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Sharapova-Anwalt: "Sperre bis zu vier Jahren möglich"

Nike und Porsche setzen Verträge aus

Sharapova-Anwalt: "Sperre bis zu vier Jahren möglich"

Maria Sharapova

Ihr droht eine lange Sperre: Maria Sharapova. Getty Images

Sharapova-Anwalt John Haggerty rechnet mit einer langen Sperre für die fünfmalige Grand-Slam-Turniersiegerin. "Diese kann bis zu vier Jahren dauern", sagte Haggerty der Tageszeitung USA Today, meinte aber auch: "Mildernde Umstände können dazu führen, dass es überhaupt keine Sperre gibt." Der Rechtsanwalt hat dem Internationalen Tennis-Weltverband ITF inzwischen "volle Kooperation" angekündigt. Am Montag war Sharapova von der ITF mit Wirkung vom 12. März vorläufig suspendiert worden.

Der Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel rechnet mit einer Dopingsperre von "mindestens zwei Jahren". Dies erklärte der Mediziner und Pharmakologe am Montagabend bei Sky Sports News HD. "Es ist egal, wie lange sie es genommen hat. Und wenn sie es schon 20 Jahre genommen hat. Es ist seit dem 1. Januar 2016 ein Dopingmittel. Ich könnte mir jetzt keine Konstellation vorstellen, dass sie nicht mindestens zwei Jahre gesperrt wird. Da gibt es nichts zu diskutieren", erklärte Sörgel und meinte weiter: "Es wäre schlimm, wenn man sich mit so einer Aussage, dass man es schon zehn Jahre genommen hat, freikauft."

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA teilte am späten Montagabend mit, dass sie die Ermittlungen des Tennis-Weltverbandes ITF abwarten und erst dann über einen möglichen Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS entscheiden wolle.

Nike und Porsche legen Verträge auf Eis

Sharapovas Dopinggeständnis hat für sie auch finanzielle Konsequenzen. Nike und der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche setzten ihre millionenschweren Verträge mit der 28-jährigen Russin aus. "Wir sind traurig und enttäuscht von den Nachrichten", sagte Nike-Sprecher KeJuan Wilkins der französischen Nachrichtenagentur AFP: "Wir haben deshalb beschlossen, unseren Vertrag mit Maria für die Dauer der Untersuchungen ruhen zu lassen."

Porsche teilte am Dienstag mit: "Wir bedauern die aktuellen Nachrichten zu Maria Sharapova. Bis weitere Details hierzu bekannt sind und wir die Situation analysieren können, haben wir uns entschieden, die geplanten Aktivitäten auszusetzen." Ein Schweizer Uhrenhersteller (TAG Heuer) teilte mit, dass der auslaufende Kontrakt mit der fünfmaligen Major-Gewinnerin nicht verlängert werde. Allein im Jahr 2015 verdiente Sharapova laut Forbes-Liste 29 Millionen Dollar, davon 22 durch Werbung.

Die bisherigen sieben Meldonium-Fälle 2016

Eduard Worganow (Russland) Radsport
Olga Abramowa (Ukraine) Biathlon
Zwei Athleten des ASV Nendingen (nicht namentlich genannt) Ringen
Artem Tyschtschenko (Ukraine) Biathlon
Jekaterina Bobrowa (Russland) Eiskunstlauf
Maria Sharapovaa (Russland) Tennis

cfl/sid/dpa

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