Bundesliga

Dirk Schuster - der Mann des Jahres 2015

Löw: "Er passt wunderbar nach Darmstadt"

Dirk Schuster - der Mann des Jahres 2015

Darmstadts Trainer Dirk Schuster

"Mann des Jahres": Darmstadts Trainer Dirk Schuster. Getty Images

"Als Einzelner kann man nicht so viel Erfolg generieren", sagte Schuster im Interview mit dem kicker (Montagausgabe). "Das ist das Ergebnis einer sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit, in Darmstadt machen ganz wenige Leute ganz viel Arbeit."

Der einstige Auswahlspieler der DDR (3 Länderspiele) und Nationalspieler des DFB (4 Länderspiele) tritt damit das Erbe von Weltmeistertrainer Joachim Löw an, der die traditionelle Wahl 2014 gewann. "Er gilt als jemand, der sich alles erarbeitet, dem nichts in den Schoß fällt. Mit dieser Vita passt er aktuell wunderbar nach Darmstadt", lobt der Bundestrainer seinen Nachfolger. "Darmstadt macht die Bundesliga bunter, dort wird Fußball gelebt", betont Löw. "Die Mannschaft tritt geschlossen auf, lebt von Charakter und Teamgeist. Und das ist das Werk des Trainers. Ich gratuliere Dirk Schuster sehr herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung."

"Die Leute sehen jetzt: Das wird kein Tasmania Berlin"

Den Durchmarsch des hessischen Traditionsvereins von der 3. Liga in Deutschlands Beletage ist für Schuster selbst "eher ein Märchen, eine Geschichte, die es sehr selten gibt und die schwer zu wiederholen ist." Während der Aufsteiger vor der Saison von vielen Konkurrenten belächelt und als Absteiger Nummer eins abgestempelt worden war, registriert der 200-malige Bundesligaprofi nach vielen respektablen Ergebnissen in dieser Hinrunde eine veränderte Wahrnehmung: "Die Leute sehen jetzt: Das wird kein Tasmania Berlin. Die spielen zwar ihre besondere Art Fußball, aber der kann durchaus erfolgreich sein und anderen wehtun."

Hinsichtlich der Entwicklung seiner Mannschaft sowie der eigenen Karriereplanung hat der ehrgeizige Trainer, der die Fußballlehrerlizenz als Jahrgangbester abschloss, klare Ziele. "Ich fing in der 4. Liga an und wollte weiter hoch, bis in die 1. Liga. Dieses Ziel haben wir gemeinsam geschafft. Jetzt geht es darum die Klasse zu halten", sagt Schuster. "Es ist klar, dass ich nicht ewig in Darmstadt Trainer sein werde. Bei chronischer Erfolglosigkeit müssen sie vielleicht über den Cheftrainersessel nachdenken, auf der anderen Seite gibt es vielleicht irgendwann Begehrlichkeiten von anderen Klubs."

Im ausführlichen Interview erzählt Dirk Schuster, warum er in Bielefeld den emotionalsten Moment seiner Karriere erlebte, wie er einen Einbruch in der Rückrunde verhindern will, wie ihn sein früherer Trainer Winnie Schäfer nach nächtlichen Ausflügen im morgendlichen Training ärgerte, wieso es ein Social-Media-Verbot in der Kabine gibt, wie sich seine Spieler Zusatzurlaub verdienen können und wieso er den New-York-Marathon verpasste.

kon

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