Angreifer hat sich aus seinem Vertrag rausgeklagt

Onisiwo ist das neue Mainzer Projekt

Er klagte sich aus seinem Vertrag und unterschrieb in Mainz: Karim Onisiwo.

Er klagte sich aus seinem Vertrag und unterschrieb in Mainz: Karim Onisiwo. imago

"Karim Onisiwo ist ein schneller, trickreicher Spieler mit einem guten Zug zum Tor, dessen Fähigkeiten sehr gut zu unserer Spielweise passen", nennt Schmidt die Vorzüge des Neuzugangs, der in Mainz nicht sofort einschlagen muss: "Er bekommt bei uns die Zeit, sein Talent in Ruhe weiterzuentwickeln und auf ein höheres Niveau zu bringen."

Manager Christian Heidel schlägt in die gleiche Kerbe und macht deutlich, dass Onisiwo als Perspektivspieler geholt wurde: "Onisiwos Entwicklung haben wir seit längerem genau beobachtet. Er ist unser nächstes, spannendes Projekt, einen jungen, hungrigen Spieler zu einem guten Bundesligaspieler zu entwickeln. Dieses Potenzial sehen wir in ihm." Onisiwo ist davon überzeugt, in Mainz seine "nächsten Entwicklungsschritte machen" zu können. Außerdem freut er sich "auf die familiäre Atmosphäre und den starken Zusammenhalt" in Mainz, "von dem mir Julian Baumgartlinger berichtet hat."

Onisiwo wehrt sich mit allen Mitteln

Auf jeden Fall hat Onisiwo bewiesen, dass er ein Mann ist, der sich für seine Ziele einsetzt und diese auch konsequent verfolgt. So hat er in Österreich auf rechtlicher Ebene vielleicht sogar eine Lawine losgetreten. Es ging um einen Rechtsstreit, den er mit Mattersburg geführt hat. Streitpunkt war eine festgeschriebene Ausstiegsklausel, die es ihm ermöglicht hätte, den Klub im Sommer 2015 verlassen zu können, sofern ein anderer Klub 500.000 Euro Ablöse zahlen würden. Das war dann auch der Fall, ein englischer Zweitligist war bereit, die Summe zu begleichen. Doch Mattersburg stellte sich quer und negierte die Klausel. Onisiwo musste bleiben, reichte aber Klage ein und gewann.

Das Wiener Arbeits- und Sozialgericht erklärte seinen Vertrag mit Mattersburg per 30. Juni 2015 für nicht wirksam und machte so den Weg frei für einen Wechsel des Stürmers nach Mainz. Ein Urteil, das große Folgen haben könnte, wie Rudolf Novotny, Geschäftsführer der österreichischen Spielergewerkschaft VdF, sagt: "Bisher waren die Vereine im Vorteil, jetzt hat sich die Lage der Spieler verbessert." Für Novotny ist es gar ein "Bosman-Urteil für Österreich", da in dem Urteil generell die Zulässigkeit einseitiger Optionsvereinbarungen in Spielerverträgen in Frage gestellt wird. Mattersburg will sich mit der juristischen Niederlage offenbar aber noch nicht abfinden und hat angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. "Für uns ist es ein laufendes Verfahren, wir legen Berufung ein", wird der Sportliche Leiter der Burgenländer, Franz Lederer, in der Kronen Zeitung zitiert. Das bedeutet, dass sich der Rechtsstreit noch eine Weile hinziehen könnte.

23-Jähriger stößt am Mittwoch zur Mannschaft

Unabhängig davon wird sich der 23-Jährige am Mittwoch in Marbella im Trainingslager der Mainzer erwartet. Sportlich hat der gebürtige Wiener zuletzt eine tolle Entwicklung genommen: Seit 2014 spielte er in Mattersburg und war in der vergangenen Spielzeit mit 18 Toren und zehn Vorlagen eine Schlüsselfigur des Wiederaufstiegs des SV in die österreichische Bundesliga. In der aktuellen Spielzeit war er trotz seiner Klage ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft und kam in 21 Pflichtspielen auf drei Tore und sieben Vorlagen. Das brachte ihm auch die Berufung zur Nationalmannschaft ein: Im November debütierte er für Österreich bei der 1:2-Testspielniederlage gegen die Schweiz.

drm