Der VfL-Torwart über die schwere Situation beim Vizemeister

Benaglios Appell

Alle sollen sich in den Dienst der Mannschaft stellen: Diego Benaglio.

Alle sollen sich in den Dienst der Mannschaft stellen: Diego Benaglio. Getty Images

"Ich kann es nicht erklären", sagt Diego Benaglio. Der peinliche Auftritt seiner Mannschaft beim Hinrundenfinale in Stuttgart ließ den Torwart, der sein Team vor einer noch höheren Niederlage bewahrte, rätselnd zurück. "Es darf nicht passieren, dass wir völlig den Faden verlieren."

Es passierte in der Hinserie jedoch zu häufig, dass sich der Vizemeister nicht so präsentierte, wie es sich Trainer Dieter Hecking und Manager Klaus Allofs wünschen. Es fehlt die Konstanz, dafür mangelt es nicht an Kritik am teuren Kader. "Bei uns ist das Leistungsgefälle zwischen den einzelnen Spielen zu groß", sagt Allofs. "Ein Mindestmaß an Qualität muss häufiger abgerufen werden."

Ein weiterer Punkt, der der sportlichen Leitung missfällt: Spieler stellen ihre persönlichen Interessen über die der Mannschaft. Das muss sich ändern, findet auch der Kapitän: "Gewisse Dinge im Mannschaftssport müssen hintenangestellt werden", fordert Benaglio. Spieler, die murren, wenn sie auf der Bank sitzen und dann die die Leistung vermissen lassen, wenn sie gefordert sind, stellen derzeit keine Ausnahme dar. "Eine gewisse Enttäuschung ist normal, wenn man draußen sitzt", so der Torwart. "Im Mannschaftssport gehört es aber dazu, dass man die Dinge, auch wenn sie unangenehm sind, schluckt und sich in den Dienst der Mannschaft stellt."

Benaglios Appell ans Team. Ob's fruchtet? "Ich mache mir noch keine Sorgen, aber wir müssen alle bemerkt haben, dass es ein hartes Stück Arbeit ist. Wir sind alle gewarnt." Die Kritik der Bosse sei "ein Zeichen für uns Spieler, uns zu hinterfragen und es in der Rückrunde anders zu gestalten". Noch sind 17 Spiele Zeit, um es in der Bundesliga besser zu machen.

Thomas Hiete