Bundesliga

Neustart für Ben-Hatira, Herausforderung für Regäsel

Frankfurt: Veh bricht Pressekonferenz ab

Neustart für Ben-Hatira, Herausforderung für Regäsel

Neue Kräfte: Yanni Regäsel, SGE-Sportdirektor Bruno Hübner und Änis Ben-Hatira (v.li.).

Neue Kräfte: Yanni Regäsel, SGE-Sportdirektor Bruno Hübner und Änis Ben-Hatira (v.li.). imago

"Ich wurde sehr herzlich empfangen, vom Trainer vor allem, und auch von den anderen sehr gut aufgenommen. Der erste Eindruck ist sehr positiv und ich bin auch positiv überrascht von der Spielstärke der Mannschaft", ließ Ben-Hatira wissen. "Ich bin hier, um Fußball zu spielen und freue mich sehr über die neue Herausforderung - eine Art Neustart bei Eintracht Frankfurt. Es ist eine neue Chance, mich von meiner besten Seite auf dem Fußballfeld zu zeigen."

Dass es überhaupt zum Wechsel kam, hat indes maßgeblich damit zu tun, dass sich Ben-Hatira am vergangenen Samstag außerhalb des Fußballfeldes nicht von seiner besten Seite gezeigt hat. Zum Vorfall im Mannschaftsbus von Hertha BSC, den Sportdirektor Hübner als "Rauferei" bezeichnete, erklärte Ben-Hatira: "Ich habe etwas getan, was nicht in Ordnung war, was nicht zu korrigieren ist. Ich habe mich entschuldigt. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein Spieler bin, der sich immer dem Erfolg des Vereins unterordnet. Es ist leider passiert, das kann ich nicht mehr ändern. Es wird auch nie wieder vorkommen, das ist ganz klar."

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Spielersteckbrief Ben-Hatira

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Es ist auch wichtig, eine gute Qualität im Training zu haben.

Armin Veh

Nach Ben-Hatiras Entschuldigung war für Hübner der Vorfall schnell als "Ausnahmesituation" abgehakt. Diese hatte aber erst "die neue, unvorhergesehene Konstellation" als Grundlage für den überraschenden Transfer geschaffen.

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Noch am Sonntagvormittag war der Eintracht-Sportdirektor selbst davon ausgegangen, dass sein Klub nicht mehr auf dem Transfermarkt tätig werden würde. Man habe sich laut Hübner schon länger mit Ben-Hatira beschäftigt, nicht aber konkret in dieser Wintertransferperiode. Nach der kurzfristigen Vertragsauflösung in Berlin habe man die neue Situation jedoch wahrgenommen.

Hübner hat mit dem 27-jährigen Offensivspieler bereits in Duisburg zusammengearbeitet, Armin Veh trainierte ihn zu seiner Zeit beim Hamburger SV. "Ich kenne seine Fähigkeiten und bin überzeugt, dass er uns helfen kann. Änis macht uns flexibler. Es ist auch wichtig, eine gute Qualität im Training zu haben", sagte der Eintracht-Coach.

Regäsel soll das Niveau heben

Unter anderem zu einem hohen Niveau in den Übungseinheiten soll auch der zweite Last-Minute-Neuzugang Yanni Regäsel (Vertrag bis 2019) beitragen. Über eine Verpflichtung des 20-Jährigen im kommenden Sommer war sich die Eintracht laut Veh und Hübner ohnehin bereits einig und nutzte nun die Gelegenheit, den Transfer vorzuziehen. Auch um dem jungen Rechtsverteidiger mehr Eingewöhnungszeit und die Chance zu gewähren, sich direkt als Alternative anbieten zu können.

"Ganz ehrlich, ich habe gar keine Erwartungen. Ich warte ab, wie es läuft und hoffe, es wird sehr gut. Ich freue mich sehr auf die Aufgabe hier in Frankfurt", gab sich Regäsel zurückhaltend. Warum er seinen Heimatverein nach über zehn Jahren und ausgerechnet im Winter nach seiner ersten Bundesliga-Halbserie mit sechs Einsätzen verlässt, meinte der Rechtsverteidiger: "Ich wollte einfach eine neue Erfahrung sammeln, eine neue Herausforderung. Ich denke, hier wird alles gut werden."

Schon bei der dienstäglichen Vormittagseinheit durften die beiden Zugänge erstmals in neuer Kluft Fußball spielen. Dort machte Regäsel in Abwesenheit des angeschlagenen Stefan Aigner (Veh: "Nichts Schlimmes") und des am Wochenende gesperrten Makoto Hasebe (krank) gleich einen guten Eindruck auf seinen neuen Trainer. Ben-Hatira lief gar direkt in der vermeintlichen A-Elf auf, links in der offensiven Dreierreihe neben Zehner Marco Fabian und Rechtsaußen Mijat Gacinovic. Dahinter bildeten Marc Stendera und Szabolcs Huszti die Doppelsechs, da Marco Russ den am Wochenende gelbgesperrten David Abraham in der Innenverteidigung vertrat.

Veh bricht Pressekonferenz vorzeitig ab

Fußball spielen durfte Ben-Hatira also, nur zu seinen Zielen bis zum Vertragsende im kommenden Sommer konnte sich der Neuzugang nicht äußern. Bei der entsprechenden Frage zum Ende der gut 20-minütigen Pressekonferenz fuhr Veh plötzlich dazwischen: "Das langt jetzt dann auch. Ich möchte das hier abbrechen, weil die zwei müssen jetzt hoch und heute nochmal trainieren."

Ein skurriles Ende der öffentlichen Vorstellung von Regäsel und Ben-Hatira, woraufhin Sportdirektor Hübner in kleiner Runde in Vertretung für Letzteren den Journalisten erläuterte, dass es natürlich Ben-Hatiras Ziel sei, sich in den kommenden Monaten für ein längerfristiges Engagement bei der Eintracht über den Sommer hinaus zu empfehlen.

Carsten Schröter

kicker.tv Hintergrund

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