2. Bundesliga

FCK plant mit Fehlbetrag von bis zu 1,8 Millionen Euro

Kaiserslautern: Stöver wird Sportdirektor

FCK plant mit Fehlbetrag von bis zu 1,8 Millionen Euro

Michael Klatt

Legte am Dienstag die finanzielle Lage des FCK dar: Finanzvorstand Michael Klatt. imago

Stöver steht aktuell noch bei Holstein Kiel unter Vertrag, wird den Drittligisten jedoch zum 15. Mai verlassen und seine Arbeit beim 1. FC Kaiserslautern aufnehmen. Dort soll er allerdings kein Amt im Vorstand übernehmen, sondern als für den sportlichen Bereich Verantwortlicher unter den Vorständen Klatt und Thomas Gries arbeiten. "Wir freuen uns, mit Uwe Stöver einen ausgewiesenen Fachmann auf den Betzenberg geholt zu haben", erklärte Mathias Abel, der derzeit noch als kommissarischer Sportchef arbeitet. Gemeinsam mit Trainer Konrad Fünfstück und Chefscout Boris Notzon, dessen Vertrag bis 2018 verlängert wurde, soll Stöver den Kader für die kommende Spielzeit zusammenstellen. Dabei wird er allerdings unter erschwerten Bedingungen agieren müssen.

FCK plant mit einem Fehlbetrag von 1,8 Millionen Euro

Im Zuge der Verkündung der Stöver-Verpflichtung gab der seit 1. April amtierende Klatt Einblicke in die aktuelle wirtschaftliche Lage des Vereins. Der FCK müsse Abstriche machen, weil im laufenden Jahr ein Fehlbetrag von bis zu 1,8 Millionen Euro drohe - und das, obwohl in die aktuelle Kalkulation unter anderem schon der Verkauf von Jean Zimmer zum VfB Stuttgart eingerechnet sei. "Wir haben ausreichend Liquidität für unser Geschäft", schob Klatt schlimmeren Befürchtungen allerdings einen Riegel vor. "Das heißt, wir sind ordentlich finanziert."

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Gründungsdatum

02.06.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

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Blau-Weiß-Rot

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Ausdrücklich betonte der 47-Jährige, dass auch 1,9 Millionen, die Reste der Fan-Anleihe, mit der der Neuaufbau des Nachwuchsleistungszentrums finanziert werden sollte, aufgebraucht sind. Überrascht sei er davon allerdings nicht, sagte Klatt. Man habe bereits erste Pläne, um die Rückzahlung der Anleihe im Jahr 2019 zu garantieren. "Jedem, der die Fan-Anleihe gezeichnet hat, verspreche ich heute, dass wir das Geld 2019 zurückzahlen", fügte auch Marketingvorstand Gries an. "Dafür sorgen wir und dafür stehen wir hier gerade."

FCK plant mit um 20 Prozent verringertem Budget

Zunächst müsse der FCK jedoch Einsparungen vornehmen. "Sie wissen, dass wir sportlich leider unsere Ziele nicht erreichen werden", sagte Klatt und fügte an, dass der Klub somit auch von seinem wirtschaftlichen Plan abweiche. Unter anderem verzeichnen die Pfälzer Einbußen durch den Rückgang der Zuschauerzahlen (knapp 5.000 unter dem angepeilten Schnitt, derzeit: 25.924) und in den Bereichen Sponsoring und Merchandising.

"Deshalb sind wir momentan in einer Planung, in der wir das Kaderbudget - Stand heute - um 20 Prozent im Vergleich zur aktuellen Saison senken werden", sagte Klatt weiter. Dies sei jedoch eine sehr konservative Planung. Verbessern könnte sich die Lage, wenn die Roten Teufel in der Abschlusstabelle vor Eintracht Braunschweig landen und somit mehr Erlöse aus der TV-Vermarktung erwirtschaften (der kicker berichtete). "Wenn wir hier sportliche Erfolge erzielen, sind wir in der Lage, dieses Budget aufzustocken", legte der Finanzvorstand entsprechend dar.

Neben den sportlichen Erfolgen will der Klub auch durch die Mobilisierung des Umfelds und größere Sponsoren-Einnahmen eine solidere wirtschaftliche Basis legen. "Wir arbeiten an konkreten Maßnahmen. Da haben wir viel Arbeit vor uns", erklärte Marketingvorstand Gries.

kon/Patrick Kleinmann