Bundesliga

Skripnik "nicht froh, dass jetzt Winterpause ist"

Bremen spielt schlechteste Hinrunde der Vereinsgeschichte

Skripnik "nicht froh, dass jetzt Winterpause ist"

Viktor Skripnik

Hätte am liebsten weitergespielt: Werders Coach Viktor Skripnik. Getty Images

"Das wichtigste Spiel der Hinrunde", nannte Werder-Coach Skripnik das Spiel in Frankfurt im Vorfeld. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, beide Mannschaften waren offensiv ausgerichtet. Die Norddeutschen gingen schließlich durch Claudio Pizarro per sattem Volleyschuss nach 29 Minuten in Führung. Doch nur zwei Zeigerumdrehungen später zappelte der Ball im Netz der Grün-Weißen - Alex Meier traf per Kopf.

Nach dem Seitenwechsel hätte das Spiel aus Bremer Sicht kaum schlechter beginnen können: Nach einem Ballverlust von Florian Grillitsch kam Haris Seferovic an den Ball, legte quer auf Stefan Aigner - der löffelte den Ball in der 48. Minute zum 2:1 ins Tor. "So ist Fußball. Wir haben uns nicht versteckt und wollten den Schwung aus dem Pokal mitnehmen", so Skripnik. "Es ist schade, dass das Spiel durch einen individuellen Fehler eines jungen Spielers entschieden wird. Wir haben ein wichtiges, aber kein entscheidendes Spiel verloren. Jeder ist an seine Grenzen gegangen."

Werder Bremen - Die letzten Spiele
Leipzig (A)
3
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Trainersteckbrief Skripnik

Skripnik Viktor

Werder Bremen - Vereinsdaten

Gründungsdatum

04.02.1899

Vereinsfarben

Grün-Weiß

Wiedwald hat noch nie zu Null gespielt

Nach dem Gegentor versuchten die Werderaner zwar viel - der Kampf stimmte, doch offensiv fehlten über weite Strecken die Ideen. Die Norddeutschen hatten zudem Glück, nicht mehr als zwei Gegentore kassiert zu haben, alleine Seferovic tauchte dreimal frei vor Werders Keeper Felix Wiedwald auf. "Wir haben gut begonnen, das 1:0 erzielt, um dann direkt im Gegenzug den Nackenschlag zu bekommen. Das war natürlich bitter", wird der Schlussmann auf der Vereinswebsite zitiert. "Ich denke, beide Mannschaften haben viel investiert, aber waren vorne nicht effektiv. Die Niederlage tut weh, da uns Frankfurt auch in der Tabelle überholt hat."

Apropos Wiedwald. Der Schlussmann etablierte sich schnell zur Nummer eins an der Weser und stand in der Hinrunde in allen 17 Bundesligaspielen über 90 Minuten im Kasten. Im Spiel gegen seine Ex-Kollegen aus Hessen kassierte er zum 17. Mal in Folge mindestens einen Gegentreffer. Saisonübergreifend spielte Werder 20-mal in Folge nicht zu Null - zum letzten Mal gelang dies beim 1:0-Sieg gegen Frankfurt am 2. Mai (31. Spieltag). Alarmierende Werte für die Bremer, die mit nur 15 Punkten die schlechteste Hinrunde der Vereinsgeschichte spielten.

Hängende Köpfe nach dem Abpfiff in Frankfurt bei den Spielern des SV Werder Bremen.

Hängende Köpfe nach dem Abpfiff in Frankfurt bei den Spielern des SV Werder Bremen.

"Wir haben einfach zu wenig Punkte. Ich bin überhaupt nicht froh, dass jetzt Winterpause ist", so der Trainer. "Am liebsten würde ich direkt weitermachen. Ich bin ungeduldig und will die Punkte holen." Auch Manager Thomas Eichin ist mit dieser Halbserie natürlich nicht zufrieden. "Wir haben eindeutig zu wenige Punkte, um beruhigt in die Winterpause zu gehen. Aber auch bei 17, 18 oder 19 Punkten hätte ich kein positives Fazit gezogen", so der 49-Jährige. "Wir müssen ruhig bleiben, hart arbeiten, zusammenhalten, die Fehler schonungslos ansprechen und kämpferisch in die Rückrunde gehen."

Spielbericht

Pizarro glaubt an die Mannschaft

Auch Torschütze Pizarro appelliert daran, jetzt nicht verrückt zu spielen. "Wir sind in einer sehr schwierigen Situation für die Mannschaft, die Fans und die gesamte Stadt. Aber wir müssen ruhig bleiben und noch mehr arbeiten", weiß der Peruaner und ist sich sicher: "Wir sind davon überzeugt, dass wir es in der Rückrunde besser machen können. Jetzt gehen wir in den Urlaub, werden Kraft tanken, den Kopf freibekommen und dann mit Vollgas in die Vorbereitung starten." Und die ersten vier Spiele nach der Winterpause haben es für die Norddeutschen in sich: In der Liga geht es gegen Schalke (A), Hertha (H) und Gladbach (A). Anschließend reist der SVW zum Pokalviertelfinale nach Leverkusen.

mst

Bilder zur Partie Eintracht Frankfurt - Werder Bremen