Regionalliga

Kahlisch: "Wir können alle die Tabelle lesen"

Rathenow: Schlusslicht der Regionalliga Nordost

Kahlisch: "Wir können alle die Tabelle lesen"

Optik-Trainer Ingo Kahlisch

Denkt auch nach über 25 Jahren nicht ans Aufhören: Rathenows Trainer Ingo Kahlisch. imago

Der FSV war dem Punktgewinn nahe. Gegen die ebenfalls abstiegsbedrohten Schönberger lagen Optik Rathenow zwar nach 15 Minuten durch ein Tor von Henry Haufe mit 0:1 zurück, doch boten sich den Brandenburgern einige Möglichkeiten zum Ausgleich. "Unser Problem ist, dass wir aus dem Spiel heraus keine Tore machen", sagte Kahlisch. "Das ist zu wenig." Hinzu kam das Pech, dass Schiedsrichter Marko Wartmann den Gastgebern gleich zweimal einen Handelfmeter verweigerte. "Die Schiedsrichterleistung war eine echte Katastrophe, da haben wir gegen zwölf Mann gespielt. Zwei glasklare Handelfmeter hätte es für uns geben müssen", fand der Optik-Trainer klare Worte.

Ich habe immer noch Feuer unterm Hintern.

Ingo Kahlisch über seine Motivation nach über 25 Jahren Trainertätigkeit

Mit nun 20 Punkten Rückstand auf einen sicheren Nicht-Abstiegsplatz scheint der Klassenerhalt trotz noch ausstehender neun Spiele kaum noch im Bereich des Möglichen. "Wir können alle die Tabelle lesen. Wir hätten schon einige Punkte mehr verdient", sagte Kahlisch. "Wir sind aber kein Quatschverein und schauen, was noch machbar ist. Es sind noch neun Spiele, da werden wir den Betrieb nicht einstellen." Der Trainer-Routinier bemühte sich vielmehr, die positiven Aspekte, die es trotz der sportlichen Misere gebe, hervorzuheben und Optimismus zu verbreiten. "Auch wenn es sich blöd anhört: Von der Leistung her sind wir auf einem guten Weg." Doch 23 sieglose Spiele in Serie sprechen eine klare Sprache. Zuhause im Stadion Vogelgesang gab es sogar noch gar keinen Dreier in dieser Spielzeit.

"Der entscheidende Punkt ist, dass wir den kleinsten Etat in der gesamten Liga haben und mit ganz jungen Leuten arbeiten, die von anderen Vereinen aussortiert worden sind", sagte Kahlisch, der auch im 27. Jahr seiner Trainertätigkeit nicht ans Aufhören denkt - auch wenn der Ligaalltag momentan alles andere als Spaß macht. "Glauben Sie etwa, dass ich gern verliere? Hätte ich einen 5-Millionen-Etat zur Verfügung gehabt, würde ich zurücktreten", sagte der 59-Jährige. "Ich habe aber immer noch Feuer unterm Hintern."

kon/ms