Sensations-Spitzenreiter siegt beim Verfolger eindrucksvoll

Matchwinner Huth - Leicester schüttelt ManCity ab

Robert Huth

Leicesters Matchwinner Robert Huth jubelt über einen seiner Treffer bei Manchester City. imago

Mit den neuen Offensivkräften Raheem Sterling und Fabian Delph wollte ManCity-Teammanger Manuel Pellegrini dem Tabellenführer Paroli bieten, Pablo Zabaleta und Aleksandar Kolarov sollten der Defensive die nötige Stabilität verleihen. Claudio Ranieri, Trainer des Spitzenreiters, vertraute dagegen auf der Startelf, die auch beim 2:0 gegen Liverpool begann.

Früh waren die Fronten geklärt. Nach einem Freistoß durch Riyad Mahrez von der rechten Torauslinie schüttelte Huth um Fünfmeterraum seinen Gegenspieler Martin Demichelis ab und traf aus kürzester Distanz zum 1:0. Fortan konnte sich Leicester auf die Defensive konzentrieren, und bei eigenem Ballbesitz durch schnelles Umschaltspiel für Gefahr sorgen. Dank der frühen Führung ging der Matchplan Ranieris voll und ganz auf. Zwar hatte ManCity mehr Ballbesitz und optische Vorteile, doch die Abwehr Leicesters um den bärenstarken Huth geriet nur selten in Verlegenheit.

Eigentlich musste Keeper Kasper Schmeichel nur ein einziges Mal eingreifen, als er in der 32. Minute einen Schuss von Aguero entschärfte. Dagegen war Leicester bei den eigenen Kontern einem zweiten Treffer deutlich näher, vor der Pause sollte dieser aber nicht mehr fallen.

Dafür sorgten die Füchse unmittelbar nach dem Wechsel für die Vorentscheidung. Ngolo Kanté eroberte im Mittelfeld den Ball, passte steil auf Mahrez, der zwei Gegenspieler gekonnt ins Leere laufen und auch ManCity-Keeper Joe Hart keine Abwehrchance ließ (48.). Nach dem erneuten Blitzstart waren die Citizens noch geschockter, die Defensive präsentierte sich ohne den verletzten Kapitän Vincent Kompany einmal mehr in einem bedenklichen Zustand.

Riyad Mahrez

Sie träumen einfach weiter: Riyad Mahrez traf für Leicester City zum 2:0. imago

Leicester nutzte dies in Person von Huth aus, der nach einer Stunde seinen Doppelpack schnürte. Nach einem Eckball köpfte der 31-Jährige ein, hatte dabei allerdings gegen Demichelis die Hände zur Hilfe genommen. Sei's drum, der Sieg Leicesters beim Verfolger war so oder so hochverdient. In der Folgezeit hatte die Pellegrini-Elf noch Glück, dass Leicester nicht mehr konsequent auf das vierte Tor spielte. Aguero betrieb nur noch Ergebniskosmetik (87.).

Durch den Dreier vergrößerte Leicester den Abstand auf ManCity auf sechs Punkte und strebt weiter scheinbar unaufhaltsam der Meisterschaft und damit einer der größten Sensationen der englischen Fußballhistorie entgegen.

Huth: Mehrfachbelastung der Konkurrenz ein Vorteil

"Alle Teams um uns herum spielen in der Champions League oder Europa League. Für sie ist es unvermeidlich, sich auch über andere Spiele Gedanken zu machen - das kann nur ein Vorteil für uns sein. Denn wir müssen uns nur auf die Liga konzentrieren", sagte Matchwinner Huth bei "BT Sport". Großen Anteil am Sieg in Manchester hatte auch der gewohnt starke Mahrez, der als einziger Premier-League-Akteur zweistellige Werte bei Toren (14) und Assists (10) vorweisen kann: "Wir haben noch viele Spiele vor uns, daher sollten wir noch nicht vom Titel reden", meinte der Algerier, betonte aber auch: "Wir haben nicht erwartet, hier 3:1 zu gewinnen, also werden wir weiter träumen und sehen, was passiert."

Es ist eine verrückte Premier League. Wir werden es versuchen. Warum nicht?

Claudio Ranieri

Und Ranieri? Der hatte vor dem Spiel noch betont, er sei nicht Obama und könne in Sachen Meisterschaft nicht einfach "Yes, we can!" rufen . "Es ist verrückt. Es ist eine verrückte Premier League", suchte der Italiener direkt nach dem Spiel nach Worten: "Wir hatten keine Angst, wir wollten hier gewinnen. Wir spielen jedes Spiel, als ob es unser letztes ist." Langsam muss auch der Coach die Zurückhaltung ablegen: "Jetzt sind wir sehr, sehr selbstbewusst. Wir werden es versuchen. Warum nicht?"

Bereits am nächsten Wochenende steht für Leicester City das nächste große Spiel an. Am Sonntag (13 Uhr) gastiert das Ranieri-Team beim FC Arsenal

jer/ski