VfB Stuttgart demonstriert auf Schalke Teamgeist

Verärgerter Kramny zieht überraschendes Fazit

Jürgen Kramny auf Schalke

Lieferte einen Beitrag zur Serie "Sätze, die schon lange kein VfB-Trainer mehr sagte": Jürgen Kramny. picture alliance

Aus der Papp- ist eine Symbolfigur geworden. Daniel Ginczek, vorige Woche schon als papierener Aufsteller ("Gute Besserung, Ginni!") von den Teamkollegen zur Aufmunterung umringt , war auch am Sonntag auf Schalke omnipräsent, obwohl er mit seinem Kreuzbandriss noch viele Monate ausfallen wird. Er stand stellvertretend für den neuen Mannschaftsgeist beim VfB Stuttgart.

Die Mitspieler zogen sich zum Einlaufen mit "Ginczek" und "33" beflockte Spezial-Trainingsjacken über, Martin Harnik formte nach seinem Tor zum 1:1 mit den Fingern zwei Dreien und wiederholte die Geste am Montag beim gemeinsamen Frühstück, das auch der verletzte Angreifer genoss. "Die Aktion mit unseren Einlaufjacken beweist den Teamgeist, den wir derzeit leben", sagt der Österreicher. "Den wollte ich auch mit meinem Torjubel zum Ausdruck bringen."

Bundesliga - 22. Spieltag
22. Spieltag
Bundesliga Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
59
2
Borussia Dortmund
51
3
Hertha BSC
36
4
Bayer 04 Leverkusen
35
5
Bor. Mönchengladbach
35
6
FC Schalke 04
34
7
1. FSV Mainz 05
33
8
VfL Wolfsburg
31
9
1. FC Köln
29
Tabelle Bundesliga

Dass die Siegesserie riss, kam nicht von ungefähr

Es ist nur eine der Säulen, die den beeindruckenden Lauf des VfB unter Jürgen Kramny tragen. Die weiterhin beste Rückrundenmannschaft bewies auch in Gelsenkirchen ihre neuen Qualitäten. Schalke-Trainer André Breitenreiter nahm einen "sehr selbstbewussten" Gegner wahr, der sich erneut auf seine Bank verlassen konnte: Joker Alexandru Maxim, in der 62. Minute eingewechselt, schlug die Ecke, die Harnik, eingewechselt in der 71. Minute, in der 74. Minute das Tor zum Endstand ermöglichte.

Und trotzdem: Dass die Siegesserie nach fünf Spielen riss, kam nicht von ungefähr. Der VfB begann die Partie trotz der frühen Chance für Christian Gentner (6.) beinahe schläfrig. Weder Daniel Schwaab (köpfte unter dem Ball durch) noch Lukas Rupp (verlor das Kopfballduell), weder Georg Niedermeier noch Kevin Großkreutz (reagierten zu langsam) verhinderten, dass der 1,77 Meter kleine Younes Belhanda per Kopf zur Schalker Führung abstauben konnte (14.). Das war nur das prominenteste Beispiel in einer ersten Hälfte, die Kramny hinterher sichtlich ärgerte.

Vielleicht ist es auch ganz gut, dass wir mal nur einen Punkt geholt haben heute.

Jürgen Kramny

"Da hat bei uns über weite Strecken die Ordnung nicht gepasst", sagte er, "da hätten wir deutlich anders auftreten müssen." Warum dieser stotternde Start? Für Kramny war es nicht zuletzt eine Sache der Einstellung. Vielleicht, bilanzierte er bei "Sky" überraschend, "ist es auch ganz gut, dass wir mal nur einen Punkt geholt haben heute". Die Begründung für seinen Beitrag aus der Kategorie "Sätze, die schon lange kein VfB-Trainer mehr sagte": Niemand solle das Gefühl bekommen, dass es "von alleine" läuft. Diesen Eindruck vermittelten ihm seine Profis vor der Pause offenbar.

Deshalb griff Kramny ein: "Einige Dinge" habe er vor dem Seitenwechsel angesprochen, verriet er, gegen abbauende Schalker resultierte so der "verdiente Ausgleich". Seit acht Spielen ist der VfB damit ungeschlagen. Elf wären ein neuer Vereinsrekord.

jpe