23. Spieltag: Torres macht 100 voll - Valencia-Talfahrt

Barça auf Rekordkurs - Modric rettet Madrid

Glückliche Königliche: Karim Benzema und Daniel Carvajal (re.).

Glückliche Königliche: Karim Benzema und Daniel Carvajal (re.). Getty Images

Blamage für Espanyol - Kommt Caparros für Galca?

Eine letzte Partie des 23. Spieltags stand am Montagabend auf dem Programm - und die hatte es in sich. Espanyol empfing Real Sociedad und kam vor eigenem Publikum übel unter die Räder. Mit 5:0 fertigten die Basken die Katalanen ab, zweimal trug sich der Brasilianer Jonathas in die Torschützenliste ein. Ganze zwei Punkte hat Espanyol aus den vergangenen sieben Ligaspielen geholt, in der Vorwoche setzte es übrigens ein 0:6 bei Real Madrid. Laut Informationen von "Radio Marca" wird in den kommenden Stunden die Trennung von Trainer Constantin Galca bekanntgegeben. Mit einem Nachfolger soll auch schon verhandelt werden. Der erfahrene Joaquin Caparros, bis Januar 2015 bei Granada unter Vertrag, soll bei den Blau-Weißen übernehmen.

Spielersteckbrief Fernando Torres

Torres Sanz Fernando Jose

Primera Division - 23. Spieltag
Primera Division - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
FC Barcelona
54
2
Atletico Madrid
51
3
Real Madrid
50
Primera Division - Torjäger 2015/16
Suarez Luis
21
Benzema Karim
19
Cristiano Ronaldo
19

Modric hält die Blancos auf Kurs

Zu Hause ist Real Madrid eine wahre Macht: Unter Zinedine Zidane, allerdings auch schon unter Rafa Benitez feierten die Königlichen im Estadio Bernabeu zuletzt wahre Schützenfeste: Real gewann seine letzten sechs Heimspiele; allesamt deutlich. Das zeigt allein die Tordifferenz von 33:5. Auswärts gestaltet sich die Lage aber gänzlich anders, denn Madrid reiste am Sonntag mit einer Bilanz von drei sieglosen Auswärtsspielen in Serie zum FC Granada. In Andalusien sollte endlich der Bock umgestoßen werden, und Zidane schickte auch seine vermeintlich stärkste Elf ins Rennen. Bis auf den angeschlagenen Bale waren alle Stars an Bord, auch Weltmeister Kroos. Spielerisch ergriffen die Königlichen rasch das Kommando, nur entwickelten sie anfangs noch zu wenig Durchschlagskraft.

Das änderte sich nach einer halben Stunde, als die Blancos sehenswert über die rechte Seite durchbrachen und Carvajal das Auge für Benzema hatte. Der Franzose schob das Leder aus kurzer Distanz in die Maschen zum 1:0. Es schien, als wäre alles im Lot beim Favoriten. Dem war aber nicht so! Nachdem Benzema nach Wiederanpfiff eine Hundertprozentige liegen gelassen hatte, wurde es nämlich wieder spannend: Modric wurde im Mittelfeld angegangen und verlor den Ball, auch weil Schiedsrichter Jesus Gil Manzano im Weg stand. El-Arabi war war's egal, der Joker stach und glich nach einer Stunde aus.

Nach dem Ausgleich bemühte sich Real um die neuerliche Führung, während das abstiegsbedrohte Granada alles in Waagschale warf und das Remis mit aller Macht verteidigte. Die Uhr tickte aus königlicher Sicht erbarmungslos ab - und der Tabellenvorletzte begann zu realisieren, dass etwas drin war, auch weil Real viel zu schlampig im Passspiel und hinten durchaus anfällig war. Superstar Cristiano Ronaldo war zudem abgemeldet, doch dann schlug die Stunde des Luka Modric: Der Kroate packte fünf Minuten vor dem Schlusspfiff ein echtes Pfund aus und drosch das Leder mit Wucht in die Maschen zum 2:1-Siegtreffer (85.), durch den Real den Abstand auf das Spitzenduo dann doch nicht abreißen ließ.

Sevilla verteidigt in Vigo Platz fünf

Zuvor stand in Vigo das Verfolgerduell zwischen Celta und Sevilla auf dem Programm. Der Einsatz war hoch, hatten die Gastgeber doch die Chance in der Tabelle auf Platz fünf vorzurücken. Daniel Carrico sorgte jedoch noch vor der Pause dafür, dass dieser Traum in weite Ferne rückte. Zum Sieg reichte es aus Sevilla-Sicht allerdings auch nicht, denn Beauvue markierte in der 64. Minute den 1:1-Endstand. In der Tabelle bleibt das Rennen um die Europa-League-Plätze daher extrem eng: So trennen den Tabellenfünften Sevilla und Achten Eibar gerade mal vier Zähler. Dazwischen rangieren Bilbao auf Platz sechs und das punktgleiche Vigo auf Platz sieben.

Dank Suarez: Barça stellt Guardiola-Rekord ein

Ein Eigentor bezwang Levantes Schlussmann Marino zum 1:0: Der FC Barcelona siegte beim Schlusslicht überraschend knapp.

Ein Eigentor bezwang Levantes Schlussmann Marino zum 1:0: Der FC Barcelona siegte beim Schlusslicht überraschend knapp. Getty Images

Der FC Barcelona hat seinen Lauf in der Liga am Sonntag fortgesetzt, hatte bei seinem Auswärtsauftritt bei Schlusslicht UD Levante jedoch wesentlich mehr Mühe als erwartet. Die Katalanen gewannen durch ein Eigentor von Navarro knapp mit 2:0 (1:0) und zeigten wahrlich keine Glanzleistung. Wobei: Hätte der zu Unrecht wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht gegebene frühe Treffer durch Messi (2.) gezählt, ...

So blieb Levante bis zum Schluss im Spiel und hatte nach dem unglücklichen Eigentor durch seinen 35-jährigen Abwehrrecken David Navarro - der Ball prallte nach scharfer Hereingabe von Jordi Alba von der Hüfte ins Netz - bis zur Pause drei hervorragende Chancen auf den Ausgleich. Doch weder Verzas Freistoß (29.) noch die Kontergelegenheiten der durchgebrochenen Lerma (32., links vorbei) und Morales (38., Flachschuss an den rechten Pfosten) brachten das ersehnte Erfolgserlebnis.

Abschnitt zwei begann wieder mit einem Tor der Gäste, diesmal zählte der von Messi markierte Treffer zu Recht nicht - der Weltfußballer hatte knapp im Abseits gestanden (54.). Danach blieben die Großchancen aus, Levante erhöhte in der Schlussphase den Druck, lief dann aber in den entscheidenden Konter: Messi setzte sich auf rechts durch und spielte nach innen auf Suarez, der eiskalt mit dem Außenrist zum 2:0 veredelte. Es war das 20. Saisontor des Uruguayers.

Und der Sieg bedeutete auch die Einstellung eines Klubrekords: In wettbewerbsübergreifend 28 Spielen in Serie sind die Blaugrana nun ungeschlagen und stellten den Bestwert aus der Saison 2010/11 unter Pep Guardiola ein. "Mehr als die Statistiken interessieren mich aber unsere Ziele. Und die erreichen wir erst am Ende der Saison", sagte Coach Luis Enrique, der sein 100. Spiel auf der Bank der Katalanen beging (80/11/9). Auch hier lässt Enrique Guardiola hinter sich (71/19/10 nach 100 Spielen). Was den aktuellen Barça-Trainer mehr interessieren dürfte: Sein Team fuhr drei Pflichtpunkte ein und führt die Tabelle der Primera Division weiter vor Atletico an.

Torres' Jubiläum

Endlich! Atletico-Stürmer Fernando Torres (re.) durfte gegen Eibar sein Torjubiläum feiern.

Endlich! Atletico-Stürmer Fernando Torres (re.) durfte gegen Eibar sein Torjubiläum feiern. imago

Natürlich gegen Eibar - gegen wen auch sonst? Eine gefühlte Ewigkeit hatte Fernando Torres auf seinen 100. Treffer für Atletico Madrid warten müssen, Nummer 99 gelang ihm am 19. September 2015 - im Hinspiel bei den Basken. Der zuletzt angeschlagene Torres sah das Geschehen zunächst von der Bank aus, Correa erhielt im Sturm den Vorzug neben dem gesetzten Griezmann. Doch weder Atletico noch Eibar gelang im ersten Durchgang wirklich Erwähnenswertes. Sekunden nach Wiederanpfiff änderte sich das allerdings: Sauls fürchterlicher Patzer führte letztlich zum 1:0 für Eibar durch Keko, Atletico musste nun einen Zahn zulegen.

Das taten die Colchoneros. Gimenez köpfte nach einer Ecke in der 56. Minute ein, weil Keeper Riesgo zu lange zögerte. Und in der 63. Minute machte Saul seinen Fehler wieder gut, auch das 2:1 fiel per Kopf im Anschluss an eine Ecke.

Erst in der 76. Minute durfte Fernando Torres ran, und gerade noch rechtzeitig schaffte der 31-Jährige sein Jubiläumstor. Nach einer Hereingabe von links flog Riesgo am Ball vorbei, der Welt- und Europameister hielt den Fuß hin - perfekt war das 3:1. An der Außenlinie jubelte Trainer Diego Simeone beinahe enthusiastischer als der Torschütze selbst. "Es ist eine Ehre für mich, zu den erfolgreichsten Torschützen dieses Klubs zu gehören", sagte der Angreifer nach dem Spiel. Sein erstes Tor für Atletico hatte Torres übrigens gegen Albacete erzielt. Das Spiel war am 3. Juni 2001.

Ruben Castro versetzt Valencia nächsten Dämpfer

Die große Frage im Lager des FC Valencia war: Wie würden die "Fledermäuse" auf das 0:7-Pokaldebakel gegen Barça reagieren? Und könnten sie ihren Trainer Gary Neville noch einmal aus der Schusslinie bringen? Die Antworten: Schlecht. Und nein. Denn der Ex-Meister zog bei Aufsteiger Real Betis mit 0:1 den Kürzeren. In einem hart umkämpften Spiel mit zahllosen Gelben Karten - Gäste-Joker Gaya sah in der Schlussphase auch noch Gelb-Rot (85.) - traf einzig Betis-Routinier Castro nach Vorarbeit von van Wolfswinkel aus kurzer Distanz ins Tor. Es war das zehnte Saisontor des 34-Jährigen. Die Andalusier überholten das punktgleiche Valencia, das nun schon seit zwölf Ligaspielen in Folge sieglos ist. Abzuwarten bleibt, wer im nächsten Spiel als Trainer auf der Bank Platz nimmt.

Nullnummer für Villarreal

In einem weiteren Abendspiel wollte Villarreal nach Punkten mit real Madrid aufschließen, doch das Gelbe U-Boot kam bei Athletic Bilbao nicht über ein 0:0 hinaus. Wenngleich die Tore fehlten, so ging es im Baskenland doch recht farbenfroh zu. Insgesamt gab es zwei Platzverweise - in der hitzigen Nachspielzeit sahen Williams und Bonera jeweils die Ampelkarte.

las/aho/drm