Duisburg schwört sich aufs Derby ein

Streich hofft, dass "geiler MSV" drinbleibt

Im Zwiegespräch: Duisburgs Branimir Bajic (l.) und Thomas Meißner.

Im Zwiegespräch: Duisburgs Branimir Bajic (l.) und Thomas Meißner. imago

Das 0:3 klang am Ende deutlicher als es eigentlich war, weil alle drei Gegentreffer nach ruhenden Bällen fielen. "Wir wussten, dass Freiburg gute Standards schießt. Wir haben es aber leider nicht geschafft, die Gegentore zu verhindern", haderte Defensivmann Baris Özbek hinterher: "Das tut weh." Speziell der zweite Gegentreffer von SCF-Offensivmann Maximilian Philipp erhitzte die Duisburger Gemüter, weil Freiburgs Marc Torrejon (in Abseitsposition) MSV-Schlussmann Michael Ratajczak die Sicht verdeckt hatte.

"Es ist schwer, in so einer Szene direkt zu reklamieren. Ob der Schiedsrichter das Tor noch zurückgenommen hätte, weiß ich auch nicht", erklärte ein enttäuschter Ratajczak nach den 90 Minuten. Rechtsverteidiger Steffen Bohl ließ ebenfalls den Kopf hängen: "Wir haben gehofft, hier etwas zu holen. Dazu hätte es perfekt laufen müssen und wir hätten bei einigen Entscheidungen auch ein bisschen Glück benötigt." Referee Michael Weiner wollten die Meidericher bei ihrer Kritik also nicht außen vor lassen.

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Hadernder Grlic: "Freiburg ist nicht unsere Kragenweite"

Haben die Hoffnung längst noch nicht aufgegeben: Duisburgs Trainer Ilia Gruev (l.) und MSV-Sportdirektor Ivica Grlic.

Haben die Hoffnung längst noch nicht aufgegeben: Duisburgs Trainer Ilia Gruev (l.) und MSV-Sportdirektor Ivica Grlic. picture alliance

"Aus dem Spiel haben wir nicht sonderlich viel zugelassen. Ich hätte gerne das zweite Tor gesehen, ob das nicht Abseits war. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es ein berechtigter Elfmeter war", resümierte MSV-Sportdirektor Ivica Grlic, gestand aber auch ein: "Freiburg ist nicht unsere Kragenweite - man hat die Qualität gesehen." Für Duisburg war es die erste Auswärtsniederlage seit dem 8. Februar (1:2 in Bielefeld).

"Wir haben uns viel vorgenommen und wollten wieder überraschen. Aber Freiburg ist ein großes Kaliber und man hat gesehen, dass sie auf dem Weg in die Bundesliga sind", fasste MSV-Coach Ilia Gruev zusammen: "Trotzdem haben wir gut mitgehalten und aus dem Spiel heraus nichts zugelassen." Hoffnung im Existenzkampf, die auch Gruevs Pendant schürte. "Ich hoffe, dass der MSV in der Liga bleibt. Ich hoffe das nicht nur - ich meine das auch so. Es wird gute Arbeit geleistet, es ist ein geiler Verein", erklärte Freiburgs Streich auf der Pressekonferenz.

Jetzt konzentrieren wir uns auf das Derby - da ist die Hütte voll. Das wollen wir gewinnen.

Michael Ratajczak über das anstehende Duell gegen die Fortuna

Dafür müssen im schwierigen Restprogramm mit Düsseldorf (H), Sandhausen (A) und Leipzig (H) aber dringend Punkte her. Möglichst schon gegen die Fortuna am nächsten Wochenende. Die Marschroute gab Sechser Özbek bereits vor: "Jetzt zählt das Spiel gegen Düsseldorf. Da gehen wir auf drei Punkte." In die gleiche Kerbe schlug auch Ratajczak, der sich nicht lange mit der Pleite beim Tabellenführer aufhalten wollte. "So ein Ergebnis muss man auch mal einkalkulieren. Jetzt konzentrieren wir uns auf das Derby gegen Düsseldorf - da ist die Hütte voll. Das wollen wir gewinnen." Gelingt das, wäre man Streichs Wunsch wieder ein Stückchen näher.

msc