Nürnbergs Margreitter als Opfer eines Streichs

Club hofft auf Keeper Schäfer

Nürnbergs Keeper Raphael Schäfer

Ist auf einem guten Weg: Nürnbergs Keeper Raphael Schäfer. Getty Images

"Die Eintracht hat gut verteidigt, wir nicht", brachte Stürmer Niclas Füllkrug jene Pleite auf den Punkt, die zum jüngsten Trend passte. Vier Spiele, drei Niederlagen - und auch beim einzigen Sieg in dieser Phase, dem spektakulären 6:2 über Union, wartete die Mannschaft nicht wie in der 18-er Serie mit einer kompakt konzentrierten Defensivarbeit auf.

Gegen St. Pauli soll nun die Kehrtwende erfolgen - auch dank Innenverteidiger Dave Bulthuis, der sich in der Schlussphase gegen den MSV eine dumme, weil höchst unnötige Rote Karte eingehandelt hatte und zuletzt dreimal zusehen musste. Nach der für ihn "verdammt harten Zeit" will er nun mithelfen, dass die Mannschaft "zur alten Form findet" und "so alle mit einer positiven Stimmung" ins Saisonfinale gehen können.

Spielersteckbrief R. Schäfer

Schäfer Raphael

Spielersteckbrief Margreitter

Margreitter Georg

2. Bundesliga - 33. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
SC Freiburg
72
2
RB Leipzig
67
3
1. FC Nürnberg
62

Wobei: Die Stimmung in der für ihren großen Zusammenhalt bekannten Mannschaft ist so schlecht nicht, was für die noch anstehenden Aufgaben nur von Vorteil sein kann, eine gewisse Lockerheit hat noch nie geschadet - auch wenn Innenverteidiger Georg Margreitter am gestrigen Mittwoch kurzzeitig gewiss gar nicht locker war.

Der Österreicher, der seine Kollegen gerne mal einen Streich spielt, bekam nach dem Training die Retourkutsche, initiiert von Hanno Behrens. Unter der Dusche ereilte den Abwehrspieler die Kunde, dass die Polizei gerade dabei sei, sein Auto zu pfänden und er umgehend zum Parkplatz kommen soll. Wasser aus, raus aus der Dusche und ein Handtuch um die Hüften geschwungen, so spurtete Margreitter panisch in den Innenhof auf dem Trainingsgelände am Valznerweiher, in dem tatsächlich ein Ordnungshüter auf ihn wartete. Nur: Dieser, ein Club-Fan, kam der Bitte aus dem Mannschaftskreis nach und spielte bei dem Streich mit. Und so kam es dazu, dass Behrens & Co. ein spektakuläres Selfie schießen konnten: Es zeigt sie feixend im Vordergrund, während ein halbnackter, nur mit einem Handtuch bekleideter Margreitter vor einem Polizisten steht. Wie nun wohl dessen Antwort ausfallen wird?

Humor muss man haben: Club-Profis spielen Georg Margreitter einen Streich.

Humor muss man haben: Club-Profis spielen Georg Margreitter einen Streich. facebook (Screeenshot)

Schäfer besteht erste "Gehversuche"

Doch zurück zur guten Stimmung – auch die Verantwortlichen sind wegen eines Umstands guter Laune. Torhüter-Routinier Raphael Schäfer (37) hat knapp neun Wochen nach seinem Teilanriss der Achillessehne, erlitten im Heimspiel gegen den FCK (2:1), seine ersten "Gehversuche" im Tor unternommen.

Am Dienstag hatte er separat unter der Anleitung des ehemaligen Club-Torwarttrainers und nunmehr in dieser Funktion für die deutsche Frauennationalmannschaft tätigen Michael Fuchs torwartspezifische Übungen absolviert - und zwar problemlos. Nächste Woche will er ins normale Mannschaftstraining einsteigen und dürfte in Paderborn wieder zwischen den Pfosten stehen - vorausgesetzt natürlich, dass er keinen Rückschlag erleidet. Die Zeichen stehen damit also günstig, dass in der sich anbahnenden Relegation Trainer René Weiler auf den Mann bauen kann, der "als echter Leader für die Mannschaft von großer Bedeutung ist".

Weitere psychologische Komponente: Schäfer ist bislang in der Relegation für den FCN ein echter Erfolgsgarant gewesen, blieb in allen bisherigen Spielen ohne Gegentore, gegen Cottbus (3:0 und 1:0) und gegen den FCA (1:0 und 2:0).

Erras operiert - Sepsi kommt zurück

Unter der Woche ging es auch bei einem nicht minder wichtigen Leistungsträger gesundheitlich vorwärts: Patrick Erras konnte in Augsburg erfolgreich am Kreuzband operiert werden. Der Defensivallrounder hatte sich dieses bereits am 17. März gerissen, musste sich aber erst von den Folgen einer ersten OP erholen. Mit dem 21-Jährigen wird aber erst im Januar 2017 wieder zu rechnen sein. Als Klacks erweist sich im Vergleich dazu die Prellung von Linksverteidiger Laszlo Sepsi, die er sich am Mittwoch im Training bei einem Zweikampf mit dem talentierten U-19-Spieler Lukas Mühl zugezogen hat. Der Rumäne, ohnehin wegen der 5. Gelben Karte gegen St. Pauli gesperrt, kann die nächsten Tage nur individuell trainieren. Gegen Paderborn sollte der 28-Jährige jedoch wieder zur Verfügung stehen.

Christian Biechele