Bundesliga

Ehrgeiziger Rausch lässt sich vom Wasser nicht beirren

Darmstadt: "Autodieb" Niemeyer auf der Flucht vor dem Gewitter

Ehrgeiziger Rausch lässt sich vom Wasser nicht beirren

Befindet sich schon in starker Form: Der Darmstädter Konstantin Rausch.

Befindet sich schon in starker Form: Der Darmstädter Konstantin Rausch. imago

Aus Darmstadts Trainingslager in Lara/Türkei berichtet Carsten Schröter

Wie schon am Dienstag begann der Tag für die Lilien bereits vor Tagesanbruch um 7 Uhr mit einem rund halbstündigen Lauf. Danach sollte um 10.30 Uhr auf dem Platz trainiert werden. Sollte. Wegen eines heftigen Gewitters traten Team und Betreuer jedoch zunächst den Rückzug ins Hotel an.

Peter Niemeyer fühlte sich zu Fuß offenbar nicht sicher genug. Also kaperte der Spaßvogel kurzerhand das Mietauto eines Journalisten und fuhr los. Nach einigen Metern beendete er jedoch den Scherz, setzte zurück und trat dann doch den Fuß-Marsch an.

Als sich die Blitze vom Trainingsgelände verzogen hatten, kehrten Spieler und Trainer zurück. Heftiger Niederschlag war allerdings geblieben. Kurzzeitig hagelte es sogar ein wenig, sodass Konstantin Rausch seine Hand schützend über seinen kahl rasierten Kopf hielt. Einmal macht ein Wasser-Training Spaß, das zweite Mal schon nicht mehr ganz so sehr. Richtig genervt zeigte sich der Außenbahnspieler dennoch noch nicht von den Wetterkapriolen an der türkischen Riviera.

Ich glaube, ich hatte immer eine gute Form.

Konstantin Rausch

"Man muss alles so nehmen, wie es kommt. Wir haben die beiden Einheiten durchgezogen, auch wenn es etwas schwierig war und ein bisschen weh tut. Aber es ist ok. Vorher die Einheiten waren gut, das Spiel war in Ordnung, daher sind wir im Soll", findet Rausch. "Trotzdem ist es natürlich besser, wenn das Wetter mitspielt, man gute Bedingungen hat und der Ball läuft", meint der 25-Jährige, der im Test gegen Chemnitz am gestrigen Mittwoch (2:0) spielerische Fortschritte im Spiel seiner Mannschaft erkannte.

Darmstadts Peter Niemeyer entsteigt dem "geklauten" Auto.

Darmstadts Peter Niemeyer entsteigt dem "geklauten" Auto. imago

Fortschritte will auch Rausch selbst wieder machen. Im Training geht er hochmotiviert und mit viel Körperspannung zur Sache, nagelt bei Torschussübungen nicht selten die Kugel unter die Latte, gegen den CFC gab er die Vorlage zum 1:0 durch Dominik Stroh-Engel. Rausch präsentiert sich in starker Form. Nichts Neues für ihn. "Ich glaube, ich hatte immer eine gute Form. Ich habe auch eine ordentliche Hinrunde gespielt. Jetzt bin ich natürlich heiß auf die Rückrunde", sagt Rausch.

Besonders, weil er zum Ende der Hinrunde seinen Stammplatz (16 Einsätze, dreimal ein- und elfmal ausgewechselt, kicker-Notenschnitt 3,61) an Rivale Tobias Kempe verloren hatte und weil es zum Wiederauftakt gegen seinen Heimatverein Hannover 96 geht. "Das ist natürlich etwas Spezielles für mich. Aber egal, gegen wen es geht, ist es natürlich immer mein Ziel, in der ersten Elf zu stehen", stellt der Linksfüßer klar und fügt an: "Ich bin überzeugt, dass ich meinen Teil zu unserem großen Ziel beitragen kann."

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