Auszüge aus der Wutrede des Bayer-Sportdirektors

Völler in Rage: "Er hat sich ja revanchiert"

Rudi Völler bei Felix Zwayer

Nach dem Spiel erzählte Rudi Völler im Mittelkreis ein paar Takte - danach redete er sich bei "Sky" in Rage. imago

Einstieg: "Der Schiedsrichter meinte, es ein wenig spannender machen zu müssen. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob unser Trainer auf die Tribüne muss oder nicht, dass liegt ja letztendlich in der Entscheidung des Schiedsrichters. Aber man kann es ihm auch vernünftig erklären (...) So ein Spiel dann einfach zu unterbrechen und so eine Hektik reinzubringen, das war völlig unnötig. Warum geht denn der Schiedsrichter nicht hin und sagt, ich schick sie jetzt auf die Tribüne, weil...?"

Über die Szene vor dem BVB-Tor, als die Gäste einen Freistoß knapp sechs Meter vor dem Ort des Fouls ausführten:
"Das sind Dinge, die passieren. Das war eine Fehlentscheidung von ihm. Da kann man Foul pfeifen, aber das war zu weit vorne. Aber da brauchst du es doch danach nicht so spannend zu machen. Gerade weil du das hast gehen lassen. Da verlange ich von ihm, dass er unserem Trainer das erklärt, ob das jetzt in der Regel steht oder nicht. Aber du kannst doch zumindest rausgehen, du kannst ihm sagen, 'Herr Schmidt, so geht das nicht' und dann muss er auf die Tribüne. Das ist doch anderen Trainern auch schon passiert.

Auf die Frage von "Sky"-Moderator Sebastian Hellmann, ob Schmidt seine Energie nicht besser darauf verwendet hätte, seinem Team neue Impulse zu geben, platzte Völler dann völlig der Kragen:
"Wissen Sie, wer neue Impulse hätte geben können? Der Schiedsrichter und der Linienrichter draußen, wenn er nämlich Handelfmeter gepfiffen hätte (Nach Handspiel von Sokratis in der 71. Minute, d.Red). Dann hätte er einen super Impuls geben können. Das ist nämlich ein tausendprozentiger Elfmeter. Der Impuls wäre ganz wichtig gewesen.

Die Mannschaften müssen reingehen, als wäre hier was Furchtbares passiert, total übertrieben.

Rudi Völler

Und dann nochmal zur Situation nach dem Tor:
"In so einer Situation, dass da ein bisschen Hektik aufkommt, ist doch klar. Da geh ich doch als Schiedsrichter hin und sag, so und so, jetzt gehst du hoch. Das ist meine Meinung. Aber gut, wenn es anders im Regelwerk steht - haben wir wieder was dazu gelernt.
Das brauchen wir jetzt nicht überzubewerten, das macht jeder Trainer, die sind alle unter Hochspannung. Klar, dann fühlt man sich auch ein bisschen ungerecht behandelt. Klar, dann meckert man ein bisschen. Man kann natürlich unseren Trainer da hochschicken, dann geht die Welt nicht unter. Das kann passieren, das passiert anderen Trainern auch. Aber erklär's ihm halt vernünftig. Vor allem auch so eine Nummer daraus zu machen. Dass die Mannschaften reingehen müssen, als wäre hier was Furchtbares passiert, total übertrieben.

Aber er hat sich ja revanchiert. Deshalb hat er auch den Elfmeter nicht gepfiffen. Das gleicht sich dann ja wieder aus.

Rudi Völler

Auf den Einwand, so etwas hätte es ja auch noch nie gegeben, dass ein Schiedsrichter eine Bundesligapartie unterbrechen musste, weil ein Trainer sich weigerte, auf die Tribüne zu gehen, entgegnete Völler sarkastisch:
"Aber er hat sich ja revanchiert. Deshalb hat er auch den Elfmeter nicht gepfiffen. Das gleicht sich dann ja wieder aus." - Hellmann: "Das weiß ich jetzt nicht" - Völler: "Das sag ich aber."

Als Hellmann noch einmal nachfragte, ob Schmidt im Sinne des Vereins gehandelt habe, zog er sich endgültig Völlers Unmut zu
"Was haben sie denn jetzt mit dem Roger Schmidt? Was wollen sie denn jetzt vom Roger Schmidt? Das hat doch nichts mit dem Resultat zu tun. Das ist doch viel wichtiger, dass der keinen Elfmeter gepfiffen hat. Oder finden Sie nicht?", fragte der erboste Sportdirektor und nahm den Moderator regelrecht ins Kreuzverhör.

Schluss: "Vielleicht hat er den Fehler gemacht, nicht hochzugehen. Das müsst ihr doch jetzt nicht so aufpumpen die Nummer. Du brauchst doch da die Mannschaften nicht reinzuschicken."

ski