Stuttgarter Kickers zurück im Abstiegskampf

Müller: "Waren körperlich nicht auf dem Platz"

Korbinian Müller

Stuttgarts Torwart Korbinian Müller war mit der Leistung seiner Vorderleute gegen Bremen nicht einverstanden. imago

Etwas mehr als 100 Stuttgarter Fans hatten sich auf die weite Reise nach Bremen gemacht, um den Klassenerhalt ihrer Mannschaft zu feiern. Zunächst im Stadion und anschließend auf einer gebuchten Weser-Rundfahrt sollten die Sektkorken knallen. Doch was sie dann zu sehen bekamen, dürfte ihnen die Feierlaune gehörig vermiest haben. Ihre Mannschaft bot gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf eine mäßige Leistung und hätte bei einer besseren Chancenverwertung der Bremer noch deutlicher unterliegen müssen.

Besonders in der zweiten Halbzeit hatte Stipics Mannschaft den bissigen Gastgebern kaum noch etwas entgegenzusetzen, verlor zahlreiche Zweikämpfe und lief auch bei Kontern ein ums andere Mal nur hinterher. "Wir waren körperlich nicht mehr auf dem Platz in der zweiten Halbzeit. So wie es ausgeschaut hat, konnte die Hälfte der Mannschaft einfach nicht mehr. Woran das gelegen hat, weiß ich aber auch nicht", gab sich Kickers-Torwart Korbinian Müller nach dem Spiel im SWR-Fernsehen rat- und fassungslos, während Stipic den Druck, der auf seiner Mannschaft gelegen und sie gelähmt habe, für die Leistungen seiner Spieler verantwortlich machte.

Am letzten Spieltag gegen Chemnitz

Dieser Druck wird am letzten Spieltag sicherlich nicht kleiner werden. Mit dem Chemnitzer FC empfängt man einen Gegner, der sieben seiner letzten acht Spiele gewinnen konnte. Cottbus (gegen Mainz 05 II), Werder II (beim VfR Aalen) und der SV Wehen Wiesbaden (gegen den VfB Stuttgart II) spielen dagegen gegen vom Papier her machbare Gegner. Sollte man gegen Chemnitz verlieren und zwei der drei anderen Abstiegskandidaten ihre Spiele gewinnen, müssten die Kickers tatsächlich noch den bitteren Gang in die Regionalliga antreten. Zwar nicht die wahrscheinlichste Konstellation, aber durchaus denkbar. Daher warnte Stipic gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten" zu Recht: "Wir müssen jetzt die Köpfe freibekommen, gut regenerieren und gegen Chemnitz alles raushauen."

Ein Punkt würde den Stuttgartern zwar reichen, auf ein Unentschieden zu spielen kommt für Stipic aber nicht in Frage. Nach der 10. Gelben Karte gegen Mittelfeldspieler Sandrino Braun (wegen Meckerns) erwägt er für das letzte Spiel mit Petar Sliskovic sogar noch einen zweiten Stürmer aufzustellen. Wie genau man letztlich den Klassenerhalt sichert, dürfte den Fans letztlich aber egal sein, solange man in dieser Sache erfolgreich ist. Und dann könnte es ja doch noch klappen mit der Abschlussfeier auf dem Schiff: Der Neckar soll ja auch ganz schön sein.

kon