Bundesliga

Frontzeck lässt Dampf ab

Hannover mit Personalsorgen in Hoffenheim

Frontzeck lässt Dampf ab

Michael Frontzeck

Ist mit der medialen Bewertung seiner Mannschaft nicht einverstanden: 96-Coach Michael Frontzeck. imago

Die wöchentliche Pressekonferenz, die bei Hannover 96 immer zwei Tage vor dem nächsten Spiel abgehalten wird, nutzte der Cheftrainer diesmal auch, um Dampf abzulassen. "Ich habe nicht das Gefühl, dass es hier jemanden interessiert, wer bei uns ausfällt, in der Bewertung der Spiele. Ich weiß gar nicht, warum wir hier über Personalien sprechen", antwortete Michael Frontzeck unter anderem auf die Frage, welche Spieler am Samstag in der Partie bei der TSG Hoffenheim verletzungs- und krankheitsbedingt nicht im Kader stehen können.

Der 96-Coach fühlt sich und seine Mannschaft nach der 1:3-Niederlage und der dürftigen Leistung am vergangenen Freitag bei Schalke 04 von dem Medien offenbar ungerecht behandelt. Frontzeck hatte aber vorher schon verraten, dass von den Spielern, die in Gelsenkirchen schon fehlten (Hiroshi Kiyotake und Uffe Bech) oder sich während des Spiels verletzten (Artur Sobiech) keiner schon wieder so weit sei, dass er am Samstag im Kader stehen könne.

Fragezeichen hinter Klaus und Andreasen

Eng wird es außerdem für Felix Klaus, den ein Magen-Darm-Virus plagt. Der Däne Leon Andreasen musste aus dem gleichen Grund am Mittwoch mit dem Training pausieren. "Bei ihm muss man mal abwarten", sagte Frontzeck, der aber versprach, dass "wir eine schlagkräftige Truppe für Hoffenheim zusammen stellen werden".

Fraglich ist allerdings, wie es mit Schlagkraft im Sturm der Niedersachsen bestellt ist. Nach dem Ausfall von Artur Sobiech (Verstauchung des rechten Sprunggelenks) könnten sowohl Charlie Benschop als auch Mevlüt Erdinc die Position des Mittelstürmers bekleiden. Das Problem: Beide drängen sich nicht wirklich auf. Benschop (ein Saisontor) wurde in Gelsenkirchen nach 17 Minuten für Sobiech aufs Feld geschickt - und konnte nicht überzeugen (kicker-Note 5). Frontzeck dazu: "Charlie war lange verletzt. Das hat man auf Schalke gesehen."

Frontzeck über Saint-Maximin: "Sein Manko ist das Spiel gegen den Ball"

Und Erdinc (kein Saisontor) blieb den Beweis seiner Bundesligatauglichkeit bislang schuldig. "Er hat eine gute Trainingswoche hinter sich", erzählte der Coach, der jetzt "überlegen will, was die beste Option ist". Möglich ist auch, dass Frontzeck den erst 18-jährigen Allan Saint-Maximin in die Spitze beordert. Der Franzose ist allerdings eher ein offensiver Mittelfeldspieler. "Sein Manko ist das Spiel gegen den Ball", verriet Frontzeck, "aber es ist ja nicht ungewöhnlich für einen 18-Jährigen, dass er noch nicht komplett ist." Eine Option für die Partie am Samstag sei der Junioren-Nationalspieler aber auf jeden Fall.

Gunnar Meggers