Bremen: Beide Sorgenkinder können für Schalke eingeplant werden

Bargfrede und Junuzovic machen Hoffnung

Zlatko Junuzovic

Keine Scheu vor Zweikämpfen: Bremens Mittelfeldmotor Zlatko Junuzovic gegen Austria Wien, rechts Levin Öztunali. imago

Aus dem Bremer Trainingslager in Belek berichtet Hans-Günter Klemm

Zum Auslaufen hatte er sich den Oberschenkel bandagieren lassen. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie Junuzovic beruhigte: "Nichts Schlimmes, ich habe nur leicht etwas an der Muskulatur gespürt." Sein Körper macht also wieder mit. Und sein Kopf auch, wie der Härtetest gegen seinen Ex-Klub bewiesen hat. Im Spiel gegen Austria Wien, dem 2:2-Remis in der letzten von fünf Partien in Belek, feierte der Österreicher nach seinem Comeback nach wochenlanger Pause wegen der Verletzung an der Schulter.

Spielersteckbrief Junuzovic

Junuzovic Zlatko

Spielersteckbrief Bargfrede

Bargfrede Philipp

"Es schaut gut aus. Es läuft wie geplant", hatte der Mittelfeldspieler an den Tagen zuvor davon gesprochen, dass er sich leicht herantasten möchte, um zu überprüfen, "wie es mit der Schulter funktioniert". Nur ein leichtes Ziehen verspüre er bei einigen Bewegungen, so Junuzovic. "Das ist völlig normal, wie mir der Doc erklärt hat. Das wird so noch im nächsten halben Jahr der Fall sein."

Beim Test gegen die Austria lieferte der 28-Jährige den Beweis, dass er keinerlei Hemmungen mehr hat und eingeplant werden kann für den Start in die Rückrunde. "Es lief sehr gut. Ich bin mehr als zufrieden", bestätigte "Zladdi" die Eindrücke, die die Beobachter auf der Tribüne gewonnen hatten. Auch Trainer Viktor Skripnik war beruhigt nach den ersten Gehversuchen, die sein Schützling unter Wettkampfbedingungen getan hat. Das Wichtigste für den Coach: "Er ist in die Zweikämpfe gegangen." Dass Junuzovic "körperlich noch in ein gewisses Loch gefallen" sei, nahm Skripnik als selbstverständlich hin.

Besserung bei Bargfrede - Guwara für Sternberg?

Eine erfreuliche Nachricht aus Belek also, die zweite kam aus der Heimat. Gute Kunde von Philipp Bargfrede, der vorzeitig abgereist war, weil seine gereizte Achillessehne Anlass zur Sorge gab. "Der Professor hat gesagt, dass die Reizung nicht so schlimm sei", teilte Skripnik die beruhigende Diagnose mit, die ein Spezialist in Hannover gestellt hatte. Die Bremer und Bargfrede wollen auf Nummer sicher gehen: Der 26-Jährige reiste nach München, um eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. Zudem ließ er sich in einem Therapiezentrum in Traunreut am Chiemsee behandeln. Dort hatte er nach seinen diversen Knieverletzungen in den letzten Jahren gute Erfahrungen gemacht.

Er hoffe, dass es schon gegen Schalke reicht, gab sich Bargfrede optimistisch nach diesen Maßnahmen. Am Montag will Skripniks Schlüsselspieler wieder ins Übungsprogramm einsteigen. Es soll überprüft werden, wie die lädierte Sehne auf Belastungen reagiert. Die Hoffnung bei Bargfrede ist also wieder zurückgekommen, was den Trainer erleichtert. Dieser musste beim Testspiel gegen Inter Baku den Ausfall eines weiteren Akteurs beklagen, der zuletzt zum Stamm zählte. "Bitter", kommentierte Skripnik den Bänderriss am Sprunggelenk von Janek Sternberg. Zum Glück hat sich der junge Leon Guwara bewährt, der auch auf der linken Seite verteidigen kann. Als Backup für Theodor Gebre Selassie auf rechts wird entweder Marnon Busch oder Luca-Milan Zander, beide zurückversetzt in die U 23, kurzfristig in den Kader zurückgeholt.

Ich kann nicht versprechen, dass wir es in der Bundesliga schaffen und den Klassenerhalt packen.

Viktor Skripnik

Die Hoffnungszeichen bei Bargfrede und Junuzovic, die erfreulichen Leistungen des Testspieler Jordan Morris und Laszlo Kleinheisler (Skripnik: "Er hat schon Qualität"), konzentriertes und intensives Arbeiten - in der Bilanz von Belek, die Skripnik zieht, überwiegt das Positive. "Ich bin zufrieden", erklärt der Coach, der dennoch appelliert, "akribisch weiter zu arbeiten und sachlich zu bleiben". Der Ukrainer zur Perspektive im Abstiegskampf: "Doch wir wissen, dass wir noch Defizite haben. Ich kann nicht versprechen, dass wir es in der Bundesliga schaffen und den Klassenerhalt packen."

Werder kehrte am Samstag zurück an die Weser. Am Sonntag haben die Profis frei, müssen aber daheim individuell ein Laufprogramm absolvieren. Für den Mittwoch plant Skripnik ein Geheimtraining im Weserstadion, wobei er im Spiel Elf gegen Elf seine A-Elf testen lassen möchte.

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