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"Goldene Bank" für Allegri - Bank-Chaos in Palermo

Serie A, 29. Spieltag: Das Mailänder Rennen bleibt spannend

"Goldene Bank" für Allegri - Bank-Chaos in Palermo

Massimiliano Allegri

Erhielt die "Goldene Bank" für den besten Trainer der Saison 2014/15: Juve-Coach Massimiliano Allegri. Getty Images

Allegri und die "zehn wichtigen Tage"

Juventus Turin genießt Respekt im ganzen Land. Teilweise klingt es fast so, als hätten sämtliche Klubs aus dem Stiefel Furcht vor der Alten Dame. Nachvollziehbar ist dies durchaus: Vier Meisterschaften in Serie, Pokalsieg 2015, Champions-League-Finale 2015 und die aktuell gewaltige Serie von 17 Ligasiegen aus 18 Partien (ein Remis) sprechen eine unmissverständliche Sprache. "Kannibalen" werden die Turiner deswegen genannt - oder "Monster".

Serie A - 29. Spieltag
Serie A - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Juventus Juventus Turin
67
2
Neapel SSC Neapel
64
3
Roma AS Rom
59
Serie A - Torjäger 2015/16
Neapel Higuain Gonzalo
27
Juventus Dybala Paulo
14
Milan Bacca Carlos
13
Spielersteckbrief Totti
Totti

Totti Francesco

Spielersteckbrief Montolivo
Montolivo

Montolivo Riccardo

Spielersteckbrief Higuain
Higuain

Higuain Gonzalo

Spielersteckbrief Pogba
Pogba

Pogba Paul

Juventus Turin - Vereinsdaten
Juventus Turin

Gründungsdatum

01.11.1897

Vereinsfarben

Weiß-Schwarz

AS Rom - Vereinsdaten
AS Rom

Gründungsdatum

22.07.1927

Vereinsfarben

Gelb-Rot

AC Mailand - Vereinsdaten
AC Mailand

Gründungsdatum

16.12.1899

Vereinsfarben

Rot-Schwarz

SSC Neapel - Vereinsdaten
SSC Neapel

Gründungsdatum

01.08.1926

Vereinsfarben

Blau-Weiß

SSD Palermo - Vereinsdaten
SSD Palermo

Gründungsdatum

01.11.1900

Vereinsfarben

Rosa-Schwarz

Juve-Coach Massimiliano Allegri nimmt so etwas Hochtrabendes gewohnt ruhig auf, denn der Maestro auf der Trainerbank weiß: "Unser Ziel ist es, zum fünften Mal in Folge den Scudetto zu gewinnen. Das wäre unglaublich. Der einzige Weg ist allerdings, Schritt für Schritt zu gehen und uns nicht von Meinungen anderer Personen von diesem Weg abbringen zu lassen." Der 48-Jährige, der jüngst die "Goldene Bank" als bester Trainer 2014/15 erhalten hat, blickt deswegen recht nüchtern auf die bevorstehenden Aufgaben in der Serie A: "Die nächsten zehn Tage sind der Schlüssel. Die Spiele gegen Sassuolo und Torino sind sehr wichtig - für uns und für unsere Titelträume. Vor allem Sassuolo, das über eine wirklich starke Mannschaft verfügt und in dieser Spielzeit schon sämtliche Topteams geschlagen hat."

Der Maestro bleibt ruhig und fokussiert

In der Tat könnte Sassuolo am Freitagabend (20.45 Uhr) zum Stolperstein werden: Siege gegen Neapel (2:1), Lazio Rom (2:1, 2:0), Milan (2:0) und Inter (1:0) flößen auch den Turinern Respekt ein. Und da wäre für den aktuellen Tabellensiebten noch das 1:0 am 10. Spieltag gegen Juventus Turin, nach dem die damals akut strauchelnden Bianconeri erst ihre eindrucksvolle Serie bis hin zum Sprung auf Tabellenplatz eins gestartet hatten.

Leonardno Bonucci und Andrea Barzagli

Lässt sich der amtierende Meister und aktuelle Tabellenführer um Leonardo Binucci und Andrea Barzagli (rechts) noch einkassieren? Getty Images

Zudem steht auch noch das Champions-League-Achtelfinale am Mittwoch (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker.de), das Rückspiel nach dem 2:2 zu Hause , dieses Mal beim FC Bayern München an. Angst vor abgelenkten Spielern hat Juve-Coach Max Allegri aber nicht: "Diese Partie und die Champions League überhaupt sind eine Besessenheit der Journalisten, für uns hingegen nur ein Traum. Im Fußball existiert nichts Unmögliches. Siegzwang? Es reicht im Notfall auch ein 3:3. Und falls es nicht klappt, konzentrieren wir uns eben weiter auf Scudetto und Pokal." Die heimische Runde liegt eben im Vordergrund: "Die Liga befindet sich derzeit im Sprintmodus. Nach dem Spiel gegen Sassuolo bleiben noch neun Partien, wir sind also beim Abstieg angekommen. Und der Abstieg kann gefährlicher sein wie der Anstieg, dort können wir leicht mal ausrutschen."

Napoli zieht Hoffnung aus der Tour-de-France-Geschichte

Maurizio Sarri und Gonzalo Higuain

Der Auftrag für Napoli um Coach Maurizio Sarri und Bomber Gonzalo Higuain ist klar: Juventus Turin auf die Pelle rücken. Getty Images

Klingt irgendwie nach Radsport - was Napolis Coach Maurizio Sarri, der mit seiner Truppe am Sonntag (20.45 Uhr) zum Abschluss des 29. Spieltags bei US Palermo gastiert, offenbar genauso sieht. Der 57-Jährige zieht im Kampf um den Meistertitel Hoffnung aus der Radsport-Geschichte: "Vielleicht sind wir ja wie Bernard Thevenet, der nach seiner zweiten Platzierung endlich 1975 den Kannibalen Eddy Merckx (Sieger von 1969 bis 1972 und 1974; Anm.d.Red.) bei der Tour schlug."

Jener Thevenet ließ damals nie locker und erlaubte sich keinen Fehler, um den großen Merckx erstmals hinter sich zu lassen. Das bedeutet: Auch die Süditaliener, aktuell drei Zähler hinter Juve, müssen ziemlich schadlos durch den Rest der Rückrunde kommen. Die richtige Mentalität dazu lebt SSC-Präsident Aurelio De Laurentiis vor: "Scudetto? Daran glaube ich fest. Wir müssen dafür aber in der Spur bleiben, denn Juventus ist enorm stark."

Die größten Hoffnungen werden bei Napoli natürlich auf Stürmer Gonzalo Higuain gesetzt, der bei 26 Toren in 28 Einsätzen steht und ganze 13 Treffer stärker ist als seine Verfolger Carlos Bacca (Milan) und Paulo Dybala (Juve).

Mihajlovic lassen neueste Gerüchte kalt

Apropos Milan: Für die Rossoneri hatte am 28. Spieltag ein starkes Zwischenhoch geendet. Die Mailänder gingen mit 0:2 bei Sassuolo Calcio baden, nachdem zuvor neun Ligapartien lang keine Niederlage mehr zu Buche gestanden hatte (fünf Siege, vier Unentschieden). Der Rückstand auf Erzrivale Inter, der am Samstagabend (20.45 Uhr) im Heimspiel gegen Bologna vorlegen kann, beträgt deswegen wieder vier Punkte. Doch das internationale Geschäft bleibt das Ziel, wie Trainer Sinisa Mihajlovic vor dem Auftritt bei Chievo Verona am Sonntag (12.30 Uhr) klarmacht: "Die Niederlage gegen Sassuolo tat weh, doch es bleiben noch zehn weitere Spiele. Wir schauen nur auf uns."

"Miha" schaut derweil auch auf sich. Die neuesten Gerüchte, der 47-Jährige wolle die Lombarden am Saisonende verlassen, belasten den Coach nämlich nicht. "Es muss natürlich etwas geben, um auch die restlichen Tage in dieser Saison zu stören", so ein erheiterter Mihajlovic gegenüber dem hauseigenen "Milan Channel". "Ich habe einen Vertrag mit Milan und ich bin nur darauf konzentriert, ein Fundament für eine erfolgreiche Zukunft zu legen. Und ich will schon gleich gar nicht den wilden und frei erfundenen Behauptungen Nahrung geben. Ob ich hier auch nach dieser Saison weitermachen will? Natürlich! Warum auch nicht?"

Zamparini schafft sie alle - Novellino ist Trainer Nummer acht

Von Gerüchten kann man in Palermo derweil nur träumen, beim Tabellen-17. herrscht pures Chaos. Im Grunde ist es gar noch schlimmer: In Palermo brennt der Baum. Nach der jüngsten 1:3-Pleite bei Inter beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsränge nur noch einen mickrigen Punkt, was Patron Maurizio Zamparini abermals auf die Palme brachte: "Ich will Palermo nicht in der Serie B sehen. Der Klub verdient das nicht - und die Fans schon gar nicht." Damit startete seine Wutrede gegenüber "Il Giornale di Sicilia" aber erst richtig: "Hier gibt es eine pessimistische Haltung und eine Verlierer-Mentalität. Wir spielen keinen Fußball, wir stellen uns nur hinten rein. Mit unserem inkompetenten Coach verlieren wir die nächsten Spiele alle 0:5! Palermo muss sich verändern."

Maurizio Zamparini

Omnipräsent: Palermo-Boss Maurizio Zamparini. Getty Images

Gesagt, getan: Daraufhin legte Beppe Iachini sein Amt nieder, sodass am Donnerstag Walter Novellino installiert werden konnte. Kein Witz: Novellino ist der achte (!) Trainer in dieser Saison. Die Aufzählung: Iachini war bereits am 12. Spieltag entlassen worden, bevor er im Februar wieder zurückgeholt wurde. Dazwischen beschäftigte Boss Zamparini Davide Ballardini (13. bis 19. Spieltag). Am 11. Januar folgte der Argentinier Guillermo Barros Schelotto, doch die UEFA erkannte dessen Trainerschein nicht an. Er platzierte sich als Obmann auf der Bank, während sich der Reihe nach Fabio Viviani (21. Spieltag), Giovanni Bosi (22.), Giovanni Tedesco (22. bis 24.) und wieder Bosi versuchten.

Während Juve-Trainer Massimiliano Allegri die "Goldene Bank" erhalten hat, braucht es in Palermo eher ein "Bank-Karussell". Ob Zamparini sogar noch alle Neune schafft?

Roma will zurück auf die große Bühne

zum Thema

Einen Trainerwechsel hat auch die Roma schon vorgenommen: Auf Rudi Garcia folgte Luciano Spalletti, der die Giallorossi wieder auf Kurs brachte und auf Rang drei führte. Sieben Ligadreier in Serie bei 22 erzielten Treffern können sich sehen lassen. Genauso wie die beiden Auftritte im Champions-League-Achtelfinale gegen Real Madrid ( 0:2 im Hinspiel , 0:2 im Rückspiel ), als die Hauptstädter gut mithielten, aber zahlreiche Großchancen nicht nutzten. Die Rückkehr auf die große Bühne Königsklasse ist das oberste Ziel - und soll mit einem Sieg am Sonntag (15 Uhr) in Udine weiter untermauert werden. Ob auch der von Spalletti nicht allzu viel beachtete Totti wieder einen Einsatz feiert?

mag