Int. Fußball

Leicester legt vor - Arsenal siegt, Prellung bei Özil

Chelsea lässt Punkte liegen - Norwich stoppt freien Fall

Leicester legt vor - Arsenal siegt, Prellung bei Özil

Riyad Mahrez erzielt das Siegtor

Leicesters Matchwinner Riyad Mahrez dreht ab, Palace-Keeper Wayne Hennessey ist geschlagen. imago

Mahrez hält Leicester bei Crystal Palace auf Kurs

Leicester City bleibt in England auf Meisterschaftskurs! Die Elf von Trainer Claudio Ranieri gewann am Samstagnachmittag mit 1:0 bei Crystal Palace. Matchwinner für die Foxes war Riyad Mahrez, der algerische Nationalspieler erzielte in der 33. Minute das Siegtor für Leicester.

Spielersteckbrief Özil

Özil Mesut

Premier League - 31. Spieltag
Premier League - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Leicester City
66
2
Tottenham Hotspur
61
3
FC Arsenal
55
FC Arsenal - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.05.1886

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Das Spiel im Selhurt Park stand allerdings lange Zeit auf des Messers Schneide. Crystal Palace gelang letztes Wochenende erstmals nach 21 Jahren der Sprung in das FA-Cup-Halbfinale, die Eagles traten deshalb mit genauso breiter Brust an wie der Spitzenreiter. Das Heimteam startete furios, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Leicester arbeitete sich anschließend in die Partie, in der 34. Minute veredelte Mahrez dann eine scharfe Hereingabe von Jamie Vardy zum Tor des Tages. Nach dem Seitenwechsel startete Crystal Palace mit zwei neuen Stürmern, doch eine Wende wollte nicht mehr gelingen. Leicester zieht damit vorerst auf acht Punkte vor Verfolger Tottenham davon und wahrt sicher seinen Fünf-Punkte-Vorsprung auf die Spurs.

Chelseas Coach Guus Hiddink musste vor der Partie gegen West Ham besonders eine Personalfrage klären: Wer ersetzt den gesperrten Mittelstürmer Diego Costa? Die Wahl des Niederländers fiel auf Loic Remy. Der Franzose, der an der Stamford Bridge eigentlich keine Rolle mehr spielt, kam so zu seinem zweiten Startelfeinsatz in dieser Saison. Eigentlich zu wenig für den 29-Jährigen, der in seinen 73 Einsätzen in der Premier League (neben Chelsea noch QPR und Newcastle) immerhin auf stolze 28 Tore zurückblicken kann.

Fabregas rettet Chelsea einen Punkt gegen West Ham

Cesc Fabregas

Eiskalt bei Standards: Cesc Fabregas sicherte Chelsea einen Zähler gegen West Ham. picture alliance

Doch zunächst waren es die Hammers, die die Geschichte des Londoner Duells schrieben. Die Elf von Coach Slaven Bilic kam besser aus den Startlöchern, Manuel Lanzini erzielte mit einem schönen Schlenzer in der 16. Minute die Führung. West Ham blieb gegen enttäuschende Blues am Drücker, ließ aber etliche Möglichkeiten zur Resultatsverbesserung liegen. Dann schlug Chelsea mit der letzten Aktion in Hälfte mit einer Standardsituation zurück. Fabregas verwandelte einen Freistoß zum aus Chelsea-Sicht schmeichelhaften 1:1 (45.+3).

Wer nun geglaubt hatte, der späte Ausgleich würde dem Hiddink-Team Rückenwind für den zweiten Durchgang geben, sah sich getäuscht. West Ham ließ sich von dem Rückschlag nicht entmutigen und spielte weiter frech auf. Nach einem Stellungsfehler von Branko Ivanovic erzielte Andy Carroll die erneute Führung (61.). Vieles deutete auf einen Sieg der Hammers an der Stamford Bridge hin, doch eine erneute Standardsituation rettete Chelsea immerhin einen Zähler. Nachdem Michail Antonio Willian im Strafraum leicht touchiert hatte, verwandelte erneut Fabregas zum 2:2-Endstand (89.). Chelsea kommt in der Tabelle nicht vom Fleck, West Ham verpasste es, Macnhester City auf Rang vier abzulösen.

Ein Lebenszeichen im Kampf gegen den Abstieg sendete Norwich City. Die Kanarienvögel stoppten nach neun sieglosen Spielen in Folge ihren freien Fall und verließen durch einen 1:0-Erfolg bei West Bromwich Albion vorerst die Abstiegsränge. Matchwinner für Norwich war Robbie Brady, dem in der 50. Minute das Siegtor gelang.

Arsenal meldet sich eindrucksvoll zurück - Özil angeschlagen

Mesut Özil gegen Seamus Coleman

Arsenals Özil entwischt hier Evertons Coleman, musste später aber angeschlagen raus. picture alliance

Zum Auftakt des 21. Spieltags am Mittag siegte Arsenal souverän in Everton, hatte aber kurzzeitig Sorge um Mesut Özil. Der Weltmeister musste eine Viertelstunde vor dem Abpfiff im Goodison Park angeschlagen ausgewechselt werden, nachdem er zuvor heftig mit Evertons John Stones zusammengerasselt war. Am Sonntag kristallisierte sich heraus, dass sich der 27-Jährige "nur" eine Knöchelprellung zugezogen hat - sein Einsatz für die anstehenden Länderspiel-Klassiker der deutschen Nationalelf am 26. März in Berlin gegen England sowie drei Tage später in München gegen Italien dürfte so nicht gefährdet sein.

Der Regisseur der Gunners war zuvor maßgeblich daran beteiligt, dass Arsenal die lange verloren geglaubte spielerische Eleganz wiederfand. Leichtfüßig, trickreich, dazu mit hohem Tempo und viel Offensivpower - Arsenal zeigte besonders im ersten Durchgang eine bärenstarke Vorstellung und ließ Everton nicht den Hauch einer Chance. Nach feinem Doppelpass mit Özil setzte Alexis Sanchez Danny Welbeck ebenso klasse in Szene, der Nationalstürmer ließ sich die Chance in der 7. Minute nicht nehmen, umkurvte Everton-Keeper Joel Robles und markierte das 1:0 für die Gäste. Die Toffees kamen auch fortan kaum zum Verschnaufen, Arsenal war drückend überlegen, verpasste es aber zunächst, nachzulegen. Erst in der 42. Minute schickte Hector Bellerin mit einem langen Ball aus der eigenen Hälfte Alex Iwobi auf die Reise. Der Youngster sprintete über das halbe Feld und ließ auch Robels keine Chance.

Vorschau

Der zweite Durchgang reichte nicht mehr an die Qualität der ersten Hälfte heran. Arsenal verwaltete das Ergebnis, geriet gegen ein enttäuschendes Everton aber nicht in Gefahr. Gegen Ende der Partie folgten dann doch noch zwei Aufreger. Nach einem Zusammenprall mit John Stones musste Özil angeschlagen ausgewechselt werden (75.), Evertons Verteidiger stieg dem deutschen Weltmeister dabei auf den Fuß. In der 83. Minute wurde einem Kopfballtreffer von Olivier Giroud die Anerkennung verweigert. Schiedsrichter Mike Clattenburg hatte ein Foul von Iwobi an Phil Jagielka gesehen, wodurch Giroud an den Ball kam. Ein solches Vergehen wird aber nicht in jedem englischen Stadion abgepfiffen. Am letztendlich völlig verdienten Arsenal-Sieg änderte dies aber nichts mehr.

"Es war ein sehr wichtiger Sieg für uns, ein mentaler Test", jubelte Arsenal-Trainer Arsène Wenger, der erneut auf Per Mertesacker verzichtete, nach der Partie. "Wir sind weiterhin dabei und auch mathematisch ist alles möglich. Wir sind bereit für einen Kampf."

jer