Frankfurt: Hübner verteidigt seinen Trainer

Berthold kritisiert "Rumpelfußball" unter Veh

Frankfurts Manager Bruno Hübner (li.) und der frühere Eintracht-Profi Thomas Berthold.

Gar nicht einer Meinung: Frankfurts Manager Bruno Hübner (li.) und der frühere Eintracht-Profi Thomas Berthold. imago

"Der Anspruch dieser Stadt, dieses Vereins ist ein anderer, als sich im unteren Mittelfeld zu bewegen. Dafür hat Eintracht Frankfurt eine andere Historie, eine andere Erwartungshaltung und eine große Fankultur, was man allein an den TV-Einschaltquoten sieht", sagte Berthold.

Erstaunt stellte der 51-Jährige fest: "Es wundert mich sowieso, dass im letzten Jahr ein Thomas Schaaf auf einmal den Bettel hingeworfen hat, weil er keine Rückendeckung mehr hatte. Er hat einen sehr guten Job gemacht, ist am Ende Neunter geworden und die Mannschaft hat teilweise sensationelle Spiele mit einem großen Unterhaltungswert gezeigt." Armin Veh wiederum sei bisher auch medial ganz gut weggekommen angesichts des "Rumpelfußballs", der nun geboten werde.

Der Anspruch dieser Stadt, dieses Vereins ist ein anderer, als sich im unteren Mittelfeld zu bewegen.

Thomas Berthold

Hübner reagierte gelassen, stellte klar, dass Schaaf auf eigenen Wunsch gegangen sei und sagte in Richtung Berthold: "Thomas Berthold hat letztes Jahr gesagt, dass wir einen super Fußball und schnell nach vorne gespielt haben. Aber wir haben keine Spieler verloren, sondern drei ganz schnelle Spieler dazubekommen. Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir richtig gut gehandelt. Ich glaube nicht, dass wir ein Tempoproblem haben, das sehe ich völlig anders." Kurios allerdings: Selbst Veh bemängelte schon während der Hinrunde die fehlende Geschwindigkeit im Mittelfeld.

Dem in der Öffentlichkeit viel kritisierten Coach stärkte der Sportdirektor den Rücken. "Wir haben gewusst, dass es eine schwierige Saison wird. Eintracht Frankfurt ist ein Verein, der, wenn es schiefläuft, immer unten reinrutschen kann. Armin Veh hat das Vertrauen. Ich würde es heute genauso machen und ihn zurückholen", meinte Hübner.

Armin Veh hat das Vertrauen. Ich würde es heute genauso machen und ihn zurückholen.

Bruno Hübner

Dass die Mannschaft so tief in den Abstiegskampf geraten ist, sieht er vor allem in den vielen verletzungsbedingten Ausfällen begründet. "Wenn wir von Verletzungen verschont geblieben wären, hätten wir eine sehr gute Saison gespielt", glaubt der 55-Jährige. Hoffnung machen ihm die Duelle gegen Mannschaften auf Augenhöhe: "Wir haben es selbst in der Hand. Wir haben Hoffenheim, Hannover und Ingolstadt zu Hause und spielen in Darmstadt."

Berthold indes gibt zu bedenken: "Unabhängig von den Gegnern würde mich viel mehr interessieren, wie die Mannschaft spieltaktisch aus der Misere herauskommen will. Festzuhalten ist auch gegen den HSV, dass es spielerisch dünn war, es nur eine oder zwei große Torchancen gab und die Mannschaft in der Rückwärtsbewegung träge war. Wer kann mal eine Eins-gegen-eins-Situation lösen, wo du torgefährlich bist? Das sind Themen, die muss der Trainer beantworten."

Julian Franzke

Bilder zur Partie Eintracht Frankfurt - Hamburger SV