Türkei: Ex-Hamburger bleibt für zwölf Spiele gesperrt

TFF bleibt hart: Nakis Berufung abgeschmettert

Seine Berufung hatte keine Chance: Deniz Naki.

Seine Berufung hatte keine Chance: Deniz Naki. imago

Der Disziplinar-Ausschuss des türkischen Verbands teilte am Montag mit, dass man an der Entscheidung festhält und Naki demnach für zwölf Spiele gesperrt bleibt. Auch muss er eine Geldstrafe von 19.500 türkischen Lira (rund 6000 Euro bezahlen).

Naki war bestraft worden, nachdem er auf seinem Facebook-Profil eine Friedensbotschaft publiziert hatte. Im Anschluss an den sensationellen 2:1-Pokal-Sieg im Achtelfinale von Amed SK gegen den Erstligisten Bursaspor hatte der 26-Jährige unter anderem geschrieben, dass der Sieg denen gewidmet sei, "die bei den Grausamkeiten, die seit über 50 Tagen auf unserem Boden stattfinden, getötet oder verletzt wurden".

Eine Aussage, die Naki außerhalb des Stadions gemacht hat, die aber in der Türkei von so manch einem offenbar nicht gern gehört wurde. Das liegt daran, dass die türkischen Sicherheitsbehörden seit Monaten in der überwiegend von Kurden bewohnten Region mit dem Argument, die Terrororganisation PKK zu bekämpfen, militärisch sehr aktiv sind. Nakis Aussage barg demnach aus Sicht des türkischen Verbandes politischen Zündstoff, weil sie vielleicht unterschiedlich interpretiert werden konnte. Das reichte dem TFF aus, um den Profi hart zu sanktionieren.

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Neben Naki wurde aber auch sein Arbeitgeber bestraft, und zwar mit einem Geisterspiel und einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 türkischen Lira. Fans von Amed SK sollen während des Spiels gegen Basaksehirspor mit ihren Gesängen und Schlachtrufen aus Sicht des TFF ebenfalls "ideologische Propaganda" betrieben haben. Das hat zur Folge, dass der Drittligist aus Diyarbakir am Dienstag im Pokal-Viertelfinale gegen Fenerbahce Istanbul sowohl ohne Naki als auch ohne eigene Fans auskommen muss.

drm