Münchner sportlich und finanziell in der Krise

1860 und die Monate der Entscheidung

Einschwören für die Restrunde: 1860-Coach Benno Möhlmann (Mitte) und Spieler.

Einschwören für die Restrunde: 1860-Coach Benno Möhlmann (Mitte) und Spieler. imago

Der erste Test, den der TSV 1860 am Mittwoch gegen Austria Salzburg absolvierte, lieferte zumindest ein kleines Erfolgserlebnis im neuen Jahr. 1:0 bezwang die Truppe von Trainer Benno Möhlmann den österreichischen Zweitligisten in der Wacker-Arena in Burghausen - Schütze des Siegtreffers war Stefan Mugosa. Der Trainer war zufrieden: "Es war unser erstes Testspiel und dafür ganz ordentlich", sagte Möhlmann, der auf einige Stammkräfte verzichten musste. "In der 2. Halbzeit haben wir entschlossener nach vorne gespielt und am Ende sicher verdient gewonnen", so der Coach.

So soll es natürlich auch zum Auftakt nach der Winterpause sein. Doch bis zur Partie gegen den Aufstiegskandidaten 1. FC Nürnberg ist noch eine lange Vorbereitung zu absolvieren - gegen das rumänische Spitzenteam Pandurii Targu Jiu am 23. Januar und das ukrainische Team Dynamo Kiew am 25. Januar stehen noch ernsthafte Tests an.

Derzeit kann der Coach der Löwen allerdings nicht auf sein ganzes Personal zurückgreifen. Während Vitus Eicher und Milos Degenek nach kurzer Pause am Freitag wieder am Training teilnahmen, muss Möhlmann weiterhin auf den gesundheitlich angeschlagenen Torjäger Rubin Okotie verzichten und auch Daniel Adlung muss nach einem Schlag aufs Sprunggelenk vorerst pausieren. Zudem zog sich der eben erst von einer Adduktorenverletzung wieder genesenen Valdet Rama im Test gegen Salzburg einen Bruch des kleinen Zehs zu und fällt vorerst aus.

Testspiel in Grödig - Ismaik wohl hilfsbereit

Als nächstes steht am Samstag nun der Test beim SV Grödig an, bevor es am Montag ins Trainingslager nach Estepona in Spanien geht. Dort wird das Team aus Giesing versuchen, sich in Ruhe auf die verbleibenden 15 Partien vorzubereiten - und die noch ungewisse Zukunft auszublenden. Bis zum Frühjahr muss der Verein nämlich ein strukturelles Defizit von sechs Millionen Euro ausgleichen, was durch Investor Hasan Ismaik erfolgen soll, sonst droht die Insolvenz. Zwar ist der arabische Aufsichtsratsboss verärgert und enttäuscht, dass sein Projekt "1860 München" ein gescheitertes zu sein scheint. Doch intern soll es bereits Signale gegeben haben, dass der 39-Jährige den Verein nicht in die Insolvenz schlittern lassen werde.

Sollte es soweit kommen, hätte Ismaik nämlich auch nichts davon, seine Anteile am Verein würden ihren Wert komplett verlieren. Daher ist 1860-Präsident Peter Casalette guter Dinge: "Ich glaube nicht, dass wir ein Horrorszenario an die Wand malen müssen."

kid/moz