächste Saison setzte sich Schalke die Play-offs der europäischen LCS. Um dies zu erreichen, müssten die Jungs den nächsten Split mindestens auf dem sechsten Platz abschließen. Letzte Saison war es jedoch gerade mal ein wackeliger siebter Platz. Schalke zeigt sich jedoch überzeugt von der Leistung des eigenen Teams und selbst, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden, solle das Projekt eSport nicht fallen gelassen werden. "Dann wird erst recht gekämpft", erzählte Tim Reichert, Head of eSport beim FC Schalke 04.

"CS:GO passt einfach nicht zum FC Schalke 04"

Daher solle es auch nicht nur bei League of Legends bleiben. Titel wie Overwatch oder Dota 2 stehen ebenfalls auf dem Plan. FIFA soll es sogar schon in naher Zukunft geben, bestätigte Tim Reichert. Counter-Strike: Global Offensive sei aktuell aber kein Thema, da dies einfach nicht zum Verein passe. Um die Werte von Schalke weiter zu tragen, soll es außerdem eine "Youth Academy" geben, welche sich speziell auf den Nachwuchs konzentriert.

Auch der ehemalige Dota-Profi und Schalke eSport-Teammanager Jacob 'Maelk' Toft-Andersen steht dem Ganzen positiv entgegen. Für ihn ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis andere Teams hinterherziehen und der eSport ganze Stadien füllt. Unter anderem auch die Veltins Arena auf Schalke. Moritz Beckers-Schwarz erzählte, dass der FC Schalke 04 auch gerne das heimische Stadion befüllen würde und dafür schon mit Riot Games in Kontakt steht. Eventuell sollen Spieltage von Berlin nach Gelsenkirchen verlegt werden. Dass die LCS komplett auf Schalke stattfindet, was sich der Verein natürlich wünschen würde, ist in Zukunft aber nicht geplant.

Obwohl der FC Schalke 04 immer wieder betonte, dass er loyale und hartnäckige Spieler suche und sich vor allem den Problemen des eSports zuversichtlich stellen möchte, scheint dies im Hinblick auf die Vertragssituation der Spieler nicht unbedingt zuzutreffen So verriet Hampus 'sprattel' Abrahamsson, dass er doch nur einen Vertrag bis zum Ende der Saison bekam.

Kristin Banse

Das ist das eSport-Team des Bundesligisten FC Schalke 04