Interview der Roma-Ikone sorgt für Aufregung

Totti auf der Tribüne - Spalletti erklärt Maßnahme

Francesco Totti

Auf der Tribüne gefeiert: Francesco Totti beim 5:0 gegen Palermo. Getty Images

In einem Interview hatte sich Totti über seine Situation bei der Roma beschwert und damit ganz offen Coach Spalletti kritisiert. "Ich kann nicht so aufhören. Die Verletzung, die ich erlitten habe, ist auskuriert, doch ich werde nicht eingesetzt. Ich kann nicht so leben. Ich verlange Respekt für das, was ich in den vielen Jahren geleistet habe", sagte Totti, Weltmeister von 2006, im Interview mit RAI 1.

Die Beziehung zu dem seit Januar für die Roma tätigen Coach sei nicht ideal. "Wir grüßen uns, und ich respektiere ihn, doch einige Sachen, die er über mich gesagt hat, hätte er mir ins Gesicht sagen sollen", betonte Totti. Spalletti hatte dem Kapitän vorgeworfen, sich von der Mannschaft isoliert zu haben. Nun macht sich Totti verstärkt Gedanken, wie es mit ihm weitergeht. Sein Vertrag läuft im Juni aus, jetzt wolle er sich mit Präsident James Pallotta zusammensetzen und die Situation bewerten.

Das Interview hatte Konsequenzen. Am Sonntagvormittag wurde Totti mitgeteilt, dass er nicht im Kader für das Spiel am Abend stehen werde. Im Stadio Olimpico saß der 39-Jährige beim 5:0 gegen Palermo dann auf der Tribüne - und durfte sich erwartungsgemäß über zahlreiche Sympathiebekundungen freuen. In Rom ist Totti ein Volksheld. Nie hat er den Klub verlassen, bei dem er als 17-Jähriger seinen Einstand in der Serie A feierte. Doch in dieser Saison hat er bisher nur fünf Einsätze in der Liga vorzuweisen. Aufgrund von einer Oberschenkelverletzung musste er wochenlang pausieren.

Wenn der größte Spieler der Nachkriegszeit solche Kommentare macht, wird natürlich ein große Sache daraus.

Luciano Spalletti

Spalletti spielte die Bedeutung des Vorfalls nach der Partie im Übrigen herunter: "Diese ganze Situation gehört der Vergangenheit an. Er war auf der Tribüne, um sich das Spiel anzusehen, ist in die Kabine gekommen, um den Spielern zu gratulieren - und wird morgen wieder mit uns trainieren", sagte der Roma-Coach, der seine Entscheidung erklärte: "Es war nur ein Moment des Ärgers, der in gewisser Hinsicht sogar verständlich ist. Aber wenn der größte Spieler der Nachkriegszeit solche Kommentare macht, wird natürlich eine große Sache daraus."

Nachdem Tottis Aussagen sämtliche Medien dominierten, hätte er die Gefahr gesehen, dass das Team zu sehr abgelenkt werden könnte. Man müsse jeden Spieler behandeln wie den anderen, "selbst wenn dieser Spieler Francesco Totti ist". Ob die Angelegenheit ab Montag erledigt sein wird, bleibt abzuwarten - und dürfte zu bezweifeln sein.

tru/ski

"Il Capitano Totti" - der nimmermüde Römer