Bundesliga

Schlecht gelaufen: Bendtners und Draxlers Fauxpas

Sondereinheiten für VfL-Profis - Abschied des Dänen rückt näher

Schlecht gelaufen: Bendtners und Draxlers Fauxpas

Haben sich bei ihrer Vorbereitung auf das Trainingslager nicht mit Ruhm bekleckert: Wolfsburgs Nicklas Bendtner (l.) und Julian Draxler.

Haben sich bei ihrer Vorbereitung auf das Trainingslager nicht mit Ruhm bekleckert: Wolfsburgs Nicklas Bendtner (l.) und Julian Draxler. imago

Aus Wolfsburgs Trainingslager in Lagos berichtet Thomas Hiete

Der Himmel ist wolkenverhangen, es nieselt. Punkt 8 Uhr, der Wolfsburger Trainingsplatz direkt am Mannschaftshotel im portugiesischen Hafenstädtchen Lagos. Während sich die anderen VfL-Profis noch einmal im Bett umdrehen, dreht Nicklas Bendtner bereits seine Runden auf dem satten Grün. Es ist keine lobenswerte Extraschicht an diesem Montagmorgen, nein, Bendtner hat mal wieder Nachholbedarf. Mit Kopfhörern im Ohr dreht er unter Anleitung von Fitnesstrainer Oliver Mutschler eine halbe Stunde lang seine Runden. Bereits zum vierten Mal in dieser kurzen Wintervorbereitung.

Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
49
2
Borussia Dortmund
41
3
Hertha BSC
33
Trainersteckbrief Hecking

Hecking Dieter

Spielersteckbrief Bendtner

Bendtner Nicklas

Spielersteckbrief Draxler

Draxler Julian

Spielersteckbrief Azzaoui

Azzaoui Ismail

Der Grund ist simpel: "Wir haben Pläne ausgegeben", erklärt Dieter Hecking, "die sind zu 100 Prozent durchzuführen." Wie viel Prozent hat Bendtner davon geschafft? Der Trainer antwortet: "Anscheinend zu wenig, sonst würde er nicht laufen. Das heißt nicht, dass Nicklas gar nicht gelaufen ist. Nur wie er die Läufe gemacht hat, das war nicht in unserem Sinn." Der Angreifer nimmt's nach außen hin locker, sagt lapidar: "Das macht mich nur stärker..."

Bendtner lernt einfach nicht dazu

Bendtner, immer wieder Bendtner. Es ist nicht die erste Verfehlung des skandalträchtigen Dänen, der bereits im Sommertrainingslager in den "Genuss" von qualvollen Extraeinheiten mit Fintesscoach Mutschler kam. Damals in Donaueschingen hatte die schlechte Leistung des Stürmers in einem Testspiel dazu geführt, dass Trainer Hecking zu härteren Maßnahmen greifen musste. "Ich hoffe, dass er merkt, dass es ihm guttut", sagte der Coach im vergangenen Juli, "er kann das gut gebrauchen, um besser zu werden."

Sein Management hat bereits neue Arbeitgeber im Sinn: Nicklas Bendtner.

Sein Management hat bereits neue Arbeitgeber im Sinn: Nicklas Bendtner. imago

Doch schon damals beschlichen Hecking Zweifel ob des erhofften Lerneffekts: "Ich weiß nicht, ob Nicklas das versteht." Offenbar nicht. Und somit rückt der Abschied des Edelreservisten näher - wenn sich ein Abnehmer für ihn findet. Nach kicker-Informationen fahndet Bendtners Management intensiv nach einem neuen Klub für den dänischen Nationalspieler, dem der VfL keine Steine in den Weg legen würde. Anvisiertes Ziel ist England, im besten Fall die Hauptstadt London, wo Bendtner ein Haus besitzt. Auch die italienische Serie A kommt infrage.

Azzaoui und Draxler: Zwei weitere Sorgenkinder

Das Schlimme für Wolfsburg: Nicht nur Bendtner, bei dem die Verantwortlichen nichts mehr überraschen kann und der in den sportlichen Planungen ohnehin keine Rolle mehr spielt, musste seit dem Trainingsbeginn am 4. Januar Sonderschichten schieben. "Nach Durchsicht der Pulsuhren haben wir gesehen, dass das bei zwei, drei Spielern nicht korrekt war", erläutert Hecking. Zum einen Nachwuchsmann Ismail Azzaoui, der, so seine Erklärung, bei einem Lauf im Urlaub die notwendige Pulsuhr vergessen hatte, und: Julian Draxler. Der Mann, der mit 36 Millionen Euro der teuerste Transfer der Wolfsburger Vereinsgeschichte ist, der die große Hoffnung auf eine erfolgreiche VfL-Zukunft darstellt.

Er hätte es sich leichter machen können.

Klaus Allofs über Julian Draxler

Doch auch der 22-jährige Weltmeister hat in den Ferien, die er größtenteils in Miami verbrachte, geschlampt. Hecking: "Auch bei Julian waren wir nicht ganz hundertprozentig mit dem zufrieden, was er gemacht hat." Ein fahrlässiger Fehlstart des Hochbegabten in das neue Jahr, das auch sein Jahr werden soll. Draxler hat in der Hinrunde beim VfL zwar nicht enttäuscht, jedoch fehlt ihm noch die Konstanz, um zur unverzichtbaren Größe aufzusteigen. Klaus Allofs, der den Nationalspieler Ende August für die Wolfsburger Rekordablöse aus Schalke verpflichtete, betont, dass Draxlers Versäumnis weniger gravierend sei als bei Bendtner. "Die Fälle sind unterschiedlich", so der Manager, der jedoch in Bezug auf den VfL-Regisseur unterstreicht: "Er hätte es sich leichter machen können."

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