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Blatter und Platini zürnen - "Schande"

FIFA-Ethikhüter reagieren mit Befremden

Blatter und Platini zürnen - "Schande"

Joseph S. Blatter

Empfindet seine Sperre als "Schande": Joseph S. Blatter. imago

Die FIFA-Ethikhüter haben mit Befremden auf die heftige Kritik von Joseph Blatter an seiner Verbannung reagiert. Die subjektive Einschätzung eines Verurteilten laufe fast zwangsläufig konträr zu demjenigen, der ihn verurteilt habe, hieß es aus Quellen, die der Ethikkommission nahestehen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

FIFA-Präsident Blatter und Europas Fußball-Verbandschef Michel Platini waren am Montag für jeweils acht Jahre gesperrt worden. Blatter bezeichnete die Entscheidung als "Schande", Platini sprach von einer "Farce". Beide wollen nun in Berufung gehen.

Causa "Blattini"

Die Entscheidung in der Causa "Blattini" sei der Kammer generell wie jeder Entschluss eines Gerichts nicht einfach gefallen, hieß es weiter. Solche Entscheidungen hätten schließlich extreme Auswirkungen auf das persönliche und berufliche Leben der Betroffenen.

Die Verbannung der beiden Funktionäre hat auch ganz konkrete Folgen. Im Fall Blatter bedeutet die Sperre beispielsweise, dass der Schweizer das FIFA-Hauptquartier nicht betreten, das FIFA-Papier nicht mehr benutzen und natürlich für die FIFA nicht mehr sprechen darf. Er dürfe sich aber jederzeit eine Karte kaufen und als Privatmann Partien als Zuschauer beiwohnen.

Joseph S. Blatter und Michel Platini

Joseph S. Blatter und Michel Platini verging das Lachen mittlerweile. imago

Die Juristen unter Vorsitz von Hans-Joachim Eckert wiesen den Quellen zufolge auch die von Blatter jüngst im Schweizer "SonntagsBlick" geäußerte Behauptung zurück, der deutsche Richter habe ihm bei der letzten Anhörung gesagt, "den Vorwurf der Korruption nehmen wir weg". Diese Aussage sei falsch, hieß es. Vielmehr habe der Richter nach einer internen Vorberatung seiner Kammer geäußert, dass es seiner Ansicht nach für den Vorwurf der Korruption nicht reichen werde.

Blatter und auch Platini hatten zudem kritisiert, dass aus der FIFA-Ethikkommission immer wieder den Fall betreffende Interna nach außen getragen worden seien. Wie aus den Quellen nun verlautete, habe sich die rechtsprechende Kammer Medien gegenüber zu dem Fall nie geäußert. Vielmehr seien Infos von den Beschuldigten selber an die Öffentlichkeit gebracht worden.

dpa