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Eklat am Upton Park - Van Gaal: "Eine Schande!"

FA ermittelt nach Attacke auf Manchester Uniteds Bus

Eklat am Upton Park - Van Gaal: "Eine Schande!"

Auf der Flucht: Unbeteiligte Fans rennen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Auf der Flucht: Unbeteiligte Fans rennen, um sich in Sicherheit zu bringen. Getty Images

"Es ist ein besonderes Spiel, eines, das nur einmal im Leben kommt", hatte West Hams Trainer Slaven Bilic vor dem 384. und letzten Premier-League-Spiel im Boleyn Ground (so der offizielle Stadionname) gesagt: "Es wird emotional werden. Aber wir müssen diese Emotionen kanalisieren und in Motivation umwandeln, um das Spiel zu gewinnen.

Abertausende Fans versammelten sich rund ums Stadion, um diesen Moment, das Ende einer 112-jährigen Geschichte, selbst mitzuerleben. Der überwiegende Großteil sorgte für eine friedliche, atmosphärische Stimmung. Nur einige wenige Fans der Hammers übertrieben es dann mit den Emotionen und sorgten damit für einen verspäteten Anpfiff: Zuerst wurde der Mannschaftsbus von Manchester United blockiert und dann auch noch mit Flaschen und Steinen beworfen. Während des Spiels sollen Wasserflaschen in Richtung United-Keeper David de Gea geflogen sein.

Das Ganze ging auch nicht spurlos an den Spielern vorbei, wie Wayne Rooney erklärte: "Das war nicht angenehm. Unser Bus wurde ganz schön ordentlich beschädigt. Wir wissen, dass es ein wichtiges Spiel für West Ham ist, aber ich nehme an, der Klub wird enttäuscht sein von seinen Fans." Weitaus weniger diplomatisch drückte sich ManUniteds Trainer Louis van Gaal aus. "Es ist nicht das erste Mal, dass ich so etwas gesehen habe. Das ist nicht schön und das beeinflusst auch die Spieler. Das ist eine Schande!"

West-Ham-Boss: "Verstehe nicht, warum United nicht früher gekommen ist"

Eine differenziertere Sichtweise hat allerdings West Hams Boss David Sullivan, der gegenüber "5 Live" ManUnited eine Mitschuld an den Ereignissen gab: "Ich verstehe nicht, warum United nicht schon früher gekommen ist. Sie hätte früher kommen können, sie wussten, dass viel los sein wird. Das ist verrückt", sagte der 67-Jährige: "Es standen viele Personen herum, aber es gab keinen Angriff auf den Bus." Die Polizei widersprach dieser Aussage allerdings. In einer offiziellen Mitteilung wurde bestätigt, dass man "sich darüber bewusst ist, dass Gegenstände auf den Mannschaftsbus von Manchester United geworfen wurden. Dabei wurden ein Polizist und ein Zivilist leicht verletzt. Verhaftet wurde niemand."

In einem Statement am Mittwoch verurteilte West Ham die Vorfälle und kündigte lebenslange Stadionverbote für die Täter an. Die FA hat Ermittlungen aufgenommen.

drm