Stuttgarter Kickers bleiben trotz Derbysieg abstiegsbedroht

Stipic: "Wir müssen bescheiden und fleißig bleiben"

Tomislav Stipic jubelt

Sieht trotz Derby-Euphorie noch Luft nach oben: Kickers-Coach Tomislav Stipic. imago

Die knapp 7000 Zuschauer in Stuttgart-Degerloch staunten nicht schlecht: In der zweiten Minute des Stadtderbys in der Landeshauptstadt drosch VfB II-Verteidiger Benjamin Kirchhoff mit Hochgeschwindigkeit in die Maschen - allerdings traf er das falsche Tor. Der Ball rutschte dem 21-Jährigen über den Spann, statt aus der Gefahrenzone beförderte er ihn hinter den völlig überraschten eigenen Torhüter Benjamin Uphoff.

Eine bezeichnende Szene in einem überraschend einseitigen Duell - die Kickers schenkten dem Erzrivalen viermal ein, Max Besuschkows Treffer für den VfB kurz vor Schluss war nur Ergebniskosmetik. Die Anhänger der Blauen, in dieser Saison bisher wenig erfolgsverwöhnt, waren nach dem Abpfiff in Feierlaune. "Wir steigern uns langsam", befand Offensivmann Edisson Jordanov zufrieden. "Wir können auch kicken, das wussten wir schon die ganze Zeit. Wir hatten es nicht immer einfach, heute hat es gut geklappt."

Stuttgarter Kickers - Die letzten Spiele
TSG Balingen (H)
5
:
6
Aalen (H)
2
:
1
3. Liga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Dynamo Dresden
66
2
Erzgebirge Aue
57
3
VfL Osnabrück
52
Trainersteckbrief Stipic

Stipic Tomislav

Stuttgarter Kickers - Vereinsdaten

Gründungsdatum

21.09.1899

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Wir waren in vielen Elementen des Spiels nicht gut. Aber für die Fans war das sicher sehr unterhaltsam.

Kickers-Coach Stipic sieht sein Team noch nicht am Leistungslimit

Kickers-Coach Tomislav Stipic war nicht rundum glücklich: "Wir waren in vielen Elementen des Spiels nicht gut. Aber für die Fans war das sicher sehr unterhaltsam." Das Verhalten nach Ballverlusten und bei gegnerischen Standards stellte den Coach nicht zufrieden - auch, wenn er seiner Mannschaft ausdrücklich "ein Kompliment" für den beherzten Auftritt und die Konsequenz in der Offensive aussprach.

Tolle Quote, aber keine Zeit zum Durchatmen

1,7 Punkte pro Spiel holten die Blauen 2016 im Schnitt - ein starker Wert, der für den anfangs viel gescholtenen Trainer Stipic spricht. Der mahnt trotz der Serie von fünf ungeschlagenen Spielen zur Demut: "Es ist noch nichts entschieden, wir müssen weiter fleißig und bescheiden sein." Bezeichnend für die enge Lage im Abstiegskampf ist, dass die Kickers trotz der zuletzt starken Ausbeute immer noch auf dem viertletzten Tabellenplatz stehen.

Auch die Konkurrenten Chemnitz, Bremen II und Erfurt gewannen ihre Spiele, der Vorsprung der Schwaben auf die Abstiegsplätze beträgt zwei Punkte. "Wir haben uns darauf eingestellt, dass es bis zum Schluss eng bleiben kann", sagte Stuttgarts Torschütze Erich Berko. "Aber wenn wir diesen Schnitt halten, werden wir die Klasse halten." Am kommenden Samstag (14 Uhr) ist das Stipic-Team beim starken Aufsteiger aus Würzburg zu Gast - "da wollen wir mal wieder zu Null spielen", fordert Verteidiger Marc Stein.

Englische Woche: Kampf um DFB-Pokaleinzug

Doch vorher wartet eine andere wichtige Aufgabe: Am Mittwoch (18.30 Uhr) steht für die Kickers im württembergischen Landespokal das Viertelfinalspiel gegen Verbandsligist 1. FC Heiningen an. Eine B-Elf aufzustellen, kommt für Stipic nicht infrage: "Wir müssen alle Kräfte bündeln, wir haben nichts zu verschenken." Nur mit einem Sieg können die Stuttgarter auf attraktive Gegner im lukrativen DFB-Pokal hoffen.

kon