3. Liga

Würzburg: Ein Punkt fehlt noch - Wirbel um "Fusion"

Verein weist Befürchtungen der Fans zurück

Würzburg: Ein Punkt fehlt noch - Wirbel um "Fusion"

"Das hättet ihr davon!"

"Das hättet ihr davon!" - Fans der Würzburger Kickers schwiegen aus Protest für 19:07 Minuten. imago

Nach dem 1:1 gegen Bremen II war der Frust bei den Spielern der Würzburger Kickers spürbar. "Wir haben zwei Punkte verschenkt", sagte Kapitän Amir Shapourzadeh. "In der letzten Aktion so ein dummer Elfmeter - da müssen wir uns selbst ankreiden, dass wir nicht clever agiert haben." Die Kickers hatten das Spiel dominiert und die Werderaner immer wieder im eigenen Strafraum eingeschnürt. Für das Führungstor der Rothosen hatte Shapourzadeh per Elfmeter gesorgt. Es reichte aber nicht zum Sieg, weil der Schiedsrichter unmittelbar vor Abpfiff einen harten, aber vertretbaren Strafstoß für die Bremer gab, den Julian von Haacke sicher verwandelte.

Führungsspieler Shapourzadeh

Allzu schwer dürfte die Enttäuschung in Würzburg aber nicht wiegen - das Remis brachte den 41. Punkt für die Kickers ein, nur einer fehlt noch zu den angepeilten 42. Am Samstag (14 Uhr) soll mindestens dieser eine Zähler geholt werden: Mit dem Chemnitzer FC wartet ein kämpferisch eingestellter Gegner, der um den Klassenerhalt bangt. Shapourzadeh, zwischenzeitlich auf die Bank verbannt, dürfte auch gegen den CFC wieder eine wichtige Rolle einnehmen. In den vergangenen Partien überzeugte er als Führungsspieler auf dem Feld, der verwandelte Strafstoß gegen die Bremer war sein fünftes Saisontor. "Das interessiert mich nicht", sagte der 33-Jährige bescheiden. "Der Elfmeter war super rausgeholt von Elia Soriano."

Spielersteckbrief Shapourzadeh

Shapourzadeh Amir

Spielersteckbrief Soriano

Soriano Elia

3. Liga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Dynamo Dresden
61
2
Erzgebirge Aue
51
3
VfL Osnabrück
47
Trainersteckbrief Hollerbach

Hollerbach Bernd

Würzburger Kickers - Vereinsdaten

Gründungsdatum

17.11.1907

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Bei der spielerisch eher mauen Partie gegen die Werder-Reserve gab nicht das Geschehen auf dem tiefen, lädierten Rasen den meisten Gesprächsstoff auf den Rängen: Für die ersten 19:07 Minuten schwiegen die FWK-Ultras in Anlehnung an das Gründungsjahr des Vereins. Denn unter den Anhängern des Traditionsvereins macht das Gerücht die Runde, die Kickers könnten mit dem Stadtrivalen Würzburger FV fusionieren, um das mittelfristig angepeilte Ziel Zweitligaaufstieg schneller zu erreichen.

Dass es einigen Fans nicht passt, dass wir uns auch mit dem WFV unterhalten, ist nicht mehr zeitgemäß.

Kickers-Vorstand Michael Schlagbauer

"Ich glaube, da wird ein Fass aufgemacht, wo gar keines ist", sagte Kickers-Coach Bernd Hollerbach. Auch die Vereinsführung dementiert und fügt an, es sei wohl kaum im Sinne des Klubs, grundsätzlich jede Zusammenarbeit mit dem WFV abzulehnen. Der Hintergrund: Auf Geheiß des Würzburger Oberbürgermeisters gab es Kooperationsgespräche zwischen Vertretern der Kickers und anderer Vereine mit dem Ziel, die Kräfte zu bündeln und die Entwicklung des Profifußballs in der Stadt voranzutreiben. Eine Fusion, ein neuer Vereinsname oder eine Änderung des Vereinswappens, wie sie manche Fans befürchten, stehe aber nicht zur Diskussion, betonen die beiden FWK-Vorstandsvorsitzenden Michael Schlagbauer und Daniel Sauer in einem Interview auf der Vereinswebsite.

Der Erzrivale WFV war für lange Zeit die Nummer eins der Stadt, nun droht dem Verein der Abstieg in die sechste Liga. Manche Kickers-Fans wünschen sich eine klare Abgrenzung zum Würzburger FV. "Das halten wir zum jetzigen Zeitpunkt für nicht angebracht und wäre ein falsches Zeichen", sagt Sauer. Schlagbauer fügt an: "Dass es einigen Fans nicht passt, dass wir uns neben vielen anderen auch mit dem WFV unterhalten, ist nicht mehr zeitgemäß."

Einen ausführlichen Bericht zu den Kooperationsplänen in Würzburg finden Sie in der aktuellen Donnerstag-Ausgabe des kicker .

kon / fk