Hertha: Zweikampf vorm 1:0 als Schlüsselszene

Stark: "Die Ingolstädter fallen schnell mal hin"

Ab durch die Mitte: Herthas Haraguchi (re.) trifft gegen Ingolstadt.

Ab durch die Mitte: Herthas Haraguchi (re.) trifft gegen Ingolstadt. Getty Images

"Gerade weil jetzt zwei Wochen Pause sind, waren es sehr wichtige drei Punkte für uns", sagte Berlins Keeper Rune Jarstein, der auch im Duell um den Platz im norwegischen Auswahltor in letzter Zeit Boden gut gemacht haben dürfte. Rivale Örjan Nyland saß bei Ingolstadt am Samstag wie so oft auf der Bank. "Nach dem Ingolstädter Treffer gab es noch etwas Druck für uns", erklärte Jarstein. "Es war nicht leicht für uns, aber wir haben gewonnen. Das zählt."

Jarsteins Landsmann Per Skjelbred, der mit Balleroberungen beide Berliner Treffer einleitete, stand wegen seines Zweikampfes mit Dario Lezcano vorm Führungstor im Zentrum der Debatte. Herthas Mittelfeldspieler hatte Ingolstadts Winter-Neuzugang am Fuß getroffen, aber Schiedsrichter Patrick Ittrich hatte nicht gepfiffen, sondern das Spiel laufen lassen - zum Unwillen der Ingolstädter. Über Skjelbred, Salomon Kalou und Flankengeber Marvin Plattenhardt landete der Ball bei Genki Haraguchi, der zum 1:0 traf. "Ich wollte den Ball haben, es gab Körperkontakt, aber für mich ist das schwer zu sagen, ob es ein Foul war, das gepfiffen werden muss", sagte Skjelbred. "Das ist auch nicht meine Aufgabe, es zu wissen. Das ist die Aufgabe des Referees."

Herthas Abwehrspieler Niklas Stark meinte zu der Schlüsselszene des lange Zeit ausgeglichenen Spiels: "Ich stand in dieser Situation direkt hinter Per. Das kann man wegpfeifen, aber man muss es nicht. Ich finde, der Schiedsrichter hat auf beiden Seiten gleichberechtigt gepfiffen." Über die Ingolstädter, die sich in dieser Szene zu Recht benachteiligt fühlten, sagte der Ex-Nürnberger Stark: "Die fallen schnell mal hin, auch wenn nix war. Das merken die Schiedsrichter dann auch."

Dardai angetan von Leistungssteigerung seines Teams

Durften über einen Sieg vor der Osterpause bejubeln: Hertha-Fans.

Durften über einen Sieg vor der Osterpause bejubeln: Hertha-Fans. Getty Images

Trainer Dardai sprach von "einem schwierigen Spiel". Der Ungar war mit der ersten Halbzeit seiner Mannschaft nicht zufrieden, von der Leistungssteigerung danach aber angetan. "Wir haben nach vorn gespielt und zwei wunderschöne Tore geschossen", sagte der Coach. "Nach dem Tor für Ingolstadt hatte ich keine große Angst, dass es noch ein Unentschieden gibt, aber wir müssen es besser machen nach einem 2:0. Da müssen wir konsequenter das dritte Tor versuchen, das war typisch für uns. Wir müssen da irgendetwas ändern, vielleicht fünf Minuten lange Bälle aus dem Stadion jagen. Wenn wir zu früh 2:0 führen, ist das nicht gut für uns."

Das sind angesichts der frappierenden Beständigkeit und der Bilanz von jetzt 48 Punkten allerdings Luxusprobleme. Herthas Heimstärke - 31 Punkte und nur eine Niederlage in 14 Spielen - ist der Garant für den aktuellen Höhenflug. Dennoch wollen die Verantwortlichen den Blick nicht zu weit nach vorn richten. "Es macht keinen Sinn, zu weit in die Zukunft zu schauen", befand Manager Preetz. "Wir sollten uns damit beschäftigen, was wir beeinflussen können." Was das nächste Ziel angesichts von vier Punkten Vorsprung auf Platz vier sei, wurde Preetz gefragt. "Das nächste Ziel ist der Osterhase", erklärte der Manager lakonisch.

"Danach müssen wir nach Mönchengladbach. Ich bin gespannt, ob wir dort Antworten finden. Mönchengladbach war die beste Mannschaft, die sich in dieser Saison bisher in Berlin vorgestellt hat." 1:4 ging es Ende Oktober aus, es war Herthas einzige Heimpleite - und der empfindlichste Dämpfer in dieser Saison, in der es für den Überraschungs-Dritten auch am Wochenende gegen den bravourösen Aufsteiger Ingolstadt wieder hieß: Dampf statt Dämpfer.

Steffen Rohr

Bilder zur Partie Hertha BSC - FC Ingolstadt 04