MSV-Chancen auf den Klassenerhalt schwinden

Duisburg und der letzte Strohhalm

Giorgi Chanturia

Es reichte nicht: Duisburgs Giorgi Chanturia war nach der 0:2-Pleite trotz engagierter Leistung enttäuscht. imago

"Auf Wiedersehen", schallte es den Spielern des MSV Duisburg höhnisch aus dem eigenen Fanlager entgegen, nachdem Schiedsrichter Patrick Alt das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim beendet und die 15. Saisonniederlage der Zebras besiegelt hatte. Unmut und Frust beim Anhang waren unüberhörbar, doch die Mannschaft trat geschlossen vor die Kurve und diskutierte in "Einzelgesprächen" mit aufgebrachten Fans. "Das war ein sehr schwerer Gang", gab Manager und Ex-Profi Ivica Grlic zu. Die harten Worte einiger Fans lege er "nicht auf die Goldwaage. Aus der Emotion passiert das eben."

Die Moral stimmte, doch es reichte nicht

Mangelnden Einsatzwillen kann sich der MSV nicht vorwerfen lassen - Trainer Gruev stellte seine Mannschaft auch gegen Heidenheim mental gut ein, die Zebras stemmten sich bis zum Schluss gegen die Niederlage. Doch es reichte einfach nicht, musste auch der Coach einräumen: "Wir haben alles probiert, und bis zum Sechzehner waren wir gut. Aber wir hatten nicht viele klare Chancen." Offensivmann Victor Obinna war ein Aktivposten, auch Giorgi Chanturia und Baris Özbek beteiligten sich an gut vorgetragenen Kombinationen. Doch in letzter Konsequenz blieb der MSV zu harmlos und stellte die gut verteidigenden Schwaben vor wenige Probleme.

MSV Duisburg - Die letzten Spiele
K'lautern (H)
3
:
1
Velbert (A)
2
:
0
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
SC Freiburg
59
2
RB Leipzig
59
3
1. FC Nürnberg
56
Trainersteckbrief Gruev

Gruev Ilia

MSV Duisburg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

02.06.1902

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Die Spieler werden bis zum Schluss alles geben. Einige haben noch Vertrag bei uns. Andere wollen sich interessant machen.

MSV-Manager Ivica Grlic

Duisburg stellt die harmloseste Offensive der Liga und kassierte zudem mit Frankfurt und Paderborn auch noch die meisten Tore - einiges spricht für einen Abstieg der Zebras. Rein rechnerisch ist der Klassenerhalt noch möglich: Sechs Punkte Rückstand auf Rang 16 müssten in den verbleibenden sechs Partien aufgeholt werden, damit es zumindest zur Relegation reicht. Doch die letzten Auftritte des MSV machen wenig Hoffnung.

Grlic: Austrudeln keine Option

Manager Grlic kann mit großer Wahrscheinlichkeit für die 3. Liga planen. Sorgen, dass die Mannschaft die verbleibenden Saisonspiele nicht ernsthaft angeht, macht er sich aber nicht: "Die Gefahr, dass die Saison ausplätschert, sehe ich nicht. Die Spieler werden bis zum Schluss alles geben. Einige haben noch Vertrag bei uns. Andere wollen sich interessant machen", sagte er der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) wartet beim 1. FC Nürnberg eine schwere Aufgabe auf Gruev und sein Team - die Franken verloren bislang noch kein Heimspiel. Auch die Auswärtsbilanz der Zebras stimmt nicht hoffnungsvoller: Der MSV konnte noch kein Spiel in der Fremde gewinnen und holte erst fünf Auswärtspunkte.

kon/tt