3. Liga

Hollerbach freut sich auf das Duell der Totgesagten

Würzburgs Trainer sieht Duisburg in der Favoritenrolle

Hollerbach freut sich auf das Duell der Totgesagten

Bernd Hollerbach

Ein Daumen für Liga zwei? Bernd Hollerbach und die Würzburger Kickers klopfen an die Tür zum Unterhaus. picture alliance

Mit Euphorie in eine Abstiegsrelegation? Im Überschwang von Glücksgefühlen in zwei Duelle, in denen die Existenz in der 2. Bundesliga auf dem Spiel steht, Arbeitsplätze am seidenen Faden hängen? Es ist schon ein wenig sonderbar, dass ein Team, das am Abgrund zur Drittklassigkeit steht, derartige Vorfreude empfindet. Doch der MSV Duisburg war bereits abgeschrieben - und hat sich am letzten Spieltag durch ein 1:0 gegen den designierten Bundesligisten RB Leipzig die Chance auf den Klassenerhalt bewahrt. "Ich finde es klasse, weil sich jetzt zwei Mannschaften treffen, die im Winter noch totgesagt wurden", sagt Bernd Hollerbach.

Auch Würzburgs Trainer kennt dieses Gefühl ja. Nach dem ersten Halbjahr in der 3. Liga stand er mit seinen Kickers auf Rang neun. In der Rückserie holte das beste Auswärtsteam drei Punkte mehr als Meister Dynamo Dresden - und könnte nun in der Relegation als zweites Team nach RB Leipzig den Durchmarsch von der Regionalliga ins Unterhaus schaffen. Und Hollerbach verspricht vor dem Duell mit Duisburg: "Wir werden ein unbequemer Gegner sein. Wir sind schwer zu schlagen."

Wir haben vor der Saison nicht gedacht, dass wir nochmal zwei so tolle Spiele haben dürfen. Das genießen wir.

Würzburgs Trainer Bernd Hollerbach

In der 3. Liga ist dies zuletzt zwölf Mannschaften nicht gelungen. Seit drei Monaten und dem 0:1 in Erfurt hat Würzburg kein Spiel mehr verloren. Und auch in der Relegation, versichert Torjäger Elia Soriano, werde man das machen, "was wir können". Das bedeutet: kämpfen, defensiv gut stehen und überfallartig nach vorne spielen.

Die Abwehr ist das Prunkstück - und vorne hilft Soriano

Mangelte es den Kickers in der Hinrunde noch an durchschlagender Kraft in der Offensive, so hat Soriano dieses Manko nach seinem Transfer im Winter behoben. In 13 Spielen nach seinem Abschied von den Stuttgarter Kickers traf der Italiener achtmal für Würzburg. Und in der Defensive, das Prunkstück von Hollerbachs Elf, sind die Rothosen ohnehin nur schwer auszuhebeln. 25 Gegentore in 38 Partien sprechen Bände.

Trotzdem sagt Hollerbach: "Der MSV ist klarer Favorit." Und: "Es werden zwei Spiele, die uns alles abverlangen. Wir haben vor der Saison nicht gedacht, dass wir nochmal zwei so tolle Spiele haben dürfen. Das genießen wir. Wir bereiten uns gut vor und dann hauen wir nochmal alles raus."

lei