Born und Bakalorz müssen in die Kurve

Effenberg fühlt "Ohnmacht" - Finke: "In der Konstellation schwierig"

Böser Blick: Paderborns Trainer Stefan Effenberg steht vor ganz schwierigen Tagen - seine letzten?

Böser Blick: Paderborns Trainer Stefan Effenberg steht vor ganz schwierigen Tagen - seine letzten? imago

Nach dem 0:1 in Sandhausen zum Auftakt ins Kalenderjahr wollte Paderborn gegen Angstgegner Kaiserslautern (kein Heimsieg in fünf Aufeinandertreffen) den Bock umstoßen. Für dieses Projekt standen die Fans geschlossen hinter der Mannschaft, forderten in einer Botschaft "Kampf und Leidenschaft" für die Rückkehr zu "altem Glanz". Nach 90 Minuten prangerte ein enttäuschendes 0:4 auf der Anzeigetafel.

Mit Ausreden wollte sich Marcel Ndjeng nicht lange aufhalten, gab stattdessen trocken zu Protokoll: "Uns helfen keine Phrasen und keine Durchhalteparolen, uns helfen positive Ergebnisse." Ähnlicher Ansicht war auch sein Vorgesetzter, der die Leistung "erst einmal sacken lassen" müsse. "Schmerzvoll, sehr schmerzvoll - bis auf vielleicht zwei Aktionen", beschrieb Effenberg den bitteren Freitagabend am Sky-Mikrofon.

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"...sonst hast du im Profifußball keine Chance"

Lange Anlauf brauchte der Champions-League-Sieger von 2001 nicht, um auszuholen. "Es geht darum, Zweikämpfe zu führen, sie annehmen zu wollen und sie auch zu gewinnen, sonst hast du im Profifußball keine Chance", polterte der Ex-Profi. Die "offensichtlich fehlende Einstellung" brachte Effenberg auf die Palme. Dass sich seine Mannschaft vier oder fünf gute Chancen herausgespielt hatte, bringe ihm "rein gar nichts".

Wenn man diesen Kampf nicht annimmt, dann wirst du kein Spiel gewinnen.

Stefan Effenbergs klare Ansage zum Abstiegskampf mit dem SCP

Mit Blick auf die ewig lange Durststrecke (kein Sieg seit 28. Oktober!) stellte Effenberg unumwunden klar: "Wenn man diesen Kampf nicht annimmt, in einer Phase, in der du mit dem Rücken zur Wand stehst, dann wirst du kein Spiel gewinnen." Gerade das braucht seine Mannschaft aber dringend - und Effenberg auch. Denn: Präsident Wilfried Finke, der das Spiel von Mallorca aus verfolgte, wird am Samstag das Gespräch mit seinem Cheftrainer suchen. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Verein gezwungen sieht, zu handeln. Via Bild ließ Finke am Samstag schon einmal verlauten, dass es "in der Konstellation" schwierig werde, "weiter zusammenzuarbeiten, um die Klasse zu halten".

Es besteht also alles andere als Gewissheit, ob Effenberg nächste Woche - im so brisanten Ostwestfalen-Derby in Bielefeld - noch auf der Bank sitzt. Dass er das Problem in den Griff bekommen könnte, daran zweifelt der "Tiger" nicht: "Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, auch nach so einem Spiel, aber das muss ich natürlich jetzt erstmal sacken lassen."

Born und Bakalorz müssen zum Fan-Rapport

Standen nur vorher hinter der Mannschaft: Die Fans des SC Paderborn.

Standen nur vorher hinter der Mannschaft: Die Fans des SC Paderborn. imago

Mal sehen, wie lange Effenberg, der ebenfalls eine gewisse "Ohnmacht" verspürt haben wollte, das noch darf. Eines ist sicher, davonkommen lassen wird er seine Schützlinge nicht so leicht: "Wenn man so eine Leistung an den Tag legt, das kann man nicht akzeptieren."

Das sahen auch die Paderborner Fans so, die sich nach dem 0:3 in der 56. Minute zu Wort meldeten. Mit Pfiffen machten die Fans ihrem Unmut Luft, die unterstützende Stimmung war längst gekippt. Und es kam noch dicker: Der harte Kern bat Geschäftsführer Michael Born und den gegen Lautern gesperrten Kapitän Marvin Bakalorz nach Spielende zum Rapport. Der Dialog half, die Frage bleibt aber wie im Fall Effenberg: Wie lange noch?

msc/rei