2. Bundesliga

Degradiert! Luthe äußert Unverständnis auf Facebook

Bochum-Trainer Verbeek erklärt Torwartwechsel

Degradiert! Luthe äußert Unverständnis auf Facebook

Andreas Luthe

Ist vorerst nur noch dem Trikot nach die Nummer 1 des VfL Bochum: Andreas Luthe. imago

Am Samstagabend veröffentlichte Luthe auf Facebook sechs Absätze, die es in sich hatten: Der bisherige Stammkeeper des VfL Bochum verriet, dass er am Sonntag im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim nicht zwischen den Pfosten stehen dürfe und dass er dies gelassen, aber auch kopfschüttelnd aufgenommen habe.

"Mein Trainer Gertjan Verbeek nimmt damit einen Torhüter aus der Mannschaft, der laut kicker online zu den notenbesten Spielern der gesamten Zweitligasaison gehört und in 16 Ligaspielen ohne jeden schweren Fehler geblieben ist", schreibt Luthe in dem Beitrag, den er später am Abend schon wieder löschte.

Tatsächlich ist der 1,95-Meter-Hüne mit einem kicker-Notenschnitt von 2,75 Dritter hinter dem Düsseldorfer Michael Rensing (2,53) und Rafal Gikiewicz (2,63) von Eintracht Braunschweig . Eine schlechtere Bewertung als eine 3,5 musste Luthe in dieser Saison noch in keinem seiner 16 Einsätze einstecken.

"Ich habe diese Entscheidung mit aller Gelassenheit aufgenommen. Meine Stimmung werde ich nicht von derartigen Dingen abhängig machen", so Luthe weiter. "Dennoch möchte ich klar ausdrücken, dass die Worte, mit denen diese Entscheidung erklärt werden sollte, mich nicht annähernd zufrieden gestellt haben."

Verbeek: "Wir leben nicht in der DDR oder in Russland"

Was Verbeek im Moment nicht so recht gefällt am Spiel seiner nominellen Nummer 1, erklärte er am Sonntag. "Wir trainieren fast jeden Tag, machen ja auch Spiele. In letzter Zeit bin ich nicht ganz zufrieden mit dem Positionsspiel von hinten heraus, wir haben zu viele lange Bälle geschlagen", sagte der Bochumer Coach bei "Sky".

Und dass Luthe den Torwartwechsel selbst öffentlich machte? "Wir leben nicht mehr in der DDR oder in Russland. Hier ist Pressefreiheit", reagierte Verbeek entspannt. "Man kann sich vielleicht streiten über den Moment vor dem Spiel, weil man weiß, das das immer gefährlich ist. Aber das ist seine Verantwortung, und wir werden mit ihm in dieser Woche darüber sprechen." Das kündigte auch Aufsichtsratschef Hans-Peter Villis an, dem nicht das beste Verhältnis zu Luthe nachgesagt wird. "Das Thema werden wir relativ schnell intern klären", meinte er, ließ aber durchblicken: "Ich war schon ein bisschen enttäuscht."

Verbeek: "Wie er sich ausgedrückt hat - Kompliment"

Trotz der Degradierung müsse er Verbeek auch danken, schrieb Luthe noch: "Er hat mich seit seinem Amtsantritt zu einem besseren und effizienteren Torhüter gemacht." Manuel Riemann (27), der gegen Heidenheim und voraussichtlich auch in den Spielen danach an Luthes Stelle das VfL-Tor hüten darf, wünschte er abschließend "viel Erfolg". Diese Worte kamen auch bei Verbeek gut an. "Wie er sich ausgedrückt hat - Kompliment", meinte der Coach.

jpe