Österreich: Neuordnung der Topligen wird diskutiert

Salzburg holt den Double-Hattrick - Reform diskutiert

Jonatan Soriano und Naby Keita

Torschützen bei Salzburgs Pokalerfolg: Jonatan Soriano (dreimal) und Naby Keita. imago

Am vergangenen Samstag fand in Salzburg rund um das letzte Ligaspiel gegen den Wolfsberger AC (1:0) die große Meisterfeier statt. Darin haben die Mozartstädter inzwischen Routine: Zum dritten Mal in Folge setzte sich RB in der Liga durch.

Gleiches gelang nun auch im Pokalwettbewerb: 2014 gewannen die Salzburger das Finale gegen SKN St. Pölten mit 4:2 (Stuttgarts Florian Klein und Leverkusens Kevin Kampl trafen zum zwischenzeitlichen 1:0 und 2:1). Im Vorjahr gab es trotz Unterzahl nach Rot gegen Torhüter Peter Gulacsi (41.) ein 2:0 n.V. gegen Austria Wien durch Tore von Jonatan Soriano (96.) und Felipe Pires (108.).

Soriano war auch in diesem Jahr der entscheidende Mann: Dreimal war der Spanier erfolgreich. In der siebten Minute leitete er den Salzburger Sieg gegen die Admira, die die österreichische Bundesliga trotz einer negativen Tordifferenz als Vierter abgeschlossen hatte, ein. Noch vor der Pause erhöhte Naby Keita (28.) auf 2:0, ehe wieder Soriano im zweiten Durchgang auf 3:0 stellte (65.). In der 76. Minute war es Konrad Laimer, der zum 4:0 traf. Kurz vor Schluss erzielte Soriano mit seinem dritten Treffer des Abends das 5:0 per Elfmeter.

Österreichs Bundesliga diskutiert Ligenreform

Im Rahmen des Pokalfinales wurde auf einer Klubkonferenz über die Zukunft des österreichischen Profifußballs diskutiert. Angesichts anhaltender Finanzprobleme steht das Ligensystem vor radikalen Veränderungen. Laut Ligapräsident Hans Rinner soll die Bundesliga von zehn auf zwölf Teams aufgestockt werden. Im Gegenzug soll die zweitklassige, ebenfalls zehn Klubs umfassende "Erste Liga" in eine reine Amateur-Spielklasse umgewandelt werden, die künftig 16 Teams umfasst.

"Es zeichnet sich eine Formatänderung ab. Das Modell 12+16 ist ganz klar favorisiert worden", sagte Rinner. Die Änderung soll zur Saison 2017/18 oder 2018/19 in Kraft treten. Neben dem aktuellen Modell sei auch eine Variante mit 14 Erst- und 16 Zweitligisten diskutiert worden, teilte die Liga mit.

Auf einer Klubkonferenz in Klagenfurt am 31. Mai und einer anschließenden außerordentlichen Hauptversammlung sollen entsprechende Reformbeschlüsse gefasst werden. Diese bedürfen vor Inkrafttreten noch der Zustimmung des ÖFB-Präsidiums.

Hintergrund sind chronische Geldprobleme im österreichischen Fußball, die vor allem die zweitklassigen Klubs betreffen. Vor wenigen Tagen hatte der Bundesliga-Absteiger SV Grödig angekündigt, seinen Platz in der "Ersten Liga" freiwillig zu räumen, weil der Spielbetrieb dort nicht finanzierbar sei. Fast alle Vereine in Österreichs zweithöchster Spielklasse sind mehr oder weniger vom wirtschaftlichen Kollaps bedroht. "Nachdem die wirtschaftlichen Herausforderungen, insbesondere in der Sky Go Ersten Liga, zunehmend schwieriger werden, liegt es in unserer Sorgfaltspflicht, jetzt über alle Möglichkeiten nachzudenken", erklärte Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer.

bru/drm/sid