Auch Schaaf nimmt Kollegen in Schutz

Labbadia: "Ich kann Schmidt verstehen"

Bruno Labbadia (r.) und Roger Schmidt

Verteidigungsrede für den Trainerkollegen: Bruno Labbadia (r.) nimmt Roger Schmidt in Schutz. imago

Der eine nennt sie "heftig", der andere "einen Hammer": Bruno Labbadia und Thomas Schaaf haben mit Unverständnis auf die Strafe für ihren Trainerkollegen Roger Schmidt reagiert. Der Leverkusener war am Mittwoch zu drei Spielen Sperre plus zwei weiteren zur Bewährung verurteilt worden , weil er am Sonntag beim Heimspiel gegen Dortmund (0:1) dem Platzverweis durch Schiedsrichter Felix Zwayer nicht Folge geleistet und so eine neunminütige Spielunterbrechung provoziert hatte.

"Ich finde das schon heftig und muss auch sagen, dass ich den Kollegen verstehen kann, dass er sich aufgeregt hat", befand HSV-Coach Labbadia am Donnerstag. "Ich finde nicht, dass der Schiedsrichter so deeskalierend war." Für Schaaf habe Schmidt zwar, "etwas falsch gemacht, aber er hat niemanden beleidigt oder tätlich angegriffen", sagte Hannovers Trainer der "Kreiszeitung Syke". "Es geht sicherlich auch um Deeskalation, davon kann bei der Spielunterbrechung von Herrn Zwayer nicht unbedingt die Rede sein."

Labbadia würde lieber über den Freistoß sprechen

Es sei schade, so Labbadia, dass "nicht über den Fehler gesprochen wurde, den Freistoß sechs Meter vorverlegt zu haben". Die Dortmunder hatten unmittelbar vor ihrem Siegtor einen Freistoß schnell und bestenfalls in der Nähe des Tatorts ausgeführt und Schmidt damit in Rage versetzt. Zwayer wiederum hatte betont, dass es "im Ermessen des Schiedsrichters" liege, "drei, vier, fünf Meter weiter entfernt ausführen zu lassen, weil eine Konterchance unterbunden wurde".

Wir haben Vorschläge gemacht, wie man die Spielführung zugunsten der Unparteiischen vereinfachen kann. Das wurde fast alles ignoriert.

Thomas Schaaf

Schaaf ließ eine gewisse Resignation durchblicken. "Wir Trainer haben über viele Jahre versucht, durch Gespräche das Verhältnis zu den Schiedsrichtern zu verbessern", sagte er: "Wir haben Vorschläge gemacht, wie man die Spielführung zugunsten der Unparteiischen vereinfachen kann. Das wurde fast alles ignoriert." Auch Labbadia nennt Schaaf einen "Federführenden" in der Kommunikation mit den Referees, "aber er hat ein Stück weit aufgegeben". Es wäre "schon gut", so der HSV-Trainer weiter, "wenn man öfter miteinander reden würde. Bis jetzt hat es nicht so gefruchtet, wie wir uns das vorgestellt haben."

jpe

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