Bundesliga

Als "Fjööööörtooooooft" das Wunder vollendete

Frankfurt: Nur der Blick zurück gibt Hoffnung

Als "Fjööööörtooooooft" das Wunder vollendete

Jan Aage Fjörtoft

Jan Aage Fjörtoft überwindet Lauterns Keeper Andreas Reinke und rettet Eintracht Frankfurt 1998/99 vor dem Abstieg. imago

Als Nico-Jan Hoogma in der Nachspielzeit zum Ausgleich traf, war es eigentlich vorbei. 2:2 gegen den Hamburger SV - nach einer 2:0-Führung hatte die Eintracht unter Trainer Jörg Berger ihre vermeintlich letzte Chance auf den Klassenerhalt an diesem 4. Mai 1999 leichtfertig weggeschenkt. Dass ausgerechnet Eintracht-Legende Tony Yeboah mit einem Tor und einer Vorlage maßgeblichen Anteil daran hatte, war in diesem Moment fast egal. Vier Punkte und acht Tore Rückstand auf den rettenden Platz 15 schienen in diesen Momenten nach dem 30. Spieltag uneinholbar.

Doch es sollte anders kommen: Alexander Schur und Thomas Sobotzik sorgten drei Tage später für einen glücklichen 2:1-Sieg bei Werder Bremen, eine Woche später trafen Jan Aage Fjörtoft und erneut Sobotzik beim 2:0 gegen Champions-League-Anwärter Borussia Dortmund. Am vorletzten Spieltag drehte die Eintracht dann bei Schalke einen 0:2-Rückstand in ein 3:2 – der Rückstand auf Rang 15 und Hansa Rostock lag nur noch bei einem Punkt und vier Toren. Die Grundlage für den bis heute dramatischsten Abstiegskampf in der Bundesliga-Geschichte.

Gleich fünf Vereine kämpften am letzten Spieltag der Saison noch gegen den Abstieg. Der VfB Stuttgart verabschiedete sich schnell durch einen frühen Treffer, Frankfurt, der 1. FC Nürnberg, Hansa Rostock und der SC Freiburg lieferten sich einen denkwürdigen Schlagabtausch, den Fjörtoft mit seinem legendären Übersteigertor zum 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern zugunsten der Eintracht und gegen Nürnberg (1:2 gegen den SC Freiburg) entschied. Genauer gesagt "Fjööööörtooooooft", wie es in der ARD-Radioschlusskonferenz hieß. Dass der Norweger seine Leistung mit dem Spruch "Jörg Berger ist so ein guter Trainer, der hätte auch die Titanic gerettet" krönte, gehört zur Folklore des legendären Endspurts.

Patrick Kleinmann