SV Werder Bremen springt über den Strich

Skripnik: "Ich hatte Gänsehaut"

Viktor Skripnik

Tief berührt nach dem furiosen 6:2 gegen den VfB Stuttgart: Werder-Coach Viktor Skripnik. imago

"Das hat mich an 2004 erinnert, wo wir Meister geworden sind", gab der frühere Werder-Spieler und heutige Coach Skripnik kurz nach dem Spiel mit acht Toren gegenüber "Sky" zu. Was er meinte? Die großartige Kulisse, die großartigen SVW-Fans, die schon vor dem Spiel den Mannschaftsbus zum Stadion begleitet hatten und während den 90 Minuten ein regelrechtes verbales Feuerwerk abfackelten. Und natürlich das großartige Spiel. "Ich hatte heute wirklich Gänsehaut", hing der Ukrainer an.

Lobende Worte richtete auch Mannschaftskapitän Clemens Fritz ans grün-weiße Volk: "Man hat eine besondere Atmosphäre gespürt - von Anfang an. Das ganze Stadion hat uns angetrieben, das ganze Stadion hat über 90 Minuten gestanden und uns nach vorne geschrien."

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Alles in die Waagschale geworfen

Die Anhänger hatten an diesem famosen Abend aber auch allen Grund, die Stimmbänder in Wallung zu bringen: Satte sechs Treffer verbuchte Werder im direkten Abstiegsduell mit dem VfB Stuttgart, der vor allem in Halbzeit zwei unter die Räder kam. Doppelpacker Fin Bartels, Bremens Bundesliga-Rekordtorschütze Claudio Pizarro und die beiden Joker Levin Öztunali sowie Anthony Ujah verbuchten das halbe Dutzend an Treffern. "Heute war es ein großer Abend für uns", brachte es Skripnik treffend auf den Punkt.

Spielbericht

Doch wie kam es zu solch einer Leistungsexplosion? Wie kam es dazu, dass Werder fast zwei Kilometer mehr lief als Stuttgart? Wie kam es dazu, dass die grün-weißen Spieler vor allem in den Zweikämpfen den Gästen den Zahn zogen und 59 Prozent der Duelle für sich entschieden?

Fritz: "Wir wollten zeigen, dass wir leben"

Die Spieler suchten selbst nach Erklärungen - und kamen allesamt zum Entschluss, dass im Vorfeld dieses Kellerkrachers schlichtweg richtig gearbeitet wurde. Allen voran im Kurztrainingslager in Verden. "Das hat uns die gewisse Ruhe gebracht", sagte Coach Skripnik. "Wir haben nichts Besonderes trainiert, aber die Mannschaft konnte dort ohne Stress arbeiten - und vielleicht auch schlafen. Jetzt kann man sagen, dass wir alles richtig gemacht haben." Fritz sah das genauso: "Wir unterhalten uns schon immer recht viel, vielleicht haben wir jetzt in dieser Woche aber einfach noch die richtigen Stellschrauben fester gedreht. Die Presse hat uns manchmal schon in die 2. Liga geschrieben, doch wir wollten uns dagegen wehren und zeigen, dass wir leben." Das hat der SV Werder Bremen definitiv gezeigt und bewiesen - und zwar sich selbst, dem VfB Stuttgart und der anderen Konkurrenz im Bundesliga-Keller.

Clemens Fritz

Die Bremer Spieler bedanken sich bei den äußerst lautstarken Werder-Fans. imago

Doch vorbei geschweige denn entschieden ist noch lange nichts. Auf die Norddeutschen warten jetzt das Gastspiel in Köln und der Showdown am 34. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt. Das ließen auch die SVW-Beteiligten nicht außer Acht und richteten die Blicke voraus.

"Wir hoffen auf die direkte Rettung. Wir hoffen, beide Spiele noch gewinnen zu können. Und wir glauben daran", so Pizarro. Fritz dagegen, der auch auf die erneuten zwei Gegentore hinwies ("Wir wissen, dass wir nicht immer fünf, sechs, sieben Tore machen können") wurde etwas deutlicher: "Eines ist klar: Wir brauchen noch Punkte!"

mag

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Bilder zur Partie Werder Bremen - VfB Stuttgart